Pfarrer Holger Zizelmann
: Wechsel vom beschaulichen Dorf in die Großstadt

Kirche: Leidringer Pfarrer Holger Zizelmann wechselt in die Gemeinde Fasanenhof-Möhringen und nimmt gute Erinnerungen mit
Von
Lorenz Hertle
Oberndorf
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Holger Zizelmann zieht mit seiner Frau Ulrike Zizelmann-Meister weg.Foto: Archiv

Schwarzwälder Bote

Er sei mit seiner Familie vor mehr als 15 Jahren gerne nach Leidringen gekommen, sagt Pfarrer Holger Zizelmann. Im Mai zieht er mit seiner Frau Ulrike Zizelmann-Meister und einem seiner drei Kinder nach Stuttgart: Er übernimmt eine Pfarrstelle in der Großgemeinde Fasanenhof-Möhringen.

Rosenfeld-Leidringen. Dass ein Pfarrer nach einigen Jahren seine Stelle wechselt, sei in der evangelischen Kirche die Regel, sagt Zizelmann. Statt der üblichen zehn oder zwölf Jahre seien es 15 geworden. Seine Frau, mit der er sich die Pfarrstelle für Leidringen und Rotenzimmern teilt, wird in der Klinikseelsorge arbeiten.

Damit schließt sich ein Kreis, denn Ulrike Zizelmann-Meister und Holger Zizelmann waren vor ihrem Umzug ins Leidringer Pfarrhaus an der Tübinger Uni-Klinik in der Seelsorge tätig. Als das Paar dann Kinder bekam, wechselten sich die Beiden in der Arbeit ab. Davor waren sie ein Jahr lang in den USA in der Klinikseelsorge tätig. Aus diesem Bereich habe er sehr viel für die Gemeindeseelsorge gelernt.

"Dann war ich Dorfpfarrer", erinnert sich Zizelmann, als die Familie nach Leidringen kam. Dort traf er auf ein Gemeinwesen mit Traditionen, Gruppen und Vereinen – "ein Dorf at its best", wie er es nennt. Er nennt viele Höhepunkte. Einer der ersten: das "Glockenfest", als 2008 die vierte Glocke für die Peterskirche gegossen war und auf einem Pferdewagen in einem Festumzug durchs Dorf zur Kirchge transportiert wurde, begleitet vom Bürgermeister, Ortsvorsteher, dem Ortschaftsrat, den Vereinen und der Stadtkapelle.

Es habe sich ein guter Zusammenhalt entwickelt, so Zizelmann. Herausragend für ihn war auch der lange geplante und nicht ganz unproblematische Bau des Jugend- und Gemeindehauses neben der Kirche, das sich zum Mittelpunkt des Lebens der Kirchengemeinde entwickelt hat – bis Corona kam. Zizelmann lobt nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat und seinem Vorsitzenden Jürgen Bachmann, sondern auch die mit dem Team des Johann-Georg-Blocher-Kindergartens und mit den anderen Kirchengemeinden auf dem Kleinen Heuberg.

Wichtig war Zizelmann in Leidringen immer Offenheit und Zugehen auf andere Menschen und ihre Interessen. Daraus resultieren für ihn Dinge wie meditative Andachten, Kirchenkino "mit Popcorn, Bier und einem guten Film" oder Konzerte in der Kirche. Mit offenen Augen will der Pfarrer auch in den beiden Stuttgarter Stadtteilen "mit Hochhäusern und mehrstöckigen Reihenhäusern direkt an der A8 und der B27" unterwegs sein. Ein ermutigendes Detail: Sein künftiger Arbeitsplatz hat eine eigene Stadtbahn-U6-Haltestelle mit dem Namen "Bonhoeffer-Kirche".

Der Abschiedsgottesdienst in Leidringen wird am 2. Mai in der Kleiner-Heuberg-Halle stattfinden. Beteiligt sind die "Jugo-Band" und der Posaunenchor.

Die beiden Töchter studieren, der Sohn kommt mit nach Stuttgart. Zizelmann freut sich auf die Arbeit in einem städtischen Umfeld. Sein Dienst in der Großstadt-Pfarrei wird am 15. Mai beginnen.

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