Grabensperren werden angelegt: Arbeiten zur Rettung des Moores auf dem Kaltenbronn starten

Im Projekt Life MooReKa werden in rund 35 Kilometern Entwässerungsgräben Grabensperren eingebaut. Nur so kann das Niederschlagswasser im Moor verbleiben und das Moor wieder nass werden.
Regierungspräsidium Karlsruhe- Kaltenbronn: Moorrevitalisierung startet, um das austrocknende Hohlohmoor zu retten.
- In rund 35 Kilometern Gräben entstehen Grabensperren, damit Regenwasser im Moor bleibt.
- Ausschreibung lief europaweit, ein Unternehmen aus Sachsen wurde beauftragt.
- Baustelleneinrichtung beginnt am Dienstag, Gehölzschnitt folgt, Bau der Sperren ab Anfang August.
- Auerhuhn wird geschützt, Bohlensteg bleibt offen – einzelne Wege teils befristet eingeschränkt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Moorrevitalisierung am Hohlohmoor auf dem Kaltenbronn geht Schritt für Schritt voran:
Nachdem das Landratsamt Rastatt Mitte März die wasserrechtliche Plangenehmigung erteilt hatte, startete die Ausschreibung für die Bauleistungen. Das europaweit ausgeschriebene Vergabeverfahren konnte Anfang Juni 2026 abgeschlossen und ein erfahrenes Unternehmen aus Sachsen beauftragt werden, teilt das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe mit. Gemeinsam mit den vier Projektpartnern – höhere Naturschutzbehörde am RP Karlsruhe, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), ForstBW und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord – wurden im vergangenen Monat die Vorbereitungen für den Baustart getroffen.
Für Dienstag, 14. Juli, ist der Beginn der Baustelleneinrichtung angekündigt. In den nächsten Wochen werden dann Gehölze zurückgeschnitten, um zu den Entwässerungsgräben zu gelangen. Danach beginnt voraussichtlich Anfang August der Bau der Grabensperren. Die Bauzeit ist auf den Schutz des Auerhuhns abgestimmt: Balz, Brut und Aufzucht dürfen durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt werden.
Touristen und Besucher müssen sich im Übrigen keine Sorgen machen: Der Bohlensteg am Hohlohsee ist für Erholungssuchende am Hohlohmoor weiterhin uneingeschränkt nutzbar. Die Nutzung einzelner Wegabschnitte am Rande des Hohlohmoors kann in den nächsten Monaten zeitlich befristet geringfügig eingeschränkt sein, heißt es weiter. Erholungssuchende werden gebeten, die Informationen vor Ort, im Internet oder im Infozentrum Kaltenbronn zu beachten.
Exkursionen und Sonderausstellung vor Ort
Vor Ort informiert das Infozentrum Kaltenbronn über das Projekt „Life MooReKa“: Die Sonderausstellung „Baustelle Moor“ mit Bildern, Plakaten und Exponaten ist von Mittwoch bis Freitag von 13 bis 17 Uhr geöffnet, an den Wochenenden von 10 bis 17 Uhr.

Der Fleischfressende Sonnentau ist ein typischer Vertreter einer nassen und vitalen Moorvegetation.
Regierungspräsidium KarlsruheDie Moorguides des Infozentrums Kaltenbronn, die im Rahmen des Projekts „Life MooReKa“ ausgebildet wurden, bieten außerdem kostenfreie Exkursionen an. Aktuelle Termine sind eine Radtour am Samstag, 2. August, von 14 bis 17 Uhr. Termine finden sich im Veranstaltungskalender des Infozentrums, sobald sie feststehen. Interessierte Gruppen können ab sofort auch wieder eigene Exkursionstermine beim Infozentrum Kaltenbronn buchen. Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse moorguide@infozentrum-kaltenbronn.de direkt beim Infozentrum melden.
„Life MooReKa“ verbessert die Wassersituation
Mit dem EU-kofinanzierten Projekt LIFE MooReKa Moorrevitalisierung Kaltenbronn-Hohlohmoor soll durch den Bau von Grabensperren die Wasserversorgung der Hochmoore verbessert werden. Denn nur mit ausreichend Wasser können sich die Hochmoore wieder regenerieren und als wertvolle Lebensräume für Mensch und Tier erhalten bleiben. In einem Erklärfilm auf der Projektseite wird eindrücklich der aktuelle ungünstige Zustand und die historische Entwicklung dahin erläutert.
Warum das Hohlohmoor dringend Unterstützung benötigt: Ein aus historischer Zeit stammendes Entwässerungssystem ist noch immer funktionsfähig, sodass ständig Wasser aus dem Moor herausfließt. Die im Projekt geplanten Grabensperren sollen künftig dafür sorgen, dass das Regenwasser länger im Moor verbleibt, sich verteilt und nur langsam ins Tal sickert. Durch das lebensnotwendige Wasser wird sich das Moor nach der erlittenen historischen Entwässerung in Teilen wieder regenerieren können, hoffen die Projektverantwortlichen.
Kaltenbronn ist beliebtes Wander- und Ausflugsziel
Warum ist die Revitalisierung der Hochmoore am Kaltenbronn nötig? Der Kaltenbronn im Nordschwarzwald ist ganzjährig ein beliebtes Wander- und Ausflugsziel. Was für viele Erholungssuchende und Wanderer der Inbegriff einer urtümlichen und natürlichen Moorlandschaft ist, ist für Moorkundler ein geschädigtes Ökosystem.
Aufgrund des großen Netzes an Entwässerungsgräben haben die Hochmoore am Kaltenbronn mit Wassermangel zu kämpfen. Die einst ausgedehnten, offenen Moorflächen schrumpfen seit Langem und werden von Gehölzen überwachsen. Die Moore am Kaltenbronn sind daher in einem zunehmend ungünstigen ökologischen Zustand, sodass hier dringender Handlungsbedarf besteht.
Ziel des Projektes ist die Erhaltung der ausgedehnten Moore im Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn und damit auch der Schutz der Lebensräume für die typischen Tier- und Pflanzenarten. Die Vernässungsmaßnahmen sollen dafür sorgen, dass die andauernde Entwässerung über ein Netz aus kilometerlangen Entwässerungsgräben gestoppt wird. Das Niederschlagswasser soll wieder länger im Moor verbleiben und dort zur Regeneration des Ökosystems beitragen.
Was ist LIFE Natur?
Das LIFE (L'Instrument Financier pour l'Environnement) Förderprogramm fördert Umweltschutzbelange. Der Förderbereich „LIFE Natur und Biodiversität“ dient der Erhaltung der Artenvielfalt und dem Schutz von Arten und Lebensräumen. Die EU fördert Maßnahmen bis zu 75 Prozent. Der Eigenanteil muss vom Antragssteller oder von Ko-Finanzierern getragen werden. Das Land Baden-Württemberg stellt regelmäßig LIFE-Anträge und hat in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich LIFE-Projekte umgesetzt. Mit einem LIFE-Projekt entsteht auch ein wichtiger Impuls in der Region. Als Leuchtturmprojekte bekommen LIFE-Projekte stets eine besondere nationale und europaweite Aufmerksamkeit.
