Bunker im Zollernalbkreis: Wo es früher überall Schutzräume gab

In Zeiten russischer Luftangriffe auf Städte in der Ukraine sind manche hierzulande beunruhigt, und die Älteren erinnern sich an die Zeit des Zweiten Weltkriegs mit Bombardements auf deutsche Städte, Fliegeralarm und Flucht in die Luftschutzkeller.
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Zollernalbkreis - In Zeiten russischer Luftangriffe auf Städte in der Ukraine sind manche hierzulande beunruhigt, und die Älteren erinnern sich an die Zeit des Zweiten Weltkriegs mit Bombardements auf deutsche Städte, Fliegeralarm und Flucht in die Luftschutzkeller.
Daten über Schutzräume im Internet
Weil es Ende der 1990er- und zu Beginn der 2000er-Jahre zu unwahrscheinlich schien, dass in Deutschland so etwas wieder passiert, wurden die nach dem Krieg ausgebauten zivilen Schutzräume "entwidmet". Doch einige von ihnen sind noch vorhanden, wie auf der Internetseite www.geschichtsspuren.de nachzulesen ist. Dort werden Schutzräume für die Zivilbevölkerung deutschlandweit aufgelistet.
Standorte Balingen, Albstadt, Meßstetten, Schömberg, Grosselfingen
Einige Einträge früherer Schutzräume in der Datenbank des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) weisen auch in den Zollernalbkreis. Dort aufgeführt ist unter anderem in der Hirschbergstraße die Tiefgarage des Balinger Landratsamts, die als Schutzraum 592 Plätze bieten sollte. In Ebingen findet sich eine Mehrzweckanlage in der Bildstockstraße 3 mit 937 Plätzen, in Grosselfingen ein Schutzraum in der Bisinger Straße mit 240 Plätzen, der einem Autohaus als Lager dient. Für Schömberg stehen gleich vier Einträge in der Liste: in der Alten Hauptstraße 12, in der Dorfgasse 8, im Römerweg 9 und eine Mehrzweckanlage in der Rottweiler Straße 4 mit 162 Plätzen, die als Hotel-Tiefgarage genutzt wird. Meßstetten weist eine Anlage unterhalb des Rathauses mit 1608 Plätzen auf.
Bunker "Martin" nur fürs Militär
Der Meßstetter Bunker "Martin" auf dem Geißbühl am Rand des Truppenübungsplatzes war nur für militärische Zwecke und nicht für den Bevölkerungsschutz gebaut worden. Er wurde als Luftwaffenkampfführungsanlage von 1960 bis 1963 errichtet und diente bis Oktober 2013 zuletzt dem Einsatzführungsbereich 1 als Kontrollzentrum für die militärische Luftraumüberwachung mit dem Funkrufnamen "Sweet Apple". Danach wurde die Anlage stillgelegt und der Einsatzführungsbereich aufgelöst.
Im Kreisarchiv finden sich mehrere Dokumente und Videos über den Bunker "Martin" sowie Nachweise über Luftschutzräume aus dem Zweiten Weltkrieg sowie Bunker im Zementwerk Dotternhausen und solche des Unternehmens "Wüste". Verwiesen wird auch auf Meldungen der Gemeinden des Zollernalbkreises zum Thema "Nutzbarmachung" öffentlicher Schutzbunker "für einen kürzeren Aufenthalt" aus dem Jahr 1959 und vom Dezember 1977.