Polterplatz in Bad Wildbad
: Helferteam-Nachwuchs händeringend gesucht

33 Jahre Musik, Kultur und Gemeinschaft: Das Polterplatz-Open-Air-Festival hat erneut die Teilnehmer begeistert. Nachwuchs für das Helferteam wird händeringend gesucht.
Von
Sabine Zoller
Oberndorf
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„Urgesteine“ kommen mit dem Camper.

Zoller

Ein Wochenende wie gemacht für Musikliebhaber, Familien und Festivalfreunde: Das traditionsreiche Polteplatz-Open-Air auf dem idyllisch gelegenen Jugendzeltplatz Christophshof hat einmal mehr bewiesen, warum es seit mehr als drei Jahrzehnten zu den beliebtesten Gratis-Open-Airs im Nordschwarzwald gehört.

Langjährige Fans Bei freiem Eintritt, abwechslungsreichem Programm und entspannter Atmosphäre lockte das Festival unter dem Motto „Musik, Kultur, Gemeinschaft“ rund 800 Gäste bereits am Freitagabend an – viele von ihnen langjährige Fans, manche zum ersten Mal dabei und spontan begeistert.

Was einst am „Vergrabenen Wirtshaus“ begann, hat sich zu einem Open-Air-Event mit Festivalcharakter entwickelt. Heute spielen neun Bands an zwei Tagen – das musikalische Spektrum reicht von Rock über Polka, Balkan Beats und Blues bis hin zu Ska und Reggae.

Ehrenamtliches Engagement

Auf dem weitläufigen Gelände an der Enz entsteht ein Ort des Zusammenkommens – mit Lagerfeuerromantik, familiärem Campingfeeling und einem Hauch von Festivalflair.

Veranstaltet vom Verein Musik Kultur Wildbad in Kooperation mit dem Jugendhaus Bad Wildbad, lebt das Festival von ehrenamtlichem Engagement. Rund 80 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz.

Die Infrastruktur mit Bars, Shuttleservice, Mülltrennung und Campingplatz läuft wie am Schnürchen. Die Finanzierung gelingt durch Gastroeinnahmen und Spenden – und das Konzept „Umsonst Draußen“ bleibt bewusst erhalten.

„Die Platzmiete ist fair und wir wollen den Nachwuchsbands eine Bühne bieten“, erklärt Mit-Veranstalter Kim Rothfuss, der jährlich zwei Wochen seines Urlaubs für die Organisation aufbringt.

Nachwuchs für das Helferteam wird händeringend gesucht, denn ein solches Projekt lebt von engagierten Mitmachern.

Neue Freunde gewonnen hat Nico Risch – rechts beim Festival – hier mit Kim Rothfuss.

Foto: Zoller

Einst zehn Zelte Auch der familiäre Geist ist geblieben: „Seit 30 Jahren sind wir hier“, erzählen Gäste aus Dobel, Zavelstein oder Rotfelden, die mit dem Camper anreisen. „Damals waren wir zehn Zelte – heute ist es zwar größer, aber immer noch so herzlich wie früher.“ Diese Atmosphäre zog auch Nico Risch aus St. Ingbert im Saarland in seinen Bann. Eigentlich war er allein unterwegs – doch es kam anders: „Ich bin vergangene Woche in den Schwarzwald losgezogen und habe mir beim Wandern auf dem Sommerberg überlegt, wo ich am besten übernachten kann“, erzählt der naturverbundene Urlauber. „So bin ich auf den Campingplatz gestoßen und wollte eigentlich nur eine Nacht bleiben. Aber hier habe ich so tolle Leute getroffen und den Veranstaltern unter die Arme gegriffen, dass wir jetzt Freunde sind. Vor allem habe ich durch meine neuen Freundschaften noch mehr Details über die Region erfahren, Kaltenbronn erlebt und eine der schönsten Aussichten von der Hochebene ins Badener Land genossen.“ Sein umgebauter Mitsubishi Colt dient ihm als Camper – und das Polterplatz-Festival als Treffpunkt mit Gleichgesinnten.

„Der Schwarzwald ist unfassbar schön – ich bin froh, dass ich hier gelandet bin.“

Ausgelassene Stimmung Musikalisch hatte der Freitag einiges zu bieten: Idol, Daddy Can’t Dance und die Bordkapelle Ackermann brachten die Menge mit Coverrock, Ska und Reggae in Bewegung.

Weiter gefeiert

Dr. Aleks and the Fuckers begeisterten mit tanzbarem Balkan Beat das Publikum. Am Samstag sorgten Love Gun, No Neon, Sokae and Spicy Roots sowie Blues Express für ausgelassene Stimmung bis tief in die Nacht. Danach wird traditionell am Lagerfeuer weiter gefeiert – mit Musik aus der Konserve und dem Rauschen der Enz im Hintergrund.

Beim liebevoll gestalteten Kinderprogramm unter der Leitung von Erzieherin Anne Rothfuß stand an den heißen Sommertagen Windspiel-Basteln für die Kleinsten auf dem Programm – und die sechsjährige Helen war mit Eifer und Begeisterung dabei.

Für Familien bietet das Festival damit noch mehr Gründe zum Kommen.

Der Polterplatz bleibt, was er seit über 33 Jahren ist: ein Ort, an dem sich Musik, Begegnung und Natur auf besondere Weise verbinden. Wer einmal da war, kommt gern wieder – nicht nur wegen der Musik, sondern wegen des besonderen Geistes, der hier lebt.

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