Balingen: Schweres Leben auf der Scholle

Jungbauer Philipp Kienle und sein Vater Konrad stehen vor dem Scheunentor auf ihrem Hof in Laiz. Der Dokumentarfilm "Sauacker" beschreibt die Nöte der bäuerlichen Landwirtschaft. Foto: Verleih
Schwarzwälder-BoteBalingen. Der Dokumentarfilm "Sauacker" erzählt den hindernisreichen Weg von Jungbauer Philipp, der mit viel Verve versucht, den verstaubten Bauernhof seines Vaters zu übernehmen. Der Film wird am Mittwoch, 25. Juni, um 20 Uhr im Balinger Bali-Kino als Vorpremiere gezeigt; anschließend läuft er im regulären Programm. Charmant, witzig und ganz nah am Leben zeichnet dieser Dokumentarfilm die beiden eigensinnigen Helden, die die Zuschauer durch komische Verwicklungen und die Ironie der wahren Verhältnisse einen kurzweiligen Blick auf die Realitäten der Gesellschaft ermöglichen.
"Wachse oder weiche" wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt: Das Einzige, was auf dem vordergründig idyllischen Hof der schwäbischen Bauersfamilie Kienle aus Laiz (Kreis Sigmaringen) verlässlich wächst, sind die Schulden.
Der 30-jährige Jungbauer Philipp drängt darauf, auf dem fast 300 Jahre alten Hof alles anders zu machen. Sein Vater Konrad ist skeptisch. Was sie verbindet ist ihre Art, den Betrieb mit verzweifelter Sturheit um jeden Preis zu retten. Die Zeiten sind hart für die bäuerliche Landwirtschaft.
Wo soll inmitten der Globalisierung mit Billiglebensmitteln aus aller Welt die Finanzierung für notwendige Veränderungen herkommen? Die Bank will ein belastbares Konzept und Philipps Freundin lieber malen als melken. "Ich mache es ›My Way‹" lautet seine Devise: Philipp geht aufs Ganze und setzt dabei auch seine Beziehung aufs Spiel.
Doch Bauer Konrad erinnert sich, dass er es selbst schwer gehabt hat, den Hof vor 30 Jahren seinem Vater abzuringen. Jetzt ist es an ihm, die Wiesen und Weiden seinem Sohn anzuvertrauen – und es fällt ihm ungeheuer schwer. Erlaubt die geduldige Scholle, neue Konzepte zu verwirklichen? Oder gehört die traditionelle bäuerliche Lebensweise bald der Vergangenheit an? Diese Fragen stellen sich Vater und Sohn in der beeindruckenden Dokumentation aus dem Herzen der Wirklichkeit.
Komische Verwicklungen und die Ironie der wahren Verhältnisse lassen den Film zu einem kurzweiligen Blick auf die Realitäten der Gesellschaft werden. Und dieser packende und zutiefst berührende Dokumentarfilm gibt nach Angaben der Veranstalter ungeahnte Einblicke in eine Lebens- und Arbeitswelt, die still und leise vom Aussterben bedroht ist.