Charles Knie in Balingen
: „Zirkus ist ein bisschen wie Tik Tok“

Bunt, schnell und unterhaltsam: Der Zirkus Charles Knie schlägt bis Dienstag, 2. September, in Balingen seine Zelte auf.
Von
Jessica Müller
Oberndorf
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Die Artisten freuen sich bereits auf ihre bevorstehenden Vorstellungen in Balingen.

Jessica Müller

Noch am Mittwochabend stand das Zirkuszelt in Tübingen, nach Ende der letzten Show um 19 Uhr ging es direkt weiter in Richtung Balingen. „Da haben wir direkt mit dem Aufbau angefangen und über Nacht aufgebaut“, erzählt Zirkusdirektor Sascha Melnjak im Gespräch mit unserer Redaktion.

Gegen Donnerstagmittag stehen die beiden Zelte bereits, am Freitagmittag soll der komplette Aufbau abgeschlossen sein. Dazu werden rund 60 Mitarbeiter gebraucht. „Von Elektrikern, Tontechnikern , Requisiteuren bis hin zu den vier Bühnenbeauftragten, sind ganz unterschiedliche Berufe vertreten“, erzählt Melnjak.

31 Mal wird das Zelt in diesem Jahr auf- und wieder abgebaut. Über 40 Sattelauflieger führen dazu eine wahre Materialschlacht von Stadt zu Stadt. Das Zelt und die Sitzeinrichtung für 1260 Personen, die Sound- und Lichttechnik sowie die große Wassermanege benötigen für ihren Transport jede Menge Platz.

Von Hamburg über Bielefeld bis nach Balingen und weiter in Richtung Alb reist der Zirkus durch ganz Deutschland. Rund 350 Shows zeigen die Artisten von März bis September.

Balinger freuen sich auf die Vorstellungen

Wie viele Besucher zu den Shows kommen sei teilweise recht unterschiedlich: „Es gibt Regionen, da kommen selbst bei 35 Grad extrem viele Zuschauer, wie zum Beispiel dieses Jahr in Rottweil“, so Melnjak. In fünf Tagen habe man knapp 10 000 Besucher begrüßt.

„In Tübingen war das Interesse dagegen eher etwas verhaltener“, erzählt er. Und in Balingen? „Hier läuft der Vorverkauf extrem gut an“, sagt der Zirkusdirektor. Das lasse sich anhand der Online-Käufe auch relativ gut prophezeien, da seit der Corona-Pandemie nur noch die wenigsten ihre Karten direkt an der Zirkuskasse kaufen, so Melnjak.

Es sei wichtig, immer wieder dieselben Städte zu besuchen, um sich einen Namen zu machen. „Wir versuchen spätestens alle drei Jahre in die gleiche Stadt zu kommen, damit die Leute uns auch kennen.“

Beim Aufbau darf man keine Höhenangst haben.

Foto: Jessica Müller

Die Show sei jedes Mal eine andere. „Das ist ein bisschen wie Tik Tok“, meint der Zirkusdirektor. „Wir haben viele verschiedene Darbietungen, die kurzweilig, bunt und sehr abwechslungsreich sind.“ Diesmal im Programm: Das italienische Paar Veronika und Paolo Ernesto auf Rollschuhen, Clown Michael Cadima aus Portugal – nicht der klassische Clown mit der roten Nase – sowie die portugiesische Truppe „Argendance“.

In kürzester Zeit steht das Zirkuszelt auf dem Balinger Messegelände.

Foto: Jessica Müller

Eine Besonderheit sind die 14 Künstler der chinesischen „Dezhou Acrobatic Troupe“. „Ein Glücksgriff, denn die chinesische Zirkuskunst ist einfach die beste der Welt. Dass das nun möglich wird, daran haben wir jahrelang gearbeitet“, so Melnjak. Gute Kontakte und viel Vertrauensarbeit waren erforderlich, denn die staatseigenen chinesischen Zirkusschulen entsenden ihre Artisten nur äußerst selten für ein ganzjähriges Engagement.

Mit an Bord sind vor allem junge Artisten, betont der Zirkusdirektor. „Das sorgt für eine extrem lebendige Energie“, findet der Zirkusdirektor.

100 000 Liter Wasser durch 300 Pumpen

Ebenfalls eine Besonderheit: Die große Show-Bühne, die bei jeder Show rund 100 000 Liter Wasser durch 300 Pumpen bewegt. Sie ist auf drei Ebenen hydraulisch ausfahrbar und mit unzähligen Lichteffekten bestückt.

„Das Wasser wird hierfür aus dem Hydrant auf dem Messegelände entnommen und mit der Stadt abgerechnet“, erzählt Melnjak. „Für die Shows wird es unter der Bühne in einem Sammelbecken aufgegangen und immer wieder verwendet. Nach der letzten Show wird es auf die Wiesen geleert und so dem natürlichen Wasserkreislauf wieder hinzugefügt.“

Tiere gibt es so gut wie keine mehr. Auf der Bühne mit den zahlreichen Löchern könnten sie nicht auftreten. „Nur Hunde und Papageien haben wir noch in unserer Show“, so der Zirkusdirektor.

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