Burladinger Ferienspiele
: Warum eine Ideengeberin „total glücklich“ ist

Zum ersten Mal in diesem Jahr gibt es im kleinen Burladinger Teilort Stetten eigene Ferienspiele. Vom 26. Juli bis 16. August. Wir ziehen eine Halbzeitbilanz und sprachen mit Eltern, Betreuern und mit der Ideengeberin, Ortsvorsteherin Sandra Schäfer.
Von
Erika Rapthel-Kieser
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Da ist Bewegung drin: Beim Partytanz-Kurs Teil I im Probelokal des Musikvereins in der Grundschule, rücken die Instrumente in den Hintergrund und es hält niemanden mehr auf den Stühlen.

Rapthel-Kieser

„Sollen wir die Pyramide noch mal machen und Du kannst noch mal fotografieren?“, fragt mich eines der 14 Mädels in deren Partytanzkurs ich so unverhofft hineingeplatzt bin. Sie ist stolz darauf, was sie und ihre Kameradinnen da an einem Vormittag hingekriegt haben.

„Das war schon beim ersten Mal ganz toll!“, bestätige ich ihr. Da kommt ein kecker Einwurf von der Seite: „Wir sind ja auch schon seit heute morgen um 9 Uhr dran“, sagt eine der jungen Partytänzerinnen im Brustton jener Überzeugung, dass sich Üben immer auszahlt. Die Betreuerinnen Lisa Hofmeier, Nele Fritz und Jule Schmid müssen auch schmunzeln, eine zwinkert mir zu.

Den Hut ziehen vor so viel Einsatz

Ja, sie haben selber Spaß daran, den Mädels zwischen 5 und 15 Jahren die Tanzschritte beizubringen, Koordination zu lehren und sich mit den Kindern im Team zu bewegen. Dass viele Eltern, die sich Urlaub entweder nicht leisten können oder später erst abfahren, ihre Kinder bei den Ferienspielen gut aufgehoben wissen, dass bestätigen mir zwei Mütter, die sich draußen neben der Schule miteinander unterhalten.

Zig Helfer sind im Einsatz – und das unentgeltlich

Und: Auch wenn sie selber aus Stetten sind, so ziehen sie den Hut vor so viel ehrenamtlichem Engagement, das ihr Dorf mit den Vereinen und den Machern aus Ortsverwaltung und Kirche da auf die Beine gestellt hat. Zig Helfer sind da unentgeltlich im Einsatz, bieten den Kindern von Sportevent, über Kräuterkunde und kreatives Töpfern bis hin zum Modellfliegen oder Insektenhotels bauen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm. „Da ist wirklich für jeden was dabei“, sagt Lisa Hofmeier.

Der Bruder in der Bärenhöhle

Ihr Partytanz-Angebot ist nicht mal der einzige Programmpunkt an diesem Tag. Abends geht es unter dem Motto „Im Dunkeln ist gut Munkeln“ mit Stirnlampe und ortskundigem Führer in die nahe gelegene Touristenattraktion, die Bärenhöhle. „Da geht dann mein Bruder mit“, erzählt mir eines der Mädels. Für jeden aus der Familie halt was dabei.

Initiiert hat diese ersten Stettener Ferienspiele Ortsvorsteherin Sandra Schäfer, die auch im „Förderverein Stetten u. H. bewegt“ vorne mit dabei ist. Sie hat gleich das Gemeindeteam der römisch-katholischen Kirche von St. Sylvester und die Pastoralreferentin Ottilie Bitschnau mit ins Boot geholt, danach kamen Sponsoren und viele Vereine. Dann wurde in einer Auflage von 250 Exemplaren ein 30-seitiges Heft gemacht, in dem alle Infos für Eltern, die Termine, die Orte, die Unkostenbeiträge und die ausführenden Vereine aufgereiht und mit vielen Bildern versehen sind. Als das im Dorf verteilt wurde, ging es los und viele Anmeldungen trudelten ein.

„Es ist einfach nur schön“

Dass die Ferienspiele gleich auf Anhieb so ein Renner werden, das hätten selbst die nicht gedacht, die seit Monaten viel Zeit und Energie in die Vorbereitung investieren. „Ich bin total glücklich! Eine Idee verwirklicht zu sehen, die schon einige Zeit im Kopf herumschwirrt, ist einfach nur schön. Und dafür kann ich mich bei allen, die die Projekte anbieten, einfach nur bedanken. Es läuft super, bisher habe ich nur zufriedene Gesichter angetroffen - egal ob Kinder oder Erwachsene“, sagt Schäfer voller Begeisterung und fügt hinzu: „Aber wir werden nach den Ferien noch ein Feedback von den Veranstaltern abfragen.“

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.