Balingen: Frauenliste: Hoffnung stirbt zuletzt

Teresa Schmidt (links) und Sabine Klaiber Archivfoto: Hauser
Schwarzwälder-BoteVon Steffen Maier
Die Balinger Frauenliste stemmt sich weiterhin gegen die angesichts weiter zurückgehender Mitgliederzahlen drohende Auflösung.
Balingen. "Wir wollen überleben", sagte Sabine Klaiber nach der Versammlung am Montagabend gegenüber unserer Zeitung. Zugleich werde man versuchen, wieder aktiver zu werden, betonte Klaiber, die zusammen mit Teresa Schmidt der Frauenliste vorsteht.
Einfacher wird diese selbstgestellte Aufgabe in nächster Zeit nicht werden. Die Frauenliste bekommt nun immer mehr zu spüren, was auch in anderen Vereinen regelmäßig vorkommt: Die Zahl der Mitglieder geht zurück, dazu kommt, dass diejenigen, die noch dabei sind, oft nicht bereit sind, Ämter zu übernehmen. So hat nun, wie angekündigt, die langjährige Kassenchefin Barbara Zinser ihr Amt abgegeben – eine Nachfolgerin wurde nicht gefunden.
Deshalb wurde beschlossen, die Aufgabe der Buchführung an ein Steuerberatungsbüro zu vergeben. Das wiederum hat die langjährige Pressesprecherin Edith Buck dazu bewogen, der Frauenliste mit sofortiger Wirkung den Rücken zu kehren. Dieser Schritt sei "überraschend" gekommen, sagt Sabine Klaiber; als Begründung habe Buck angegeben, dass sie nicht weitermachen und auch nicht mehr Mitglied der Frauenliste sein wolle, wenn diese es nicht schaffe, wichtige Posten wie die der Kassenchefin aus den eigenen Reihen zu besetzen.
Entmutigen lassen wollen sich Sabine Klaiber und Teresa Schmidt von der immer wieder diskutierten Möglichkeit der Auflösung aber nicht – im Gegenteil. Die Frauenliste sei heute "wichtiger denn je", wichtiger noch als zum Zeitpunkt der Gründung im Jahr 1993, als es vorrangig darum ging, die Interessen der Frauen in der Politik zu vertreten. Angesichts der Ereignisse in Köln und anderen Städten in der Silvesternacht sei es wichtig, so Klaiber, dass Frauen selbst aktiv würden und ein Zeichen setzten – wehren wolle und müsse man sich unter anderem gegen Bestrebungen etwa von Pegida oder männerdominierten Rockerclubs, die sich nun plötzlich berufen fühlten, Frauen vor "schrecklichen Ausländern" schützen zu wollen. Das könnten Frauen selbst, "dafür sind wir Frau genug", so Klaiber.
Neben den Veranstaltungen wie den Kinotagen anlässlich des Weltfrauentags im März und der Börse im Spätherbst, die wie gewohnt stattfinden sollen, hält die Frauenliste an ihrem Ziel fest, möglichst bald wieder eine politische Rolle in Balingen zu spielen. Nachdem die Liste 2014 nicht zu den Kommunalwahlen angetreten war und damit nach vielen Jahren nicht mehr im Balinger Gemeinderat vertreten ist, wolle man beim nächsten Urnengang im Jahr 2019 erneut Kandidatinnen aufstellen, so Sabine Klaiber.