Verwaltung in Balingen: Das kostet die Stadt der „Papierkram“

Kopiert und gedruckt werden muss in jedem Büro – auch bei der Stadt Balingen.
Silke ThiercyDie Stadtverwaltung will das Druck- und Kopiersystem an einen neuen Anbieter vergeben. Darüber berät der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 11. März. Ob die Firma Office Products Zeitler mit Sitz in Kirchheim den Zuschlag bekommt, entscheidet schlussendlich der Gemeinderat Ende März.
Stadtwerke und Stadtverwaltung haben sich zusammengetan, um den Auftrag europaweit auszuschreiben. Das günstigste Gebot kam aus Kirchheim und ist mit insgesamt 821.543 Euro aufgerufen. Vertragsbeginn soll am 1. Juni diesen Jahres sein, die Laufzeit soll 60 Monate betragen – also fünf Jahre.
Neutrale und unabhängige Berater
2012 war das Jahr, in dem man im Rathaus entschieden hatte, das Papier-Output-Management technisch und wirtschaftlich zu optimieren. Die Firma Office Optimizer wurde als Berater engagiert – damals wie heute. Wichtig bei der Wahl der Beraterfirma war, so steht es in der Sitzungsvorlage, die Neutralität und Unabhängigkeit gegenüber Händlern und Herstellern zu sichern.
Wirtschaftlicher und günstiger soll nun weitergedacht werden. Funktionen der Geräte sollen gebündelt werden, die Kosten transparent bleiben und neue, sinnvolle Technik eingesetzt werden. Neu ist, dass Stadtwerke und Volkshochschule (VHS) mit von der Partie sind – sie waren bisher mit gesonderten Systemen ausgestatten.
Der Vertrag muss noch abgelöst werden
Die Stadtwerke waren bislang Kunde beim Balinger Anbieter BSN Büro-System-Haus. Der Vertrag läuft noch und muss abgelöst werden. Auf die Stadtkasse kommt dafür ein Minus von rund 10 700 Euro zu.
Die erforderlichen Gelder sind im Haushaltsplan der Stadt sowie im Wirtschaftsplan der Stadtwerke vorgesehen. Die VHS wird dabei bei der Stadt geführt, da sie unter städtischer Leitung steht.
Insgesamt hatten sich im November vergangenen Jahres fünf Bieter gemeldet und Angebote abgegeben. Ein Bieter wurde ausgeschlossen, da er die Vergabeunterlagen unzulässiger Weise abgeändert hatte. „Die technischen Anforderungen geändert“ heißt das in den Unterlagen für den Ausschuss.
Der Gemeinderat entscheidet
Für den Zuschlag wurden verschiedene Kriterien festgelegt. Mit 30 Prozent war der Preis am höchsten gewichtet. Umwelt, Technik und Softwarelösung waren mit je 20 Prozent gewertet, die Technik allein mit 10 Prozent.
Entschieden wird über die Vergabe am Dienstag, 25. März, ab 17.30 Uhr. Dann tagt der Gemeinderat im großen Saal der Stadthalle.