Mountainbiketeam Killertal Rider
: Das härteste Etappenrennen der Welt

Viele kapitulierten auf den 700 beinharten Kilometern der „Absa Cape Epic“ in Südafrika. Albert Rundel und Eberhard Möck machten dem Namen Team Killertal dagegen alle Ehre.
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(red/pm)
Oberndorf
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Über steinige, staubige Pisten in der Hitze bergauf. Albert Rundel (vorn) und Eberhard Möck kämpften sich beim „Absa Cape Epic“ mit zusammengebissenen Zähnen vorwärts. Andere kapitulieren bei dem Mountainbike-Etappenrennen in Südafrika. Es gilt als eines der härtesten, wenn nicht das härteste der Welt.

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Die „Absa Cape Epic“/Südafrika gilt als das härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt – und wer einen Blick auf die Zahlen wirft, versteht warum: 725 Zweierteams aus 58 Nationen gingen an den Start. Nur 521 davon erreichten das Ziel in Stellenbosch. Der Rest wurde ausgesiebt: vom Terrain, vom Wetter, vom gnadenlosen Zeitlimit. Willkommen bei einem Rennen, das keine Fehler verzeiht!​

Ausgetragen wurde das achttägige Spektakel durch die Wildnis der südafrikanischen Western Cape. Zu bewältigen waren 707 Kilometer, 15.900 Höhenmeter, somit acht Tage am absoluten Limit.

Mitten im Feld: Albert Rundel aus Starzeln und Eberhard Möck aus Willmandingen vom Mountainbiketeam Killertal Rider. In der Kategorie „Great Grand Masters“ stellten sie sich gemeinsam mit 14 weiteren Teams der Herausforderung.

Nicht nur Kilometer und Höhenmeter fördern

Wie bei jedem ihrer Rennen traten sie auch dieses Mal in eigens designten und gefertigten Trikots der Marke Killertaler an – ein unverkennbares Markenzeichen, das Teamgeist und Leidenschaft sichtbar macht.

Bei der Cape Epic sind es nicht nur Kilometer und Höhenmeter, die den Unterschied machen. Es sind die Trails, also Strecken. Sie stellen sich den Bikern verblockt, verwurzelt und technisch extrem anspruchsvoll in den Weg. „Bergauf kosten sie Kraft ohne Ende, bergab fordern sie höchste Konzentration. Ein Fehler – und das Rennen kann vorbei sein. Es ist ein permanenter Kampf gegen Strecke, Material und sich selbst“, sagt Albert Rundel.

Hitzeschlacht in Montagu

Die erste echte Prüfung ließ nicht lange auf sich warten. Bereits auf der Auftaktetappe in Montagu kletterte das Thermometer auf 37 Grad. Es war eine Hitzeschlacht, die viele Teams eiskalt erwischte.

Von den 15 gestarteten „Great Grand Masters“-Mannschaften blieben nach Tag eins nur noch zehn übrig. Auch Rundel und Möck waren nicht optimal akklimatisiert. Doch sie kämpften mit Köpfchen. Ein mit Eiswürfeln gefüllter Socken im Nacken wurde zum improvisierten Lebensretter. So retteten sie sich durch den ersten Härtetest.

Gantouw: Radeln unmöglich

Nicht jeder Abschnitt der Cape Epic lässt sich im Sattel bewältigen. Auf der Königsetappe (134 Kilometer, 2.750 Höhenmeter) von Greyton nach Stellenbosch wartet der historische Gantouw-Pass mit einer rund einen Kilometer langen Tragepassage auf die Fahrer. Kein Überwinden, kein Umfahren. Wer hier ankommen will, muss sein Rad schultern und zu Fuß weiter. Ein Relikt aus der Pionierzeit Südafrikas, heute eine der charakteristischen Prüfungen des Rennens.

Die Wetterprognose für Tag fünf versprach milde 20 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Die Realität sah anders aus: Eine halbe Stunde nach dem Start öffnete der Himmel seine Schleusen. Staub wurde zu Schlamm, Trails zu Rutschbahnen. Stundenlang kämpften sich die Fahrer durch Regen, Kälte und Dreck. Die Finger wurden taub, die Beine schwer, die Moral pegelte am Limit.

Tränen im Zielbereich

Das Zeitlimit von 10 Stunden und 15 Minuten wurde zum gnadenlosen Richter. Viele Teams scheiterten. Im Zielbereich flossen Tränen, Startnummern wurden entfernt. Aus und vorbei.

Nicht so bei den Killertal Ridern. Sie hatten ihre Kräfte eingeteilt, da sie wussten: Heute entscheidet sich alles. Nach 9 Stunden und 15 Minuten rollten sie ins Ziel. Eine starke Leistung.

Traumhafte Weinregion

Die letzten beiden Etappen rund um Stellenbosch boten eine verdiente Belohnung nach den Strapazen: „Traumhafte Landschaften, spektakuläre Trails, Mountainbiken in seiner reinsten Form. Flowige Abfahrten, technisch anspruchsvolle Passagen, atemberaubende Ausblicke über die Weinberge der Western Cape. Es ist ein Paradies auf zwei Rädern“, schwärmen Rundel und Möck noch nachträglich. „So etwas haben wir weltweit noch nicht erlebt.“

Abschließend Platz 6

Mit einer Gesamtzeit von 50:02:30 Stunden belegten die Killertal Rider abschließend Platz 6 in der Kategorie „Great Grand Masters“ und Rang 419 im Gesamtklassement unter den 521 Finishern aus 58 Nationen.

Seit 35 Jahren im Radsport dabei

In Planung
 Eberhard Möck ist Jahrgang 1966, Albert Rundel 1962. Sie starteten in der Altersklasse Great Grand Masters. Beide sind 35 Jahre im Radsport aktiv. Möck arbeitet im Berufsleben als selbständiger Schlosser, Rundel ist im Vertrieb einer Firma für Messtechnik tätig. Die nächste radsportliche Herausforderung ist noch nicht entschieden. Ganz oben stehen auf der Liste der Möglichkeiten das viertägige MTB-Rennen Wild Bear in Serbien (wildbearmtb.com/about/) in diesem Jahr und im kommenden die Titan Forest in Patagonien/Chile Argentinien (titanforestpatagonia.titanworldseries.com/en/). Das Team Killertal dürfte unseren Lesern bekannt sein, unter anderem nahmen Mitglieder jeweils erfolgreich an der Desert Dash in Namibia oder an der Bike Transalp über die Alpen teil.

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