Kitas in Rosenfeld: Stadt sucht im Netz nach Fachkräften

„Der Erzieherinnen-Beruf ist anspruchsvoller geworden“, sagt Harry Maisner (Symbolbild).
Thissen/dpaDie Zahlen im jährlichen Bericht zur Lage der Kindertagesstätten zeigen es schwarz auf weiß: Die städtischen und kirchlichen Einrichtungen im Stadtgebiet sind voll, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung, weil Eltern ihre Berufstätigkeit mit der Betreuung der Kinder unter einen Hut bringen wollen.
Kitas sind überbelegt
307 Plätze sind laut dem Kita-Bericht belegt. Damit sind alle Einrichtungen bis auf den katholischen Kindergarten Heiligenzimmern voll belegt. Nach Angaben von Hauptamtsleiter Harry Maisner macht die Stadt Rosenfeld Gebrauch von der Möglichkeit der Überbelegung: Pro Gruppe dürfen maximal zwei Kinder mehr untergebracht werden. Diese Überbelegung ist für alle kommunalen Kitas beim Kommunalverband für Jugend und Soziales angezeigt worden.
Eine gewisse Entlastung erwartet Maisner von der Erweiterung des Leidringer Kindergartens und der der Eilers-Kita. Zu berücksichtigen ist auch, dass bei Ganztagsbetreuung die Gruppengröße bei Aufnahme eines zweijährigen Kindes um einen Platz reduziert wird. Insgesamt übersteigen die Wartelisten das Angebot an freien Plätzen, besonders bei Krippen- und Ganztagsbetreuung.
Der Beruf sei, so Maisner, auch anspruchsvoller geworden, weil Kinder mehr individuelle Zuwendung benötigten. Das gehe auch bis zur Sprachförderung. Dazu gibt es das Entwicklungsfeld „Sprache“ gemäß den Vorgaben des Orientierungsplans,ferner nehmen einige Erzieherinnen am Programm „BaSik“ (begleitende alltagsintegrierte individuelle Sprachentwicklungsbeobachtung bis zum Schuleintritt) und an „BIKO“ (Bildung im Kindergarten organisieren) teil.
Fachkräfte fehlen
Ein großes Problem sieht Maisner in der Gewinnung von Fachkräften. Es gebe Mehrbedarf aufgrund mehr Ganztagsbetreuung, Altersmischung und verlängerte Öffnungszeiten, nicht zuletzt durch die Leitungsfreistellung aufgrund des „Gute-Kita- Gesetzes“ der früheren Ampelkoalition.
Quereinstieg ist möglich
Die Stadt Rosenfeld bemüht sich, diese Lücken zu schließen und mehr Kräfte zu gewinnen. Eine Möglichkeit sind die Ausbildungsplätze zur praxisorientierte Ausbildung, wie es sie an der Eilers-Kita und im katholischen Kindergarten Heiligenzimmern gibt.
Eine andere ist laut Maisner der Direkt-Einstieg Kita, eine Art Umschulung, gefördert durch die Bundesagentur für Arbeit. Vier berufliche Quereinsteigerinnen werden ab September zwei Jahre lang zur Sozialpädagogischen Assistenz oder drei Jahre lang zur Erzieherin ausgebildet.
Keine sieben Werktage vergehen bis zum Vorstellungsgespräch
Erfreulich ist laut Maisner die Resonanz auf Stellenanzeigen der Stadt im Internet oder auf Instagram. Der Amtsleiter hebt die Schnelligkeit dieses Verfahrens hervor: Nach einer automatisierten Eingangsbestätigung der Bewerbung „vergehen keine sieben Werktage bis zum Vorstellungsgespräch“, so Maisner. Nach dem Gespräch folge das Kennenlernen der Einrichtung.
Anmeldung online
Die Stadt bietet mit „NH-Kita“ eine zentrale Online-Plattform zur Anmeldung von Kitas und zu Betreuungen an. Die Platzvergabe richtet sich nach Kriterien wie Wohnsitz in der Stadt, die Feststellung einer Notwendigkeit zur Betreuung durch das Jugendamt, Berufstätigkeit der Eltern oder Geschwisterkinder in der Einrichtung.