Magen-Darm-Fälle in Rottenburg: Wie sicher sind die Wasserspiele in Balingen?

Wasserspiel in Balingen: Eine Desinfektionsanlage soll Verunreinigungen verhindern.
Silke ThiercyKleine Kinder tapsen und sausen durch die Wasserfontänen am hinteren Kirchplatz, sie lachen und kreischen vor Vergnügen über die willkommene Abkühlung an heißen Sommertagen. Dass Wasserspiele krank machen könnten, wie nach einem Vorfall in Rottenburg bekannt ist, besorgt die Eltern.
Ob es beim Spielen im kühlen Nass tatsächlich Grund zur Sorge gibt, beantwortet die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion.
Seit wann sind die Wasserspiele in Balingen in Betrieb?
Der Wasserlauf in der Fußgängerzone mit seinen Mühlrädern und Schleusen wurde 1998 eingeweiht. Das Wasserspiel hinter der Kirche ist seit 2017 in Betrieb. Gekostet hat dieses 200 000 Euro, wie der Pressesprecher der Stadt Balingen, Dennis Schmidt, weiß. Die Kosten für den Wasserlauf konnten nicht mehr ermittelt werden.
Jährlich kostet der Betrieb des Stadtbachs etwa 5500 Euro, das Wasserspiel etwa 4600 Euro. Betriebszeiten beider Anlagen sind bei entsprechenden Wetterbedingungen jeweils täglich von 7 bis 21 Uhr.
Woher kommt das Wasser, wie wird es gereinigt?
Beide Anlagen werden mit Wasser aus dem öffentlichen Netz gespeist. Am Kirchplatz fließt das kühle Nass in einem Kreislauf und wird in einem unterirdischen Reservoir gespeichert. „Bei Bedarf wird automatisch Wasser aus dem Leitungsnetz nachgefüllt“, erklärt Schmidt.
Das Wasser bei den Fontänen wird in einem Sandfilter und mit chlorfreiem Desinfektionsmittel gereinigt.
Der Stadtbach wird wöchentlich mit frischem Wasser befüllt. „Es ist vorgesehen, die technischen Anlagen in der nächsten Zeit zu erneuern“, verrät Schmidt.
Wer kontrolliert die Wasserqualität?
Die Desinfektionsanlage wird ein mal wöchentlich kontrolliert. Bei sehr heißem Wetter schauen die Experten zwei Mal in der Woche auf die Anlage.
„Eine spontane und starke Verunreinigung von außen kann dadurch aber nie mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden“, erklärt Schmidt. Keime oder Bakterien im Wasser sind bei der Stadt bislang nicht gemeldet worden. Die ergriffenen Maßnahmen dienen dazu, dass bei normaler, spielerischer Aufnahme des Wassers durch Kinder keine Probleme auftreten.
Kann man das Wasser aus den Anlagen trinken?
Das Wasser dieser Anlagen erfüllt keine Trinkwasserqualität und sollte daher nicht in größeren Mengen getrunken werden. Ausgenommen sind jene drei Trinkwasserbrunnen am Jugendhaus, in den Erlebnisauen und im Schwefelbadgarten, die die Stadt im Zuge der Gartenschau extra installiert hat.
Eltern sollten entsprechend darauf achten, dass ihre Kinder nicht größere Mengen des Wassers zu sich nehmen, heißt es.
Sollten sich nach dem Spielen im Wasser dennoch Probleme zeigen, die auf das Wasser zurückzuführen sein könnten, sollte die Stadtverwaltung informiert werden – damit diese vorsorglich tätig werden und die Wasserqualität überprüfen kann.