Zweckverband mit Sitz in Balingen: Umrüstung im Balinger Klärwerk wird mit 740.000 Euro veranschlagt

Eines der Großprojekte, mit denen sich der Zweckverband Abwasserreinigung befasst, ist die Kläranlage Balingen: Dort soll die solare Schlammtrocknung wieder in Betrieb genommen werden.
Zweckverband Abwasserreinigung BalingenJüngst sind die Mitglieder des Zweckverbandes Abwasserreinigung Balingen im Sitzungssaal auf der Kläranlage Balingen zusammengekommen; die Leitung hatte der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Geislingens Bürgermeister Oliver Schmid, inne.
Dieser hatte eine gute Nachricht zu verkünden: Der Wirtschaftsplan 2025, den die Verbandsversammlung im Frühjahr verabschiedete, wurde vom Regierungspräsidium Tübingen genehmigt, heißt es in einer Pressemitteilung. Maßnahmen, darunter auch Großprojekte, können nun in die weitere Umsetzung gehen.
Großprojekte prägen die Arbeit im Zweckverband
Eines dieser Großprojekte ist der Sitzungsort selbst: Auf der Kläranlage Balingen soll die 1997 errichtete solare Schlammtrocknung wieder in Betrieb genommen werden. Eine Modernisierung der Hallen und der Technik stehen deshalb an.
Für die Umrüstung der Maschinen- und Elektrotechnik wird mit Gesamtkosten von 740 000 Euro brutto gerechnet. Der Verbandsvorsitzende, Balingens Oberbürgermeister Dirk Abel, wurde ermächtigt, die Leistungen nach erfolgter Ausschreibung an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben.
Am großen Regenüberlaufbecken auf der Kläranlage zeigen sich altersbedingt zwischenzeitlich große, aber nicht ungewöhnliche Schäden, hieß es in der Sitzung. Den Baubeschluss zur Sanierung und Modernisierung hat die Versammlung bereits im März 2023 gefasst.
Versammlung genehmigt die überplanmäßigen Ausgaben
Die Leistungen für die Erneuerung der Maschinentechnik wurden beschränkt unter den Fachfirmen ausgeschrieben. Drei Angebote sind eingegangen; den Zuschlag erhielt das wirtschaftlichste Angebot mit 351 256,82 Euro brutto.
Bei der Sanierung der vier Becken der biologischen Stufe werden Mehrkosten von rund 128 000 Euro brutto bei der elektrotechnischen Ausrüstung veranschlagt. Die bisher genehmigten Gesamtkosten liegen bei rund 1 225 000 Euro.
Im Rahmen der Bauabwicklung zeigte sich an vielen Stellen, dass eine abweichende Ausführung erforderlich ist, betonte Geschäftsführer Streich. Die überplanmäßigen Ausgaben wurden von der Verbandsversammlung genehmigt.
Rund 2,3 Millionen Euro hat der Zweckverband in 2024 investiert
Zudem informierte Verbandsrechner Jürgen Eberle über den Jahresabschluss 2024 des Zweckverbandes. Die Verbandsumlage fiel mit 2,509 Millionen Euro etwas geringer aus als im Vorjahr. Gründe waren geringere Kosten in der Unterhaltung, im Energiebezug und bei der Klärschlammverwertung.
Neben der Umlage für die Betriebskosten – die sich prozentual an der eingeleiteten Abwassermenge der Verbandsmitglieder richtet – wird auch eine Umlage für die Abschreibungen in Höhe von 860 357 Euro sowie eine Umlage von 150 678 Euro für die Zinsen der Fremdfinanzierung erhoben.
Einen großen Ausgabeblock stellen wiederum die Betriebs- und Bewirtschaftungskosten mit 1,2 Millionen Euro sowie 270 000 Euro für Unterhaltungsmaßnahmen am Klärwerk dar. Die Personalkosten sind gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen auf 890 000 Euro.
Investiert hat der Verband vergangenes Jahr mit rund 2,3 Millionen Euro vor allem in die Modernisierung der Anlagen wie Regenüberlaufbecken sowie Betriebstechnik und Biologie.
Anschluss der Kläranlagen in Erlaheim und Rosenfeld sind in vollem Gang
Der Schuldenstand des Verbandes lag Ende 2024 bei 7,3 Millionen Euro – was aber angesichts der großen Projekte des Verbandes notwendig und vertretbar sei, betonte Eberle.
Aktuell sind Vorbereitungen zu einem mittelfristigen Anschluss der Kläranlagen Binsdorf-Erlaheim sowie Rosenfeld in vollem Gange. Die nächste Verbandsversammlung ist für Mittwoch, 5. November, terminiert.