Austausch in Balingen: Generationen Netz Balingen – so kommen Menschen zusammen

Das Generationenhaus in der Filserstraße
BossenmaierZur zehnjährigen Jubiläumsfeier lud das Generationen Netz Balingen seine Mitglieder und Gäste nach der jährlichen Mitgliederversammlung in die Räumlichkeiten von „erlebnisreich wohnen“ in die Spitalwiese 1 ein.
Die Vorsitzende Helga Huber hieß gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Andrea Hildwein die Gäste willkommen. „Bereits der Ort der Feierlichkeiten machte erlebbar, dass in den vergangen zehn Jahren Besonderes entstanden ist“, heißt es in einer Mitteilung. Begonnen haben die Vereinsaktivitäten 2014 in den Räumen des Generationenhauses in der Filserstraße. Dort wurde der Verein gegründet, und in den Folgejahren konnten sich die Vereinsmitglieder bis heute zu unterschiedlichen Aktivitäten treffen oder solche planen.
Haus wurde schmerzlich vermisst
Noch im selben Jahr wurde die „Nachbarschaft Neige“, die sich im Johann-Tobias-Beck-Haus traf, auf den Weg gebracht. Dieses Haus wurde schmerzlich vermisst, nachdem es eine andere Nutzung bekam. Huber verdeutlichte, wie wichtig Orte und Räume sind, damit das Vereinsleben in der Stadt und nachbarschaftliches Engagement entstehen und wachsen kann.
„Das Generationen Netz hätte sich ohne diese Orte, an denen Begegnung, Austausch und gemeinsam Tun möglich war, nicht zu dem entwickelt, was es heute ist.“ Diese Erkenntnis war Botschaft und Zukunftsauftrag zugleich und richtete sich insbesondere an Oberbürgermeister Dirk Abel und Bürgermeister Ermilio Verrengia, die ebenso wie Abels Vorgänger Helmut Reitemann und seine Gattin, der Jubiläumseinladung gefolgt waren.
Im Generationenhaus und im Johann-Tobias-Beck-Haus begannen die Aktivitäten mit der Frage „Was möchten und brauchen wir im gesamten Verein beziehungsweise im Stadtteil?“. Als Ergebnis wurden drei wertvolle Säulen gewonnen, die bis heute Bestand haben: Begegnung, Versorgung und Wohnen/Lebensformen.
Dirk Abel betonte, dass der Verein ein wichtiger Teil des sozialen Lebens in der Stadt Balingen sei
Zur Begegnung zählen unter anderem Veranstaltungen, bei denen man sich trifft, Ausflüge plant, ins Gespräch kommt oder im Gemeinschaftsgarten aktiv ist. Im Bereich Versorgung werden Alltagshilfen angeboten, die von Ehrenamtlichen geleistet werden.
„Durch ein vielseitiges Programm, Aktivitäten und Hilfen während der vergangenen zehn Jahre haben sich Beziehungen entwickelt. Im Zusammensein haben sich Mitglieder kennengelernt, und so konnte im Verein ein Netz gespannt werden, welches Halt und Unterstützung gibt, um die eigene Selbstständigkeit zu fördern und Selbstbestimmtheit zu erhalten“, heißt es in der Mitteilung.
Im Bereich Wohnen/Lebensformen entwickelte sich seit 2019 der „Schuppen auf der Spitalwiese“ zu einem Ort, der offen ist für die Nachbarschaft und Menschen aus der ganzen Stadt. Mit großem Herzblut, Handwerkskraft und viel Zeit verwandelten die Akteure den Lagerschuppen der alten Stadtgärtnerei zum Begegnungsort. 2019 wurde hier der erste „Winterzauber“ veranstaltet, der nun traditionell jeden November stattfindet. Im Jahr der Gartenschau begrüßten der Verein und „erlebnisreich wohnen“ eine stattliche Anzahl von Gästen mit regelmäßigen Führungen in der Spitalwiese.
Spitalwiese ist mittlerweile ein Leuchtturmprojekt
Als besonderer Baustein in diesem Bereich wurde das gemeinschaftliche Wohnprojekt „erlebnisreich wohnen“ realisiert. Bereits 2014 startete die Gruppe mit ersten Schritten und Ideen für solch ein Wohnprojekt. Mit der Spitalwiese wurde ein Ort gefunden, an dem generationenübergreifend Wohnen und Begegnung möglich ist und das inzwischen ein Leuchtturmprojekt ist, das mit einem Sonderpreis des „Deutschen Bauherrenpreis 2022“ ausgezeichnet wurde.
Helmut Reitmann betonte in seinen Geburtstagsgrüßen, dass eine Stadt wie Balingen lebens- und liebenswert sei, gelinge nicht nur durch die Architektur gelinge, sondern durch das Miteinander und dass man sich kennt. Er beglückwünschte den Verein, dass es gelungen sei, die Nachbarschaft und die Orte mit Leben zu füllen.
Oberbürgermeister Abel betonte, dass der Verein mit seinen Aktivitäten ein wichtiger Teil des sozialen Lebens in der Stadt Balingen sei.