Ruth Gutbub verabschiedet
: Als Mesnerin in Calmbach eine treue Seele

Ruth Gutbub wurde nach 15 Jahren aus ihrem Dienst verabschiedet. Den habe die jetzt 86-Jährige stets außergewöhnlich zuverlässig und treu verrichtet. Nur einmal musste sie um Mitternacht noch einmal zurück zur Kirche.
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(red/pm)
Oberndorf
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Ruth Gutbub zündete in der Kirche regelmäßig vor den Gottesdiensten die Kerzen an.

Knöller

„Alles hat seine Zeit“, mit diesem Bibelwort verabschiedete Pfarrerin Sara Widmann beim Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Calmbach nach 15-jähriger Amtsausübung Mesnerin Ruth Gutbub.

Die Seelsorgerin dankte ihr für ihren außergewöhnlich zuverlässigen und treuen Dienst und freute sich, „dass sie auf andere Weise uns weiter unterstützt.“ Auch Rainer Schwarz, der selbst viele Jahre im Wechsel mit Ruth Gutbub den Mesnerdienst versah, dankte ihr für die stets harmonische und problemlose Zusammenarbeit. Pfarrerin Widmann übergab ihr ein Geschenk, Schwarz überreichte ihr mit einer innigen Umarmung einen Blumenstrauß.

Mit launigen, aber auch bewegten Worten trat die Geehrte ans Mikrofon: „Ich habe nie vergessen, zu läuten. Nur einmal habe ich vergessen, die Kirche abends abzuschließen. Dann bin ich um Mitternacht nochmals zur Kirche gegangen.“ Nie war ihr ein Weg zu weit – und das im wörtlichen Sinne. Schließlich legte sie Morgen für Morgen schon ab 7.45 Uhr von der Meisternstraße aus die lange Fußstrecke in die Ortsmitte zurück, um die Kirchentür zu öffnen.

Langsam in den Dienst reingeraten

„Ich bin so langsam in das Ganze reingekommen, als ich ab 2009 einmal wöchentlich am freien Tag unseres damaligen Mesners Lutz Deutschbein die Kirche auf- und zugeschlossen habe“, erinnert sich Ruth Gutbub im Gespräch an die Anfänge. Mesnerkurse in den Jahren 2011 und 2012 in Bad Urach sorgten schließlich dafür, dass sie das nötige Rüstzeug erhielt, nicht nur vertretungsweise einzuspringen. Ernst wurde es 2014, als Lutz Deutschbein starb. „Da hatten wir plötzlich keinen hauptberuflichen Mesner mehr, so dass Jochen Barth, Manfred Bertsch und ich die Dienste versahen.“ Als später Uwe Sturm und Rainer Schwarz Mesner wurden, half Ruth Gutbub immer noch aus und auch zuletzt bei Siegfried Loy und dessen Sohn.

Als ehemalige Sängerin im Kirchenchor kannte sie die meisten Calmbacher. Deshalb war es ihr stets wichtig, Trauergottesdienste mitzugestalten. Auch mit jetzt 86 Jahren fällt ihr der Abschied von den Mesnerdiensten „sehr schwer“, wie sie bekennt.

Denn: „Das ist meine Kirche.“ Dennoch bleibt Ruth Gutbub unermüdlich und kümmert sich nach wie vor um den monatlichen Nachmittag der Begegnung: „Das ist und bleibt mein Baby“.

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