Tag des offenen Denkmals: Zehn Führungen durch die Pfarrkirche Heiligenzimmern

Eine der drei „Königinnen von Heiligenzimmern“ ist die 1896 gegossene Josefsglocke.
Jens SchleheKommenden Samstag und Sonntag, 7. und 8. September, bietet die „Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes“ zehn rund andertthalbstündige Führungen durch die Pfarrkirche an.
Besucher können zwischen zwei Themen wählen. In sechs Führungen können sie hinter das weit gespannte Tudorbogen-Gewölbe in den Dachstuhl blicken. Sie erfahren Wissenswertes rund um deren Bau sowie beispielsweise, warum der Glockenturm im Zweiten Weltkrieg beschossen wurde. Ein Höhepunkt ist der Aufstieg zu den „Königinnen von Heiligenzimmern“, den drei schweren Bronzeglocken, die darauf warten, von den Besuchern bestaunt zu werden. Die Besucher können auch einen ersten Blick in das restaurierte und sanierte Dachtragwerk des Langhauses werfen und das mehr als 15 Meter freitragende Gewölbe entdecken.
Kunstwerke eines verunglimpften Meisters
In den anderen vier Führungen entdecken die Teilnehmer bemerkenswerte Handwerkskunst hautnah und begeben sich auf die Spuren der alten Meister, die einst Kunst erschaffen haben. Die Besucher sehen beispielsweise Stücke des Altarbauers und Bildhauers Johann Nepomuk Meintel aus Horb am Neckar.
Rund 100 Altäre und Ausstattungsstücke soll er erschaffen haben. Durch den Bildersturm der 1960er-Jahre wurde ein Großteil seines Lebenswerks als „Schreinergotik“ verunglimpft und vernichtet. In Heiligenzimmern sind einige wenige erhaltene Stücke aus dem Lebenswerk von Meintel zu bewundern.
Bei gutem Wetter lädt das Gemeindeteam am Sonntag ab 10 Uhr zu einer Hockete ein.