Barrierefreiheit im Zollernalbkreis
: Viel Streitereien wegen Parkens auf Gehwegen

Demokratiebildung und soziales Engagement standen im Vordergrund der Sitzung des erstmals in diesem Jahr abgehaltenen Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales.
Von
Sabine Stotz
Oberndorf
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Josef Ungermanns größter Wunsch ist, dass ein barrierefreies Umfeld die Normalität wird.

Steffen Maier

Bei der Sitzung des Schul-, Kultur und Sozialausschusses Anfang der Woche wurde zunächst Christoph Abt als Leiter und Koordinator des Kreismedienzentrums (KMZ) für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.

Das KMZ wird in einer Mischfinanzierung vom Land Baden-Württemberg und vom Kreis getragen. Aufgabe ist es, Lehrmaterialien in zunehmend digitaler Form, sowohl für Schülerinnen und Schüler, als auch für Lehrkräfte anzubieten.

Darüber hinaus werden Kinder und Jugendliche an wichtige Technologien wie beispielsweise Roboterprogrammierung herangeführt. Dem KMZ kommt dabei die wichtige Aufgabe zu, den Jugendmedienschutz ebenso zu beachten wie den Spaß an Neuem, Digitalem zu wecken.

Abt stellt sogenannten Schulavatar vor

Auch in Bezug auf die Demokratiebildung, konkret im Bereich Fake News ist das KMZ aktiv. Hierzug bietet es viele Unterrichtsmaterialien, Lehrerfortbildungen und Elternabende. Darüber hinaus stellte Abt kurz einen sogenannten Schulavatar vor.

Davon gibt es derzeit im Zollernalbkreis zwei Exemplare. Es handelt sich dabei um einen kleinen Roboter, der stellvertretend für den Patienten oder die Patientin in der Schule steht und so etwas wie der Mund, die Augen und Ohren des Kindes ist.

Mit einer integrierten Kamera, einem Lautsprecher und Mikrofon ausgestattet, kann sich der Patient oder die Patientin mit ihm live zum Unterricht zuschalten. Die jungen Langzeitpatienten sind so wenigstens teilweise im Unterricht dabei.

Die neuen Angemessenheitsgrenzen für die Kosten der Unterkunft und Heizkosten, die ab dem ersten April für Bürgergeldbezieher gelten, wurden vom Gremium ohne weitergehende Fragen und Anregungen zur Kenntnis genommen. Der ausführliche Bericht zu diesem Thema warf offenbar keinerlei Fragen auf.

Ziel: barrierefreier Landkreis

Anders jedoch der Bericht des ehrenamtlichen kommunalen Behindertenbeauftragten, Josef Ungermann. Er schilderte dabei ausführlich seine Aufgaben und Tätigkeiten. Es sei ihm besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass Barrieren auch Einschränkungen beim Hören und Sehen bedeuten können.

Deshalb plädierte er für entsprechende digitale Angebote. Häufig habe er es darüber hinaus mit Streitereien zu tun, die das Parken auf Gehwegen beträfen. Das beginnt oft mit den Bebauungsplänen, in denen taktile Leitsysteme fehlten. Das Ziel sei es jedoch barrierefreier Landkreis zu werden. Dafür sei es notwendig mit den Augen beeinträchtigter Personen zu sehen.

Nach seinem größten Wunsch gefragt, sagte Josef Ungermann:„ Dass ein barrierefreies Umfeld die Normalität wird.“ Zu Gast war in der Ausschusssitzung auch Petra Nann vom Verein „Wir im Ländle“. Der Verein, dessen Schirmherr Landrat Günther-Martin Pauli ist, hilft Menschen in Baden-Württemberg, die in Not geraten sind. Ebenso unterstützt er Kinder, die in Flüchtlingscamps nahe der syrischen Grenze leben.

Joachim Steyer (AfD): können nicht überall Geld zuschießen

Auf der Homepage des Vereins heißt es: „Wir sind davon überzeugt, dass wir Menschen durch humanitäre und direkte Hilfe zu einem würdevolleren Leben verhelfen können.“ Nach dem ausführlichen Vortrag von Petra Nann hatten die Ausschussmitglieder die Gelegenheit, sich dazu zu äußern.

Joachim Steyer (AfD) erklärte, er sei der Meinung man könne nicht überall Geld zuschießen, solange es Missstände im eigenen Landkreis zu beheben gelte. Kreisrat Werner Beck von der Freien Wähler Vereinigung wollte und konnte das so nicht stehen lassen.

Er sagte, an die Adresse der AfD gerichtet: „Ich vermisse Empathie in ihrer Fraktion.“ Er habe sich deshalb vorgenommen zu Äußerungen dieser Art nicht mehr zu schweigen.

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