Neue Aktion: Warum das DRK Zollernalb auf Fördermitglieder angewiesen ist

Das Deutsche Rote Kreuz braucht im Zollernalbkreis neue Fördermitglieder. Deshalb hat der Kreisverband um seinen Vorsitzenden Heiko Lebherz (Dritter von links), den Kreisbereitschaftsleiter Sven Neher (Dritter von rechts) sowie Geschäftsführer Markus Haas (Zweiter von rechts) eine Kampagne gestartet. Alexander Korn (Bildmitte) und Achim Mey (Zweiter von links) unterstützen diese von Seiten der Wirtschaft.
Weiger-SchickDie meisten Kreisbürger haben die auffälligen Plakate und Transparente bestimmt schon gesehen. „Bitte werde Mitglied“, steht in Großbuchstaben in einem Herz auf dem rotem Grund. So freundlich die Aufforderung, so dringlich die Lage: Das DRK Zollernalb ist auf seine Fördermitglieder angewiesen, um vor allem den ehrenamtlichen Bereich zu finanzieren. Dessen Angebot ist vielfältig. Es erstreckt sich von der Hunde-, Drohnen- oder Motorradstaffel über die Berg- und Wasserwacht bis hin zu den so genannten „Helfern vor Ort“.
Der Knackpunkt: Die Zahl eben jener wichtigen Fördermitglieder schwindet immer mehr. „Mit der Kampagne wollen wir stark bleiben für morgen“, betont Heiko Lebherz. Der Haigerlocher Bürgermeister fungiert seit knapp zehn Jahren als Verbandsvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes im Zollernalbkreis. Seit seinem Amtsantritt sei die Zahl der Fördermitglieder von 16 000 auf 12 000 zurückgegangen. Mittelfristig könne das DRK mit dieser Basis seine ehrenamtliche Sparte damit nicht mehr in der angestammten Art und Weise ausstatten.

In den Städten und Gemeinden des Zollernalbkreises machen große Transparente und kleine Plakate auf die Aktion deutlich.
Foto: Weiger-SchickAber eben dieses Ehrenamt werde dringend gebraucht, um im Zollernalbkreis die Menschen zu versorgen. Noch dazu, wo in der Region immer mehr an gesundheitlicher Infrastruktur verloren gehe. Parallel dazu steigt die Zahl der Einsätze laut DRK stetig: von rund 20 000 im Jahr 2015 auf etwa 60 000 aktuell. DRK-Geschäftsführer Markus Haas schickt ein Lob an seine Ehrenamtlichen: „Sie brennen für das, was sie tun.“
Mitglieder als Models
Was das DRK Zollernalb aus diesen Gründen mit Christine Seizinger von Contento PR anpackt? Authentische Social-Media-Aktionen und persönliche Geschichten machen die Bedeutung des Ehrenamts nach außen sichtbar. Die Aktion kommt ohne namenlose Models und beliebige Stock-Fotos aus, sondern setzt echte DRKler aus dem Kreis ins richtige Licht. Zusätzlich zeigen zwei Unternehmer aus der Region bei der Aktion als Testimonials Gesicht für das Ehrenamt: Alexander Korn von Korn Recycling und Achim Mey von Mey Generalbau.
Die Fördermitglieder selbst wiederum profitieren ebenfalls – unter anderem durch mehr Reisesicherheit. Zum Beispiel gewährt das DRK im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit im Urlaub eine weltweite Rückholung für alle im Haushalt lebenden Familienmitglieder und eine 24-Stunden-Arzt-Hotline, wohlgemerkt inklusive Dolmetscher-Service. Fördermitglieder, so lädt Geschäftsführer Haas augenzwinkernd ein, könne jeder werden: „Ab 25 Euro im Jahr.“
Ehrenamt im Wandel
Das DRK
Das Ehrenamt im DRK hat sich in den vergangenen Jahren verändert, das steht für den Kreisverband fest. Die Gründe hierfür seien vielfältig. Kosten würden steigen, unerheblich ob für die Fahrzeuge, die Ausstattung oder die Wartung der Gerätschaften. Zusätzlich gewinne die Daseinsvorsorge eine immer größere Bedeutung, beispielsweise durchs Überbrücken von Versorgungslücken, wie sie gerade durch Ärztemangel entstünden. Einen Schwerpunkt setzt das DRK in der Jugendarbeit. Die Corona-Pandemie, darin sind sich die Verantwortlichen einig, habe die Lage des Ehrenamts zusätzlich verschärft. Außerdem hätten die Menschen heutzutage ein verändertes Freizeitverhalten, was mitunter zu mehr Unfällen führe. Das „Wunschmobil“ ist für das DRK Zollernalb ein „Glücksmoment“. Es erfüllt schwerkranken Menschen besondere Wünsche.