Kulturfestival auf dem Marktplatz: Die „teuerste Band Güterslohs“ heizte in Balingen ein

„The Sazerac Swingers“ brachte Jazz-Stimmung aus New Orleans nach Balingen.
Dennis BreisingerDie volle Bandbreite an durchweg hochkarätiger Musik komplett unterschiedlicher Genres bekamen die durchweg vielen Besucher bei nahezu dauerhaft optimalen Temperaturen auch bei dem diesjährigen Balinger Kulturfestival in den vergangenen zwei Wochen auf dem Balinger Marktplatz zu sehen und zu hören.
Nach einer Salsa-Party mit „Caballo Negro“, „Welthits auf Schwäbisch“ mit „Franz Mayer Experience“, Rock-Musik mit der Cover-Band „Go Ahead“ und zum Teil bei BL best of Vol. 8 mit fünf Bands unterschiedlichster Richtungen, Folk- und Celtic Rock mit „Celtica“ und zum Abschluss gestern dem 3. Balinger Volksmusik- und Schlagerfestival mit Frank Cordes, Wirtschaftswunder und PolkAcht war am Donnerstag eine New Orleans Jazz Party mit „The Sazerac Swingers“ angesagt. „Habt ihr Bock zu feiern?“, warf Gitarrist und Sänger Max C. Oestersötebier zwischenzeitlich in den Raum und bekam die Antwort prompt, denn das Publikum zeigte sich begeistert und ging mit, auch wenn die „Tanzfläche“ vor der Bühne größtenteils eher spärlich besetzt war.
Mit dabei war der „Latin King of New Orleans“
Die laut Oestersötebier „teuerste Band Güterslohs“ lieferte ab und erwies sich als Paradebeispiel, wie Musik vereinen und für multikulturelle Verständigung sorgen kann, denn neben Oestersötebier und dem Schlagerzeuger Georg Kischner, Lars Bechstein an der Posaune und Jonas Rabener (Tenor- und Sopransaxofon) feierte die Schweizerin Lea Randella, die normalerweise als Kontrabassistin in der Combo fungiert, am Piano ihr Debüt bei „The Sazerac Swingers“,
Alexander Cuesta war am Kontrabass und als Gaststar aus den USA war der „Latin King of New Orleans“ Fredy Omar aus Honduras angereist, den die Band auf Tour in New Orleans kennen lernte, der viele wichtigen Latin-Auszeichnungen bekam und der bereits mit Weltstars wie Tito Puente, Cubanisimo und Eddie Palmieri auf den Bühnen dieser Welt zugange war.
Im Vebund mit der Band wurde eindrucksvoll gezeigt, wie Latin Musik gepaart mit Jazz in Perfektion sich anhört.
Ansonsten wurde unter Beweis gestellt, wie der New Orleans Jazz in seiner Geburtsstadt zu erleben ist, nichts war es mit Retro, Revival oder Vintage. Der Geist der goldenen 1920er Jahre wurde vorbildhaft in die heutige Zeit übersetzt, unter anderem mit mehreren Stücken aus dem neuesten, 2021 erschienenen Album „Stylin´ and Profilin“. New Orleans war vor 100 Jahren zweifelsohne die Jazz-Hochburg, doch auch in Deutschland war diese Musik zu diesem Zeitpunkt ein echter Schlager, vor allem in Berlin.
Wehmütig in diese Zeit zurück blickt unter anderem der Podcast „Goldstaub“, dem mit dem gleichnamigen Stück „The Sazerac Swingers“ ein musikalisches Denkmal schufen.