St. Patricius Heiligenzimmern: Führungen durch die Kirchen-Baustelle

Ein Gerüst füllt den Innenraum der Heiligenzimmerner Kirche aus.
SchnurrDie aufwendige Sanierung des Dachtragwerks der neugotischen Pfarrkirche St. Patricius zieht mehr und mehr Besucher in ihren Bann. Um die Baustelle allen Interessierten zugänglich zu machen, hat die Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes in Absprache mit der ausführenden Zimmerei Josef Kessler aus Hirrlingen und dem zuständigen Architekten Timo Raible ein Konzept entwickelt, das es ermöglicht Baustellenführungen anzubieten.
In einer circa eineinhalbstündigen Führung erhalten die Führungsteilnehmer einmalige Einblicke in die aufwendige Arbeit aller beteiligten Gewerke. Dabei können die Teilnehmer die Baustelle der Dachtragwerksanierung in der Pfarrkirche St. Patricius hautnah erleben. Nachdem das Dachtragwerk von innen erkundet wurde, wartet der Glockenturm mit den Glocken von St. Patricius darauf, von den Führungsteilnehmern bestaunt zu werden. Im Anschluss haben die Führungsteilnehmer die Möglichkeit das Tudorbogen-Gewölbe, welches als sogenannter gedrückter Spitzbogen ausgeführt ist, von innen zu betrachten und die Arbeit der Restauratoren an der Raumschale zu studieren.
Blick hinter das Gewölbe
Die Baustellenführung bietet die Möglichkeit, hinter das weit gespannte Tudorbogen-Gewölbe in den liegenden Dachstuhl zu blicken. Die Besucher können dabei erkennen, warum das Dachtragwerk in Verbindung mit dem stark einbindenden Gewölbe eine derart besondere Konstruktion ist.
Zudem verdeutlicht die Führung, mit welcher bemerkenswerten und enormen Präzision die Erbauer und Werkmeister der damaligen Zeit die Pfarrkirche erbaut haben. Die Teilnehmer wandeln sprichwörtlich auf den Spuren der Erbauer und Werkmeister des 19. Jahrhunderts, reisen zurück in die Zeit der Erbauung der Pfarrkirche St. Patricius und entdecken, wie weit die Erbauer die Grenzen des Machbaren und der Physik ausgereizt haben.

Die Sanierung des Dachtragwerks war der aufwändigste Teil der Arbeiten.
Foto: Wolf-Ulrich SchnurrDie Initiative zur Erhaltung und Restaurierung des Kirchenschatzes lädt alle Interessierten ein, diese alte und besondere Handwerkskunst zu entdecken.
Organisatorische Hinweise: Aufgrund der Platzverhältnisse im Dachtragwerk können pro Gruppe maximal drei Personen aufgenommen werden. Die Führungsteilnehmer müssen gut zu Fuß sein, da auf der Baustelle keine Gehhilfen erlaubt sind. Die Baustelle ist nicht barrierefrei.
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