750 Jahre Dautmergen: So feiert das Dorf sein Jubiläum

Rund ums Bürgerhaus in der Dorfmitte feiert Dautmergen sein 750-jähriges Bestehen.
Marschal/ArchivErst vor wenigen Tagen sind die Dautmerger in die Planung des Dorfjubiläums eingestiegen, doch dafür haben Bürgermeister Hans Joachim Lippus, die Gemeinderäte und die örtlichen Vereine schon eine sehr genaue Vorstellung davon, wie die 750-Jahr-Feier ablaufen wird. „Wir hatten das nicht so recht auf dem Schirm gehabt“, gibt Lippus zu. Umso eifriger ist man in der kleinsten Gemeinde im Zollernalbkreis am planen.
Die große Sause steigt an zwei Tagen im September, am Wochenende des 13. und 14. Septembers in der Dorfmitte rund ums Bürgerhaus. Am Samstagabend ist ein Festakt im Bürgersaal geplant. Der ehemalige Kreisarchivar Andreas Zekorn wird im Festvortrag auf die Entstehung und die Entwicklung Dautmergens eingehen. Außerdem wird es eine Bilderausstellung historischer Aufnahmen des Dorfes geben und Interviews mit älteren Dautmergen geben, die erzählen, wie das Leben einst in Dautmergen war. Außerdem, so erzählt Lippus, wird auf 750 Jahre angestoßen und ein Buffet mit Snacks geben. Der Abend klingt mit Tanz und Musik von „Tobi und Martin“ aus.
Buntes Programm
Der zweite Festtag startet mit um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in Sankt Verena. Anschließend geht es zum Dorffest rund ums Bürgerhaus über. Viele engagierte Bürger werden an diesem Tag Aufgaben übernehmen und bestimmt der ganze Ort auf den Beinen sein. „Die Vereine verteilen gerade, wer welche Aufgaben übernimmt“, weiß der Bürgermeister. Es wird einen Mittagstisch, einen Bierstand und nachmittags Kaffe und Kuchen geben, im Backhaus werden Dinnete gebacken und im Jugendhaus gibt es Waffeln und Kinderschminken. Die Feuerwehr wird ein Kinderprogramm vorbereiten unter anderem mit Spritzen.
Für das Fest werden an diesem Sonntag die Straßen Hagelberg, der Balinger Weg bis zur Baumschule Karle sowie der Grabenweg für den Verkehr gesperrt sein.
Vom Bürgermeister zum Gast
Zwar ist Bürgermeister Hans Joachim Lippus federführend in die Organisation des Festes mit eingebunden, doch die Festrede wird ein anderer halten. Zwei Wochen vor der 750-Jahr-Feier wird seine 14-jährige Zeit als Bürgermeister von Dautmergen enden. Aufgrund einer Erkrankung wird er sein Amt zum 31. August niederlegen. „Es könnte sein, dass Dautmergen bei der Feier noch keinen neuen Bürgermeister hat“, sagt Lippus. Denn für die Wahlen gibt es entsprechende Fristen, die eingehalten werden müssen. Während der möglichen Vakanz übernehmen die Bürgermeisterstellvertreter Tobias Wager und Christine Banholzer die Geschäfte im Rathaus.
„Ich organisiere mit Leib und Seele und werde das Fest in dem Wissen genießen, dass ich bei der Organisation federführend mitgewirkt habe“, sagt Lippus im Gespräch mit unserer Redaktion. „Daher freue ich mich als Gast dabeisein zu können.“
750 Jahre Dautmergen
Ersterwähnung
Der Ort Dautmergen schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1275 bestanden haben. Die alte Pergamenthandschrift „Liber decimationis cleri Constanciensis pro Papa anno 1275“ ist ein Steuerbuch des Konstanzer Bistums, in dem die Geistlichen für eine Kreuzzugssteuer veranlagt wurden. Unter den rund 2000 zugehörigen Pfarreien war auch die Pfarrei Tutmaringen, das heutige Dautmergen aufgelistet.
Tutmaringen
Der Name des Ortes Dautmergen lautete 1275 und 1293 Tutmaringen, in 1297 Tautmoringen und in 1300 Tutmeringen, später wurde er zu Dautmergen abgeschliffen. Die Herkunft vom Personennamen Tutmar ist heute nicht mehr deutlich zu erkennen.
Einwohnerentwicklung
Mit rund 460 Einwohnern ist Dautmergen heute die kleinste Gemeinde im Zollernalbkreis. Die Bevölkerungsentwicklung lässt sich aus folgenden Angaben erkennnen:1394: 65 Einwohner, 1581:165 Einwohner, 1615: ca. 190 Einwohner, 1807: 422 Einwohner, 1834: 507 Einwohner, 1938: 252 Einwohner, 1976: 346 Einwohner und 2012: 402 Einwohner.