Wetterbilanz in Balingen
: Werner sorgt für Sonnenschein – Kirk für Sturm

Der Oktober war zweigeteilt. Auf eine verregnete, sonnenscheinarme erste Monatshälfte, folgte der goldene Oktober - trocken und mit reichlich Sonnenschein. Die ersten Herbststürme gab es auch schon.
Von
Karl-Heinz Jetter
Oberndorf
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Die „Klatschweiber“ in der Balinger Fußgängerzone freuen sich über die Oktobersonne.

Silke Thiercy

Schlussendlich fiel der Oktober trotz einem kleinen Fehl an Sonnenschein viel zu warm und auch zu trocken aus. Zur Einordnung: Durchschnittlich (Vergleichsperiode 1991 - 2020) war es bei uns im Oktober 9,5 Grad warm, an Niederschlag fielen im Monat 68,4 Millimeter (Liter auf den Quadratmeter), und die Sonne schien im Vergleichszeitraum 127,9 Stunden.

Der diesjährige Oktober weist dagegen eine Durchschnittstemperatur von plus 11,4 Grad ( 1,9 Grad zu warm) 57,3 Liter Niederschlag (84 Prozent) und 118,0 Sonnenscheinstunden (92 Prozent) aus.

Noch kein Schnee und Frost

Der Oktober startete verbreitet sehr wechselhaft, Tiefdruckeinfluss bestimmte das Wettergeschehen. Immer wieder zogen Tiefausläufer über das Land hinweg und brachten feuchte Atlantikluft mit sich, so dass es auch bei uns fast täglich regnete.

Die Sonne machte sich rar – in der ersten Monatshälfte schien sie mit 31,5 Stunden etwa nur die Hälfte der bis dahin üblichen Sonnenscheinstunden. Trotz fehlendem Sonnenschein war es nicht kalt – kein Frost und Schnee weit und breit. Die vom Atlantik hergeführte Luft war mild und schwankte über den Tag hinweg zwischen 7 und 15 Grad. Der tiefste Wert vom ganzen Monats wurde übrigens am 12. Oktober mit noch plus 1,5 Grad registriert.

Hoch „Werner“ sorgt für Sonnenschein

Am 10. Oktober fegte dann der erste Herbststurm über uns hinweg. Es waren die Nachwehen des Ex-Hurrikan „KIRK“. Der Windmesser zeigte als Spitze 85,3 km/h an, was der Windstärke 9 entspricht. Auf dem Feldberg wurden 158 km/h gemessen.

In der zweiten Monatshälfte änderte sich die Witterung grundlegend. Über dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa manifestierte sich ein Hochdruckgebiet, wodurch es landesweit zu einer deutlichen Wetterberuhigung kam. Hoch „Werner“ machte den Auftakt.

Nebel und Hochnebel ziehen auf

Ab da setzte die Sonne zur Aufholjagd an. In den ersten zehn Oktobertagen schien sie nur 18,4 Stunden, in der zweiten Dekade 27,6 Stunden, doch in den restlichen elf Oktobertagen ließ sie sich 72,1 Stunden blicken und färbte das Laub der Bäume golden. Schlussendlich wurde der Durchschnittswert des Sonnenscheins aber doch noch um 9,9 Stunden unterschritten – der Monat war somit auch bei uns etwas zu dunkel.

Wer im Kreisgebiet topographisch niedriger wohnte, der bekam die Sonne noch weniger zu sehen. Wie im Herbst üblich haben bei Nebel und Hochnebel die feuchten Niederungen und Flusstäler das Nachsehen, da es die Sonne schwerer hat, die Nebelfelder dort aufzulösen. Die Station in Balingen Heselwangen auf 573 Metern lag oft im Grenzgebiet von Nebel und Sonnenschein, doch war meist auf der sonnigen Seite – 50 Meter tiefer liegend versank die Landschaft im Nebelmeer.

Ob die Bauernregel stimmt?

Der Oktober blieb bis zum Monatsende an der Station weiterhin sehr mild, sonnig und trocken. Am 17. Oktober wurden 21.6 Grad gemessen – der Höchstwert des ganzen Monats.

Doch wie geht es bei uns weiter? Niemand weiß dies – mal sehen, ob die folgende Wetterregel bei uns eintrifft: „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.“

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