Tiere in Balingen
: Pferde und Hitze – Stallbesitzerin erzählt, worauf es ankommt

Die aktuelle Hitze bekommen auch Pferde zu spüren. Eine Stallbesitzerin aus Balingen erzählt, wie die Tiere mit dem Sommer klarkommen und auf was man achten muss.
Von
Cornelius Eyckeler
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Die meisten Pferde ruhen sich über Mittag in den Boxen aus.

Eyckeler

Der Sommer ist zurück in Balingen. Jetzt heißt es wieder Schonen und die Hitze meiden – und zwar für Mensch und Tier. Neben Hunden und Katzen gibt es noch weitere Vierbeiner, die mit der Hitze konfrontiert werden. Wir haben uns erkundigt, wie eigentlich Pferde die heißen Temperaturen verkraften.

Denise Höhn-Iten betreibt mit ihrem Mann Andreas den Stall Hungerberg nahe Erzingen. Dort sind rund 20 Pferde untergebracht. „Einige gehören uns selbst, dazu haben wir noch ein paar Untersteller“, erzählt die 46-Jährige, die wir am Stall besuchten.

Damit sind private Pferdebesitzer gemeint, die ihre Tiere dort zur Miete unterstellen. Von Stuten, Fohlen bis hin zu einem kleinen Pony stehen die verschiedensten Zucht- und Sport-Pferde im Stall Hungerberg.

Kleine Erfrischung mit dem Gartenschlauch

Foto: Höhn-Iten

Bei unserem Besuch am Vormittag um 10.30 Uhr ist nicht viel los, die Pferde waren über Nacht auf der Koppel und befinden sich mittlerweile im Stall. „Die Besitzer waren schon da. Wenn es so heiß ist, kommen sie meistens schon am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Sonne nicht mehr so extrem scheint“, berichtet Höhn-Iten.

Die meisten Tiere ruhen sich über die Mittagshitze in ihren Boxen aus. „Laien könnten meinen, dass die Tiere lieber draußen sind als in den Boxen eingesperrt“, meint die Stallbesitzerin. Das sei aber nicht der Fall: „Morgens kann es schon mal sein, dass einige Pferde bereits am Gatter stehen und schnell ins Kühle wollen.“

Stuten und Fohlen sind auch über Mittag draußen.

Foto: Eyckeler

Doch einige Pferde entdecken wir auch über Mittag draußen auf der Koppel. „Das sind unsere Stuten mit ihren Fohlen. Die brauchen den Auslauf und sollen sich viel bewegen können“, erklärt Höhn-Iten und betont dazu: „Natürlich benötigen die Tiere einen Unterstand, der Schatten spendet.“ Ihr Mann Andreas drückt es noch etwas deutlicher aus: „Wenn die Tiere bei dieser Hitze ohne Unterstand und Schattenplätze auf einer Wiese stehen, dann ist das Tierquälerei.“

Generell, erzählt Höhn-Iten, kämen Pferde mit Kälte besser zurecht als mit Hitze. Mit der heißen Jahreszeit kommen auch nervige Plagen – in Gestalt von Fliegen und Pferdebremsen. Da ist der richtige Schutz wichtig. Pferdedecken und ein Fliegenschutz für den Kopf sind da unabdingbar.

Ausreichend Wasser ist wichtig

Und wie steht es um die Belastung beim Ausreiten? „Da ist es bei Pferden ein wenig wie beim Menschen“, erklärt die gelernte Agrarwissenschaftlerin. „Man sollte ja auch nicht unbedingt in der prallen Sonne Hochleistungssport betreiben.“ Dazu müsse man bei den Pferden auch Faktoren wie Alter, Training und allgemeiner Gesundheitszustand berücksichtigen.

Besonders wichtig im Sommer ist, dass die Tiere ausreichend Wasser bekommen. Trinken Pferde – je nach Rasse und Alter – im Schnitt zwischen 20 und 40 Liter am Tag, können es bei heißem Wetter gut und gerne auch zwischen 60 und 80 Liter sein. Doch nicht nur zum Trinken ist das Wasser gut: „Was den Tieren immer gut tut, ist eine kleine Erfrischung mit dem Gartenschlauch, um sie etwas runter zu kühlen.“

Videoüberwachung und Bewegungsmelder

Generell rät Höhn-Iten Pferdebesitzern, die Tiere auf der Koppel hin und wieder gut zu beobachten. An der Körpersprache könne man gut erkennen, ob sich die Pferde wohlfühlen oder etwas nicht stimmt.

Wenn die Tiere nachts draußen stehen, sorgen Videoüberwachung und Bewegungsmelder für ein Sicherheitsgefühl. Damit soll verhindert werden, dass es zu unschönen Zwischenfällen kommt, wie im vergangenen Jahr, als ein Unbekannter womöglich eines der Tiere verletzt hatte.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.