Kreisbrandmeister zum Krisenfall: Was tun, wenn im Zollernalbkreis Strom und Handy ausfallen?

Wenn alle Telefonnetze ausfallen, werden im Zollernalbkreis die Feuerwehrhäuser besetzt. Die Bürger können sich dann an die Feuerwehr wenden.
HahnWenn spontan Krisensituationen auftreten, ist es gut, wenn man sich informiert hat – und zwar bevor sie auftritt, gelassen und in Ruhe.
In welchen Fällen man die Nummer 112 wählt
„Die 112 ist eine Notrufnummer und wird immer dann gewählt, wenn Gefahr für Leib und Leben und somit schnelle Hilfe durch die Feuerwehr oder den Rettungsdienst gefordert ist“, erklärt Sven Röger, der auch die Leitung des Amts für Bevölkerungsschutz innehat.
Wann man Hilfe bekommt
In der Regel so schnell wie möglich: „Jeder Notruf wird abgearbeitet.“ Bei hohem Aufkommen müsse nach Dringlichkeit priorisiert werden, sagt Röger. Daher seine Bitte: „Nicht mehrmals die 112 wählen, denn dies blockiert die Leitungen für andere Notrufe.“
Was man tun kann, wenn der Strom ausfällt, es kein Telefonnetz mehr gibt, und auch kein Notruf abgesetzt werden kann
„Sofern keine Menschen in Gefahr, plötzlich erkrankt oder entsprechende Schäden bekannt sind, einfach in den eigenen vier Wänden bleiben“, empfiehlt der Kreisbrandmeister. „Taschenlampen oder Kerzen geben genügend Licht, im Idealfall ein batteriebetriebenes Radio einschalten.“ Aber Achtung: „Kerzen nicht unbeaufsichtigt brennen lassen und regelmäßig lüften.“
Seien nur einzelne Mobilfunknetze von dem Ausfall betroffen, funktioniere der Notruf weiterhin mit anderen Netzen. Und: „Sollte das Mobilfunknetz insgesamt ausfallen, ist ein Notruf weiterhin über das Festnetz möglich.“ Grundsätzlich könne bei Ausfall der Notrufnummer 112 die 110 angerufen werden. Die Polizei gebe die Notrufe dann an die Leitstelle weiter. „Sofern alle Telefonnetze ausfallen, werden im Zollernalbkreis die Feuerwehrhäuser besetzt“, beruhigt Röger. In Notfällen könnten sich Personen dann dort hinbegeben. „Die Feuerwehren können dann sofort selbst reagieren oder über Funk weitere Hilfe anfordern. Weitere Anlaufpunkte für die Bevölkerung sind in diesem Fall die Polizeireviere.“
Lange Trockenheit, dann plötzlich Starkregen. Bäche können in kürzester Zeit über die Ufer treten und Häuser fluten. Wie verhält man sich richtig?
„Zunächst stellt sich die Frage: Wohne ich in einem Hochwasserrisikobereich?“ Das könne man ganz einfach über die Hochwassergefahrenkarte unter www.hochwasserbw.de nachsehen. sei dies der Fall, „ist es empfehlenswert rechtzeitig Vorsorge zu treffen – konkret mit Hilfsmitteln wie Sandsäcken, Schalbrettern und wasserfesten Sperrholzplatten.“ Manchmal gehe es jedoch unglaublich schnell und man habe wenig Reaktionszeit. Hier gelte: Sobald Wasser eintritt – Kellerräume melden, das sei lebensgefährlich. „Türen können auch bei niedrigen Wasserhöhen zufallen und sind dann durch den Wasserdruck nicht mehr zu öffnen.“ Man solle sich in oberen Geschossen aufhalten und anderen helfen, aber bringen sich selbst nicht selbst in Gefahr bringen.
Einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln – sollte man den zuhause haben?
Röger empfiehlt: „Allgemein ist es ratsam, einen Vorrat zu Hause zu haben.“ Etwa für den Fall, dass bei einem großflächigen Stromausfall die Supermärkte geschlossen blieben oder kein Trinkwasser mehr aus dem Wasserhahn komme. Empfehlenswert sei ein Vorrat für mehrere Tage. Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe am besten sogar für 14 Tage. Infrage kämen Lebensmittel, „die gut haltbar sind und nicht gekühlt werden müssen.“ Wichtig dabei: Genügend Trinkwasser einplanen.“ Ein Erwachsener brauche mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit am Tag.
Warnapps und ihr Nutzen
„Warn-Apps informieren die Bevölkerung fortlaufend in Krisensituationen wie Naturkatastrophen oder Bränden. Die offizielle Warn-App des Bundes nennt sich NINA.“ Individuell könne hier eingestellt werden, für welche Gebiete und Orte man gewarnt werden soll. Weitere Warn-Apps: Katwarn, Biwapp, Warnwetter und MeinPegel. Die Feuerwehr empfehle, sich eine App auf das Smartphone zu laden, um aktuelle Informationen zu erhalten.
Wie man sich noch auf Krisensituationen vorbereiten kann
Zahlreiche hilfreiche Informationen, Ratgeber und Checklisten zur eigenen Vorbereitung findet man auf den Seiten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Internet.