Hütte in Bad Herrenalb eingeweiht
: Rotwild in seiner natürlichen Umgebung beobachten

Neue Beobachtungshütte am Hirschgehege: Die Härtwig-Stiftung in Bad Herrenalb investiert in Naturschutz und Umweltbildung. Sie trug mit 13 500 Euro den Großteil der Kosten.
Von
Sabine Zoller
Oberndorf
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Freudige Gesichter bei der Einweihung der neuen Beobachtungshütte

Zoller

Das Hirschgehege in Bad Herrenalb hat ein neues Schmuckstück: Eine massive Holzbeobachtungshütte bietet Besuchern ab sofort nicht nur Schutz vor Wind und Wetter, sondern auch einen eindrucksvollen Blick auf das Rotwild, das auf der rund sechs Hektar großen Anlage lebt und Besuchern die Möglichkeit eröffnet, das Leben der heimischen Wildtierart zu studieren.

Für das Rudel im 1986 eröffneten Wildgehege sorgt seit vielen Jahren Wildhüter Amandus Zoister, der sich mit großem ehrenamtlichem Engagement um die Tiere kümmert. Mit zahlreichen Gästen – darunter die Vorstandsmitglieder Bürgermeister Klaus Hoffmann, Forstbezirksleiter Tobias Volg, Ulrich Wurster und Sparkassendirektor Stefan Klee, Mitglieder des Gemeinderats sowie viele weitere Unterstützer – wurde nun die Hütte eingeweiht.

Möglich gemacht wurde das Projekt durch die Gerda-und-Kurt-Härtwig-Stiftung. „Die Idee für die Hütte entstand bereits vor meiner Zeit als Geschäftsführer“, erklärt Martin Lacroix, der die Geschicke der Stiftung seit knapp zwei Jahren leitet. „Nachdem der alte Aussichtssitz marode geworden war, war klar, dass ein Ersatz hermusste. Gemeinsam mit dem Forst und dem Vorstand wurde entschieden, eine wetterfeste Schutzhütte zu bauen, die zugleich den Blick auf das Hirschgehege freigibt. Sie soll gleichermaßen Kindern, Familien und Spaziergängern Freude bereiten.“

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Die Stiftung trug mit 13 500 Euro den Großteil der Kosten, während die Sparkasse Pforzheim Calw 1500 Euro beisteuerte. Für Lacroix ein wichtiges Zeichen: „Ich habe die Sparkasse gezielt angesprochen, ob sie sich ein gemeinsames Projekt vorstellen könne. Dass sie sofort zugesagt und einen finanziellen Beitrag geleistet hat, freut uns sehr.“

Langlebige Außenverkleidung

Beim Bau setzte man auf regionale Handwerker: Die Firma Holzbau König aus Rotensol übernahm die Zimmererarbeiten. Das Fundament wurde vom Rotensoler Bauunternehmer Hermann Kull erstellt. „Die Zusammenarbeit war absolut reibungslos. Mein Dank gilt allen Beteiligten, den Handwerkern, der Stadtverwaltung und dem Forst für das gemeinsame Gelingen“, so Lacroix. Verarbeitet wurde heimisches Holz: Fichte und Tanne für die Konstruktion sowie Douglasie für die langlebige Außenverkleidung. Damit fügt sich das Gebäude harmonisch in die umgebende Waldlandschaft ein.

Die Beobachtungshütte ist nicht nur funktional, sondern hat auch eine bildungspolitische Dimension. „Natur kann nur erhalten werden, wenn ein Verständnis für sie entsteht. Genau hier setzt die Stiftung an“, betont Lacroix. „Gerade für Kindergärten und Schulen ist die Hütte eine wertvolle Ergänzung. Kinder können das Rotwild in seiner natürlichen Umgebung beobachten und zugleich lernen, warum Naturschutz so wichtig ist.“

Schon jetzt wird die Hütte regelmäßig genutzt. Besonders der Kindergarten aus Bad Herrenalb zieht mit den Kindern gerne hinaus ans Hirschgehege. „Das zeigt, dass wir mit dem Projekt genau ins Schwarze getroffen haben“, freut sich Lacroix.

Starkes Signal

Die Einweihung machte deutlich, welchen Stellenwert das Projekt für Bad Herrenalb hat. Bürgermeister Klaus Hoffmann, der auch Vorsitzender der Stiftung ist, trieb die Umsetzung maßgeblich voran. „Herr Hoffmann hat großen Wert darauf gelegt, dass dieses Vorhaben schnell und reibungslos realisiert wird. Seine Unterstützung war für uns eine wichtige Hilfe“, betont Lacroix. Auch die Präsenz zahlreicher Stadträte sei ein starkes Signal gewesen: „Es zeigt, dass die Arbeit der Stiftung geschätzt wird und Gehör findet.“

Seit ihrer Gründung setzt die Stiftung klare Schwerpunkte im Bereich Natur- und Umweltschutz. Mehr als 800 000 Euro Fördermittel sind bereits ohne großes Aufsehen in Projekte in Bad Herrenalb geflossen. Dazu gehören der Wildkatzenpfad, die Schweizerkopfhütte oder die Bekämpfung des Riesenbärenklaus. „Wir sind in ganz Bad Herrenalb präsent, manchmal sichtbar wie jetzt am Hirschgehege, oft aber auch im Stillen“, erklärt Lacroix.

Für ihn selbst sei die Arbeit als Geschäftsführer eine besondere Aufgabe: „Ich freue mich, dass mir das Vertrauen des Vorstands übertragen wurde. Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich und geht von Abstimmungen über Förderprojekte bis hin zu Gesprächen mit Banken über nachhaltige Geldanlagen. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen.“

Stillstehen soll die Stiftung auch in Zukunft nicht. Aktuell plant sie eine Aktion zur Pflanzung von Apfelbäumen, kombiniert mit Schnittkursen, um die Bäume langfristig zu erhalten.

Gelebter Naturschutz

Und ein Herzensprojekt von Lacroix nimmt ebenfalls Fahrt auf: die naturnahe Umgestaltung des Außengeländes vom Kinderhaus „Wurzelzwerge“. „Dort können Kinder täglich erleben, wie wertvoll Natur ist. Das ist gelebter Naturschutz im Kleinen.“

Sein Wunsch für die kommenden Jahre: „Ich hoffe, dass die Stiftung noch stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Wir brauchen Zustiftungen, um unser Vermögen zu erweitern und noch mehr Projekte zu ermöglichen. Ideal wäre es, wenn wir uns als aktiver Impulsgeber für Umweltbildung und Naturschutz in der Region fest etablieren könnten.“

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