Färbergarten in Bad Herrenalb: Von Entdeckungen und Experimenten

Verena Krause inmitten ihrer Färberpflanzenbeete
GegenheimerAnfang des Jahres hat Verena Krause ihren Färbergarten angelegt. Seither erntet und verarbeitet sie nicht nur ganz spezielle Pflanzen, sondern lässt auch Interessierte über ihren Blog im Internet am Fortschritt teilhaben, zeigt Ideen und gibt Tipps. Am Tag der offenen Gartentür hat sie direkte Einblicke gewährt.
Gleich fasziniert
Die Schwarze Skabiose, die Färberkamille oder die Färbertagetes – sie alle wachsen in den sorgsam gepflegten Beeten der Neusatzerin. Eigentlich ein Randthema ihrer Ausbildung zur Wildkräuterpädagogin, sagt sie, hätten die Färberpflanzen und ihre Verwendung sie gleich fasziniert.
Altes Wissen
Zu Beginn, erzählt Krause, habe sie alle möglichen Wildblumen gesammelt, ausprobiert, welche Farben sich aus ihren Blütenblättern, frisch oder getrocknet, gewinnen lassen. Irgendwann hat sie darüber hinaus das alte Wissen um die traditionellen Färberpflanzen für sich entdeckt. Wie um den Rauen Sonnenhut, ihre Lieblingspflanze: „Nein, die leuchtend gelben Blüten ergeben kein Gelb, sondern ein schönes Grün.“ Wie der Färberknöterich ein überraschendes Indigoblau.
Von Farben und vom Färben
Die offenen Kistchen mit trocknenden Blüten stapeln sich in ihrer Wohnung, und Krause beschreibt die Weiterverarbeitung: Kochen, bis ein Farbsud entsteht, dahinein den Stoff geben, das Färbergut. Nochmals erhitzt und danach ausgewaschen, entsteht ein natürlich gefärbter Stoff. Auch Garne erhalten auf diese Weise bei der Färberin ihre Farbtöne.
Ein Tuch in Naturfarben entsteht nicht mal so eben, erklärt Krause.
Säure und Lauge
Der Stoff, der stets aus pflanzlichen oder tierischen Fasern bestehen muss, nie aus Synthetik, wird etwa vorbehandelt mit Salzen wie Aluminiumsalz: „Pflanzenfarben verändern sich durch Säure oder Lauge.“ Mit dem Fixieren experimentiert die kreative Neusatzerin noch. Und auch damit, was sich alles herstellen lässt. Da Nähen und Quilten schon länger zu ihren Hobbys gehört, ist dies eine Option.
Dauerhafte Farben
Einen Wandbehang aus gefärbten Garnen, in Makramee- und Webtechnik, hat sie ebenso hergestellt wie stabile kleine, gewickelte Körbchen in Beige-, Gelb- und Grüntönen. „Rot ist schwer herzustellen“, erklärt sie, „zumindest wenn man dauerhafte Farben haben möchte“.
Dass die Farben auch grundsätzlich mit der Zeit etwas verblassen, das sei eben – naturgegeben!
Die Naturliebhaberin ist noch lange nicht am Ende mit ihren Entdeckungen und Experimenten. Über ihre Website „Wildfarbendesign“ nimmt sie alle ebenso Faszinierten mit in die Welt der Färberpflanzen und ihrer Nutzung.