Bilanz des Rossinifestivals: In Bad Wildbad wird mit wenig Geld viel erreicht

Das historische Kurhaus bildet den idealen Rahmen für die Rossinikonzerte.
Ulrike KnöllerEin fester Bestandteil im Veranstaltungskalender bildet seit 1989 das alljährliche Rossinifestival in Bad Wildbad. Zuschüsse vom Land Baden Württemberg fließen weiterhin.
Aktuell fördert die Landesregierung das musikalische Spektakel mit 175.000 Euro.
„Die Landesregierung sieht das Rossinifestival als eine Art kulturelle Visitenkarte für Baden Württemberg. Darauf können wir mit Fug und Recht stolz sein,“ freut sich Bürgermeister Marco Gauger. Vonseiten der Stadt kommen bis 2027 jährlich 140.000 Euro hinzu. Ebenso gibt es Unterstützung vom Landkreis Calw.
Doch wie sieht die rechnerische Bilanz aus? Dieser Frage ging der Gemeinderat nach, da Abrechnungen aus vier Jahren, 2022, 2023, 2024 und 2025, vorlagen.
Normalerweise hätte der künstlerische Leiter des Opern- und Musikfestivals, Jochen Schönleber, die Pflicht, jeweils im Folgejahr der Veranstaltung die Endabrechnung zusammen mit einem Schlussbericht dem Gemeinderat vorzulegen. Allerdings gab es dabei eine kleine Hürde, die sich aus den Coronajahren ergeben hatte.
Der, üblicherweise, festgelegte Festbetrag vom Land Baden Württemberg war bis 2022 als anteilige Fehlbedarfsfinanzierung gewährt worden. Da dort ein Plus von 447,31 Euro erwirtschaftet worden war, wurde nicht klar, ob man das Geld an das Land zurückzahlen müsse. Im März dieses Jahres erhielt man nun vom Ministerium für Wirtschaft, Forschung und Kunst den Bescheid, dass von einer Rückforderung abgesehen wurde.
Rund 900 Euro müssen eingespart werden
So entstand ein Abrechnungsmarathon, bei dem in der aktuellen Abrechnung aus 2025 letztendlich ein Fehlbetrag von 902,04 Euro zu Buche steht. Dieser wird auf das Jahr 2026 vorgetragen und muss dort eingespart werden.
Schönleber gab dem Gemeinderat einen kleinen Ausblick auf das kommende Festival und konnte mit einer kleinen Sensation aufwarten. Zum ersten Mal seit Jahren kann das Kurhaus wieder bespielt werden, die Empore darf genutzt werden, da man gemeinsam mit dem Feuerwehrkommandanten der Bad Wildbader Feuerwehr, Michael Rentschler, das Thema Fluchtweg hatte lösen können.
Mit wenig Geld viel erreichen
Ursula Jahn-Zöhrens (SPD) stellte fest: „Außenstehende sind immer entzückt über unsere Räume, das lässt uns an alte Tage denken.“
Uwe Göbel (CDU) gab an: „Es sind überschaubare Zahlen, ausgeglichene Projekte. Das ist eine werbewirksame Sache, der Name Bad Wildbad wird in die Welt getragen. Es ist ein bisschen so wie beim Känguru, der Beutel ist nicht ganz leer, man kann keine großen Sprünge machen, aber mit wenig Geld viel erreichen.“ Rita Locher (FWV) meinte: „Der Marathon der Jahresabschlüsse zeigt sich durchaus sehr positiv, maßgeblich sind die Zuschüsse, nur deshalb ist das umsetzbar.“ Der Gemeinderat stimmte mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung den Abrechnungen zu.