Falschparker, Elterntaxis, Raser: Polizei will verstärkt auf Schulwegen kontrollieren

Damit der Schulweg sicher bleibt, will die Polizei verstärkt kontrollieren. (Symbolfoto)
ULRICH MARXMit dem Start des neuen Schuljahres beginnt für zahlreiche Erstklässlerinnen und Erstklässler im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Reutlingen, unter anderem im Zollernalbkreis, ein neuer, spannender Lebensabschnitt. Noch mehr Kinder und Jugendliche der Folgeklassen kehren nach dem Ende der Sommerferien erwartungsvoll an die Schulen zurück.
Damit ihr Weg zum Lernen so sicher wie möglich wird, legen die Polizeireviere, die Verkehrspolizei sowie die Verkehrsunfallprävention des Polizeipräsidiums Reutlingen zusammen mit ihren Partnern und in enger Kooperation mit den Landratsämtern und Kommunen ab kommendem Montag wieder ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheit der Schwächsten im Straßenverkehr.
Dabei werden im Rahmen der Aktion „Sicherer Schulweg“ auch im Zollernalbkreis Aufklärung und Sensibilisierung einerseits und aufeinander abgestimmte Kontrollmaßnahmen andererseits ineinandergreifen.
Gerade nach der Einschulung oder den Sommerferien kommen auf die Kinder und Jugendlichen viele spannende Eindrücke zu, die von den Gefahren des Straßenverkehrs ablenken, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Insbesondere bei Erstklässlern wird dieses Risiko noch durch den Umstand verstärkt, dass sie über nur sehr wenige Erfahrungen im Straßenverkehr verfügen und ihr Verhalten kaum vorherzusehen ist. Daher haben die anderen Verkehrsteilnehmer eine ganz besondere Verantwortung für die Minimierung der Unfallgefahren.
Auch Falschparker stehen im Fokus
Oberstes Gebot ist es laut Polizei, auf die Kleinen Rücksicht zu nehmen, die Geschwindigkeit zu reduzieren und stets bremsbereit zu sein. Dies werde in den kommenden Wochen auf den Schulwegen, an Fußgängerüberwegen und vor Bushaltestellen wieder intensiv überwacht.
Besonders gefährlich für junge Schülerinnen und Schüler sei das Überqueren der Fahrbahn. Sie selbst sehen zwischen geparkten Autos aufgrund ihrer Größe recht wenig und werden von anderen oft erst wahrgenommen, wenn sie schon auf der Fahrbahn stehen. Diese Gefahr werde durch unbedachtes Falschparken auf Geh- und Radwegen, an Kreuzungen, Bushaltestellen oder gar auf Fußgängerüberwegen verschärft. Ein scheinbares „Kavaliersdelikt“ könne so auf dem Schulweg schnell zu einer erheblichen Gefahr werden, mahnt die Polizei. Deshalb werde bei den anstehenden Kontrollen auch auf den ruhenden Verkehr geachtet.
Ein Kind im Auto vorschriftsmäßig zu sichern, sei die Strecke auch noch so kurz, ist ein absolutes Muss. Denn Sicherheitsgurte und Kinderrückhaltesysteme sind im Ernstfall lebensrettend. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 „wiegt“ jeder Insasse kurzzeitig das 30-fache seines Körpergewichts. Ohne passenden Kindersitz haben Kinder ein siebenfach höheres Risiko, schwerste oder gar tödliche Verletzungen zu erleiden.
Polizei rät von Elterntaxis ab
Die korrekte Sicherung der Kinder im „Eltern-Taxi“ wird aus diesem Grund ein Schwerpunkt der Kontrollaktion sein. Außerdem ist es laut Polizei grundsätzlich sinnvoller, die Kinder ihren Weg in den Unterricht selbstständig zurücklegen zu lassen. Denn die Schulwege spielen in der Mobilitätsentwicklung der Kinder und Jugendlichen eine bedeutende Rolle. Und überfüllte, für Kinder unübersichtliche Schulparkplätze, auf denen durch kreuz und quer haltende Autos zusätzliche Gefahrensituationen entstehen, werden überdies vermieden. Die Polizei rät daher von „Eltern-Taxis“ ab.
Einen weiteren Fokus richtet die Polizei auf Schülerinnen und Schüler, die schon mit dem eigenen „Fahrzeug“ unterwegs sind. Insbesondere mit jungen Radlerinnen und Radlern werden die Beamten das Gespräch suchen, für ein verkehrsgerechtes Verhalten und das so wichtige Tragen eines Fahrradhelms werben sowie auf die verkehrssichere Ausstattung der Fahrräder achten. Letzteres sollte auch von den Eltern regelmäßig überprüft werden.
Besonders Erwachsene sind für Kinder und Jugendliche Vorbilder und können durch ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr zu mehr Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler beitragen. Eltern können zusätzlich einiges tun, damit ihr Kind wohlbehalten zur Schule und wieder nach Hause kommt. Die Polizei empfiehlt, gemeinsam mit den Sprösslingen den möglichst sichersten Schulweg zu erkunden, sie mit den Gefahren vertraut zu machen und verkehrsgerechtes Verhalten zu üben.
Damit ihre Kids besser gesehen werden, sollten Eltern gerade in der nun kommenden, dunklen Jahreszeit darauf achten, dass sie hell und möglichst auffällig gekleidet sind. Reflektierende Kleidung erhöht die Erkennbarkeit und damit die Sicherheit.