Ortsvorsteher Bickelsberg: Ortsentwicklung und Glasfaserausbau

Jörg Hengsteler hat bei den Ortschaftsratswahlen die meisten Stimmen in Bickelsberg erhalten und das als Auftrag verstanden, auch das Amt des Ortsvorstehers auszuüben.
SchnurrJörg Hengsteler ist 44 Jahre alt und stammt gebürtig aus dem Rosenfelder Teilort Bickelsberg. Hauptberuflich arbeitet er als Energie-Anlagenelektroniker bei der Netze BW.
Seit vergangenem Herbst ist er als Nachfolger von Günter Rauch Ortsvorsteher. Dass er für dieses Amt vorgeschlagen wurde, war eine logische Konsequenz: Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr holte er 255 Stimmen, die meisten von allen Kandidaten für den Ortschaftsrat.
„Wenn die Leut mich schon wählen, gehe ich davon aus, dass die auch wollen, dass ich das Amt des Ortsvorstehers übernehme“, sagt Hengsteler über diesen Vertrauensvorschuss. Nachdem der Rosenfelder Gemeinderat den Wahlvorschlag am 22. Oktober bestätigt hatte, erfolgte am 13. November seine Verpflichtung.
Ortsentwicklung
Unmittelbar darauf war er bereits mit dem ersten Vorhaben beschäftigt, das ihm sein Vorgänger hinterlassen hatte: Der Ortschaftsrat will ein seit geraumer Zeit zum Verkauf stehendes Gebäude in der Albstraße erwerben, um etwas für die Dorfgemeinschaft daraus zu machen. Hengsteler hat mit den Eigentümern gesprochen, aber bislang ist noch nichts verbindlich entschieden
Stolperfallen
Bald nach Amtsantritt stand er mit Gemeinderäten wegen des stockenden Glasfaserausbaus in Bickelsberg im Austausch: „Da sind gleich die Anlieger auf mich zugekommen.“
Zwischen dem Friedhof in der Vöhringer Straße und in der Engelgasse bis kurz vor der Kirche wurden Leitungen verlegt, aber die Gehwege sind noch immer nicht fertig gerichtet. Die Folge sind Absätze, richtige Stolperfallen: „Es fehlen noch immer drei Zentimeter – das ist schlecht für die Anwohner.“
Der neue Ortsvorsteher suchte nach einer Alternative oder provisorischen Lösung, beispielsweise durch den Bauhof – leider vergeblich. Er macht den Betroffenen keine Hoffnung: Das werde vermutlich an den Kosten scheitern. Bereits seit einiger Zeit prozessiert die Stadt Rosenfeld gegen die Baufirma.
Sanierung 1: Kita
Für das laufende Jahr stehen auf der Prioritätenliste des Ortschaftsrats vorwiegend Sanierungen. So müssen Westgiebel und Boden in der Kita Sterntaler vollends gerichtet werden. „Die Fließen sind total kaputt“, hat Hengsteler selbst in Augenschein genommen.
Sanierung 2: Bürgerhaus
„Die Heizung im Bürgerhaus funktioniert seit Jahren nicht mehr“, berichtet Hengsteler. „Das hat sich 2024 so verschlechtert, dass man eine Woche vor Weihnachten einen neuen Brenner eingebaut hat.“
Die Anlage ist so alt wie das Bürgerhaus selbst, gebaut Ende der 80er-Jahre. Eine umfassende Sanierung ist geboten.
Das Problem dabei: Für den Einbau einer neuen Heizung müsste wohl das Dach abgedeckt werden. An diesem besteht allerdings ohnehin Reparaturbedarf, denn Regenwasser dringt ins Gebäude.
Sanierung 3: Ortsverwaltung
Die Schindelfassade im oberen Teil der Ortsverwaltung ist ziemlich marode. Teilweise drohten Fensterläden herunterzufallen und mussten abgehängt werden. Die Sorge des Ortsvorstehers ist, dass unter den Schindeln noch größere Schäden lauern: „Da kommt noch was“, befürchtet er.
Sanierung 4: Wege
Weil zuerst der Glasfaserausbau abgeschlossen werden muss, sind Wegesanierungen im Innenort nicht möglich. Dafür soll 2025 der Grubenweg in Richtung Brittheim komplett saniert werden: Dieser hat sich hat sich zu den Seiten hin gesenkt, die Trag- und die Asphaltschicht müssen erneuert werden
Ein Anliegen Hengstelers, das der Bauhof bereits umgesetzt hat: Die Gräben entlang der Wege Richtung Großloch und Häsel wurden mithilfe eines Bagger freigeräumt. Die Verdolungen müssen noch durch eine Fachfirma freigespült werden, „aber wenigstens läuft nicht mehr das Wasser über die Wege“. Bei Eiseskälte bestand zuvor Rutschgefahr.
Repräsentation
Die Dorfweihnacht war für Hengsteler die erste Feier im neuen Amt: Er repräsentierte den Ortschaftsrat, der die Fackelstrecke organisiert hatte, und begrüßte die Besucher.
Weil es an Vereinen im Ort nur den TSV und die Feuerwehr gibt, sei die Zahl der Hauptversammlungen und damit der Veranstaltungen, bei denen er ein Grußwort sprechen darf, überschaubar. Wichtiger als öffentliches Auftreten ist dem Ortsvorsteher aber ohnehin, dass die Vorhaben, die er mit dem Ortschaftsrat für dieses Jahr auf den Weg gebracht hat, auch umgesetzt werden.