Balingen: "Rückschritte hat es nicht gegeben"

Drei Generationen, die sich über das Jubiläum freuen (von links): Robert Gess, Eckart Gess, Heinz und Lydia Gess, Frank Gess und Wolfgang Gess. Foto: Hauser
Schwarzwälder-BoteSattlermeister Robert Gess machte 1866 den Anfang, inzwischen leitet die fünfte Generation die Balinger Firma Gess. Mit vielen Gästen beging die Familie das 150-jährige Bestehen.
Balingen. "Das ist ein riesiges Jubiläum", meinte denn auch Oberbürgermeister Helmut Reitemann. Er freue sich, dass es Unternehmen mit einer solch langen Tradition gebe.
Das sei aber nicht einfach und selbstverständlich. Den Erfolg eines Unternehmens mache Engagement und Durchhaltevermögen, schwäbischer Fleiß und Personen, "die Dinge auf den Weg bringen", sowie treue Kunden aus. Und das alles sei bei der Firma Gess der Fall. Sie gehöre zu den Unternehmen, "die die wirschaftliche Prosperität der Stadt und der Region ausmachen".
Reitemann geht davon aus, dass in den kommenden Jahren Herausforderungen warten. Doch er ist sich sicher, dass diese bewältigt würden und die Firma eine gute Zukunft habe. Denn es handle sich um einen Familienbetrieb, in dem die Verantwortlichen "schon die nächste Generation im Blick haben".
Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, Joachim Eisert, hielt fest, dass die Firma Gess auf die Kompetenz eines Meisterbetriebs setze. Immer wieder habe man sich den gesellschaftlichen Ansprüchen anpassen müssen. Die Familie habe aber bewiesen, dass sie dazu in der Lage war und beweise es weiterhin täglich.
Geschäftsführer Frank Gess erinnerte daran, dass Robert Gesss am 13. Juni 1866 den "Grundstein für eine lange Familientradition" gelegt habe. Auch wenn sich in den vergangenen 150 Jahren viel geändert habe, "Rückschritte hat es nicht gegeben". Das Geschäft sei mit den Jahren immer mehr gewachsen, neue Betätigungsfelder seien hinzugekommen. Auch seien mehrere Umbauten und Erweiterungen umgesetzt worden.
Frank Gess bedankte sich auch im Namen seiner Brüder Eckart und Wolfgang bei den Familienangehörigen für deren Unterstützung, bei den Eltern Heinz und Lydia Gess, die ihnen ein "gut bestelltes Feld" übergeben hatten, bei den Mitarbeitern und den "lieben Kunden: "Ohne sie würde es uns gar nicht geben."
1866: Robert Gess eröffnet eine Polsterwerkstätte mit Sattlerei und verkauft die Artikel im Einzelhandel.
1892: Sohn Robert Gess tritt die Nachfolge an; es kommen Innenausstattungen und Lederwaren hinzu.
1933: Robert Gess III. übernimmt das Geschäft und vergrößert es kontinuierlich.
1961: Sohn Heinz und Ehefrau Lydia Gess treten an die Spitze der Firma.
1978: Anbau in der Wilhelmstraße und Erweiterung um Orientteppiche und Heimtextilien.
1985: Einrichtung eines Babycenters in der ehemaligen Landmaschinenfabrik Wahl. 1997: Kompletter Umbau des vorderen Gebäudes in der Friedrichstraße zum Lederwaren-Fachgeschäft.
2003: Aufteilung der Firma in Gess-Raumausstattung mit den Geschäftsführern Eckart und Frank Gess sowie in Gess-Lederwaren mit Geschäftsführer Wolfgang Gess.
2007: Erneuter Umbau und Renovierung.
2016: Jubiläumsfest.