Tanzen in Enzklösterle: „Wissen echt nicht, was alles auf uns zukommt“

Bei der Siegerehrung
KraushaarTanzsportturniere haben im Ferienort Enzklösterle eine lange Tradition. „Der Parkettboden in dieser Festhalle hat schon viele hochkarätige Tänzer erlebt“, blickte Turnierleiter David Kiefer auf die mehr als 50-jährige Geschichte des Tanzsports oberhalb von Bad Wildbad zurück. Wie die Wälder in der unmittelbaren Umgebung im Wind, so wiegten sich die Tänzer vor den Augen eines durchweg fachkundigen Publikums zur Musik. Ob mit Eleganz beim langsamen Walser, mit Schwung und Perfektion beim Tango oder viel Tempo beim Quickstep, gleich nach den ersten Schritten zog eine Woge von Respekt und Anerkennung für die gezeigten Leistungen durch den Saal.
Neue Wege
Tanzen ist Hochleistungssport gepaart mit einem ausgeprägten Bewegung- und Rhythmusgefühl. Und extrem vielseitig. Er bietet vom großen Ballzauber über das „Wir-Gefühl bei Country Musik“ bis zur Moderne wie Hip-Hop oder „Breaking“ alles was das Herz begehrt.
Zeichen setzen
Auch der 1. Tanzclub Enzklösterle ging mit dem erstmaligen Angebot von einem „Heidelbeer-Pokal“ die neuen Wege mit. „Wir wissen echt nicht, was alles auf uns zukommt“ versicherte Sabine Zenker, derzeit Zweite Vorsitzende beim TSC Enzklösterle und im Hauptberuf als Bürgermeisterin der Gemeinde. „Mit diesem Wettbewerb wollen wir ein Zeichen von Vielfalt und Offenheit setzen – ob Jazz, Hip-Hop oder Latein-Style, jede Richtung ist uns dabei willkommen“ erklärte Zenker. Sie ergänzte: „Die Wertung beim Heidelbeer-Pokal ist unabhängig von Alter, Geschlecht, Einzel- oder Gruppengrößen.“ Damit bedient der TSC auch den Trend, dem Solo- Tanz eine Basis zu bieten. Ja, es gebe viele Tänzer, die keinen Partner hätten– oder ihn verloren hätten. Sie wollten jedoch weiter an den Turnieren teilnehmen und damit ein Teil der Gemeinschaft bleiben oder aber sich selbst als ausdrucksstark Persönlichkeit präsentieren, so die Bürgermeisterin.
Überragende Vorstellung
Unter den Auftritten haben es zwei exzellente Solo-Darbietungen den Wertungsrichtern besonders schwer gemacht. Gabi Müller vom TSC Rot-Weiß Karlsruhe mit ihrer fantastischen Interpretation zu Musik aus James Bond-Filmen und Hartmut Schwirmer vom TSC Unterschleißheim mit hohem Tempo, verbunden mit Ausstrahlung plus Komik.
Für das Duo waren die Plätze zwei (Schwirmer) und drei (Müller) mehr als verdient, die Punkteabstände (261:262) sogar verschwindend. Dass es nicht zu Platz eins gereicht hat, lag an der überragenden Vorstellung der Gruppe „Kleeblatt“. Die beiden – auch optisch – identischen Paare verdienten sich den kleinen Vorsprung von zwölf Punkten durch ihre, in höchster Perfektion durchgeführten fliegenden Partnerwechsel.
Nicht nur durch die Vielfalt der Darbietungen auf den ersten drei Plätzen darf der „Heidelbeer-Pokal“ als ein gelungenes Projekt angesehen werden. Der erste Schritt ist vollzogen, die Siegerehrung nahm Sabine Zenker mit Unterstützung durch die neue Heidelbeerprinzessin Celine Nelkner vor. Es dürfte der Beginn einer „zusätzlichen Ära“ im Segment Breitensport beim TSC Enzklösterle werden.