Straßenkatzen Balingen
: Verein fordert bundesweite Regelung gegen Katzenleid

Der Verein Straßenkatzen Balingen hat eine Forderung an die Politiker in Berlin: Eine flächendeckende Kastrationspflicht. Dazu haben sie das „Schreiben für die Katz“ aufgesetzt.
Von
Beate Marschal
Oberndorf
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Der Verein Straßenkatzen Balingen fordert eine bundesweite Kastrationspflicht von Freigänger-Katzen.

Pixabay

Vor allem auf ländlichen Grundstücken, Bauernhöfen und in verwilderten Siedlungen im Zollernalbkreis sollen sich laut dem Verein Straßenkatzen Balingen stille Dramen abspielen: Herrenlose Katzen vermehren sich, ihr Nachwuchs leidet oft an Unterernährung oder anderen Krankheiten. Oft sterben sie.

Um der unkontrollierten Vermehrung entgegenzuwirken – und damit auch dem daraus resultierenden Tierleid – hilft laut der Vorsitzenden Irmgard Löffler nur eins: Eine Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen. „Das ist die einzig wirksame Methode, um das Katzenelend zu stoppen“, so die Vorsitzende von Straßenkatzen Balingen. Der Verein wurde im Januar diesen Jahres gegründet und hat derzeit acht Mitglieder.

„Viele Tierhalterinnen und Tierhalter lassen ihre Freigänger nicht kastrieren – aus Unkenntnis, Sorglosigkeit oder weil sie die Kosten scheuen“, heißt es von Vereinsseite. Sogenannte Katzenschutzverordnungen regeln die Kastrationspflicht von Freigänger-Katzen auf kommunaler Ebene. Beispielsweise haben die Städte Hechingen und Schömberg in diesem Jahr Katzenschutzverordnungen mit Kastrations- und Kennzeichnungspflicht eingeführt, ebenso die Gemeinde Rangendingen Ende vergangenen Jahres.

Regelung auf Bundesebene

Doch kommunale Verordnungen reichen den Mitgliedern von Straßenkatzen Balingen nicht. „Eine Regelung auf kommunaler Ebene ist eine Sisyphusarbeit“, meint Roswitha Gladel, Pressesprecherin des Vereins. „Es besteht die Gefahr einer halbherzigen Lösung.“

Deshalb fordert der Verein eine Regelung auf Bundesebene. Balinger Straßenkatzen hat gemeinsam mit der Initiative „Politik für die Katz“ die Aktion „Schreiben für die Katz“ ins Leben gerufen, „um auf das stille Leid unzähliger herrenloser Katzen in Deutschland aufmerksam zu machen – und endlich politische Konsequenzen zu fordern.“

Mit der Aktion ruft der Verein alle Bürger dazu auf, einen Brief auf dem Postweg an ihren Bundestagsabgeordneten zu senden. „Ziel ist es, politischen Druck aufzubauen und klar zu zeigen, dass die Bevölkerung eine flächendeckende Lösung gegen das Katzenleid fordert“, erklärt Gladel.

Gesetzliche Basis schaffen

Welcher Bundestagsabgeordnete für welches Gebiet zuständig ist, erfahren die Teilnehmer der Aktion bei Unkenntnis auf der Homepage des Vereins. Dort findet sich auch ein Musterschreiben. „Wichtig ist es, den Brief mit der Post zu senden, damit die E-Mails nicht im Spam-Ordner landen“, bemerkt Gladel. Mitmachen könne jeder, der in Deutschland lebt, auch außerhalb des Zollernalbkreises.

In der Umsetzung ihrer Forderungen sehen die Vereinsmitglieder wiederum die Kommunen oder gar den Landkreis in der Pflicht. „Erst einmal muss die gesetzliche Basis geschaffen werden, dann müssen die Kommunen sich um die Umsetzung kümmern“, so die Forderung von Gladel und ihren Mitstreiterinnen.

Schreiben an Bundespolitiker

Die ersten Schreiben haben bereits Bundespolitiker erreicht, doch eine Rückmeldung hätten die Initiatoren noch nicht erhalten. „Jetzt geht es darum Zahlen zusammenzutragen“, meint Gladel. Hotspots gebe es überall, zuletzt seien 15 Katzen in Dormettingen gesichtet worden, die offenbar herrenlos sind. Dabei ist der Verein auf Hilfe angewiesen: Wer immer wieder dieselben freilebenden Katzen sieht, die sich möglicherweise sogar unkontrolliert vermehren, soll diese an den Verein melden.

https://politik-fuer-die-katz.de/kurznachrichten/schreiben-fuer-die-katz/

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