950 Jahre Calw: Chöre und Zuschauer sorgen für stimmungsvollen Abschluss

Die Aurelius Sängerknaben begeisterten das Publikum in der Aula mit weiblicher Unterstützung.
Roland StößDas Jubiläumsjahr „950 Jahre Calw“ geht zu Ende. Mit einem „Zauberhaften Winterkonzert mit Calwer Chören“, so der Titel des Konzerts, bedankte sich die Stadt bei den Bürgern. Diese kamen zahlreich. Die Aula war ausverkauft.
Oberbürgermeister Florian Kling bekannte sich offen zu seinem Stolz auf das, was der Name Calw bedeutet. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte der Stadt freute er sich über das, was im Jahr des Jubiläums geschah: „Es herrschte eine unglaublich gute Stimmung. Das ist das, was eine Stadt zusammenhält. So sind auch herausfordernde Zeiten kein Problem.“
Oberbürgermeister bei historischer Testfahrt dabei
Es sei laut amtlicher Prognosen absehbar, dass die Stadt von 25 000 auf 30 000 Einwohner wachsen werde. „Eine Stadt wächst nur, wenn sie attraktiv ist und sich weiter in die Zukunft entwickelt“, betonte Kling, „Man sollte das Vergangene bewahren und wertschätzen und gleichzeitig auf die Zukunft hinarbeiten.“
Das Publikum reagierte auf eine Aussage Klings ganz besonders: „So werden bald viele, viele Menschen die historische Fachwerkstadt von Stuttgart aus mit dem Zug besuchen. Woher ich das weiß? Ich bin heute die erste Personenfahrt seit 1982 von Weil der Stadt nach Calw mitgefahren.“ Der Beifall und sogar einzelne Jubelschreie aus dem Auditorium begleiteten diese Schilderung über die Testfahrt, die „wegen der vielen Stopps und Nachbesserungsarbeiten über drei Stunden gedauert hat“.
Kling betonte im Hinblick auf das kommende Jahr 2026: „Es wird das Jahr der Einweihungen werden. Sei es der Stadtgarten, die Bahn, die Begrünung am unteren Ledereck, die Renaturierung am alten Bauhof, der neue Kindergarten samt Gemeindehaus in Hirsau oder das neue Krankenhaus – es sind alles Punkte, die den Wert unserer Stadt ausmachen.“
Aurelius Sängerknaben mit weiblicher Verstärkung
Nach lautem, anerkennendem Beifall für den teils humorvollen Beitrag des Oberbürgermeister betraten große und kleine Sängerinnen und Sänger die Bühne in der winterlich, weihnachtlich, festlich illuminierten Aula. Für diesen optischen Zauber sowie für eine brillante Tonqualität sorgten Jan Schnitzler (selbst ein Aurelius Sängerknabe) samt dessen Team von „Jans Showtec“.
So bildete bereits der erste Programmpunkt den ersten Höhepunkt des Abends. Die Aurelius Sängerknaben – ein Chor, der ob seiner Professionalität überregional als Ausbildungsschmiede für spätere Stimmkünstler geschätzt wird – sorgten für Erstaunen und Entzücken gleichermaßen: Gemeinsam mit dem musikalischen Chef Bernhard Kugler und inmitten der quirligen Bubenschar grüßten fünf kleine Mädchen: „Sei willkommen, Weihnachtszeit.“ Bei den „Knaben“ lernen seit einiger Zeit auch Mädchen das Singen.

Die Chöre sorgten gemeinsam für einen stimmungsvollen Abschluss.
Foto: Roland StößDass das Singen in einem Chor nicht nur Profis vorbehalten ist, gleichzeitig den Singenden selbst große Freude bereitet, bewiesen die beiden großen Chöre Calws.
Während der Liederkranz Holzbronn gemeinsam mit dem Liederkranz Gültlingen pfiffiges Liedgut in eine nicht leicht zu singende A-Capella-Form verpackte und dies lupenrein mit beeindruckender Leidenschaft zelebrierte, schufen die Swing Singers mit traumhaften Melodien wie „The first noel“ und „Silent night“ Raum für adventliche Emotionalität. Beide Chöre bestachen durch hohe Qualität. Ein Verdienst ihrer musikalischen Leiter Simon Zimmermann und Roman Maslennikov.
Ausdrucksstark und mit großer Anmut
Die Holzbronner Chorvorständin Daniela Gießner bedankte sich am Ende beim Publikum für das Interesse und den kräftigen Beifall. Gießner machte dem Publikum Mut, es selbst einmal mit dem Singen in irgendeinem Chor zu probieren. Denn Singen tue der Seele gut.
Lesungen von weihnachtlichen, teils lustigen Texten durch Schüler des Hermann-Hesse-Gymnasiums bereicherten den stimmungsvollen Abend.
Der krönende Abschluss des kurzweiligen zweieinhalbstündigen Programms in der Aula war den brillanten Frauen- und Herren-Stimmen von „reVocali“ und CalvVoci – beide singen unter dem Dach des Liederkranzes Concordia Calw – vorbehalten.
Mit zarten Anleitungen von Michaela Brandl sowie unter dem Dirigat von Hans-Jörg Kalmbach huldigten sieben Sängerinnen und neun Männer der Adventszeit samt ihrer Hoffnung gebenden Rolle. Mit ausdrucksstarker Artikulation, sensibelster Feinheit und großer Anmut verzauberten die Damen und Herren das Publikum in der Aula.
Am Ende verwandelten die Besucherinnen und Besucher die Aula in ein Lichtermeer mit hunderten kleinen Lichtchen, die das Orga-Team um Martina Mägerle im Vorfeld verteilt hatte. Gemeinsam mit allen Chören sangen alle das Lied „O du Fröhliche“ fast schon epochal, auf jeden Fall ergreifend.
Der Erlös der symbolischen Eintrittsgelder für das Winterzauber-Musikspektakel – es wurden nur fünf Euro verlangt – kommt dem Kinderschutzbund zugute. Florian Kling betonte: „Es geht immerhin um die Generation, die in 50 Jahren das Jubiläum ,1000 Jahre Calw’ gestalten wird.“