Berglauf in Bad Herrenalb
: „Warum nicht einmal spontan teilnehmen?“

Der Hahnenfalz-Berglauf in Bad Herrenalb ist nicht nur für Läufer zwischen 20 und 40 Jahren reizvoll. Auch ein älteres Ehepaar aus aus Stuttgart-Vaihingen machte mit.
Von
Sabine Zoller
Oberndorf
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Vorsprung bereits auf den ersten Metern

Zoller

Beim diesjährigen Hahnenfalz-Berglauf zeigte sich wieder einmal: Erfahrung auf der Strecke zahlt sich aus – aber Newcomer wie Marlon Fortenbacher aus Gernsbach sorgen für Spannung. Tim Weber aus Pfinzweiler, der die Strecke schon mehrfach als Erstplatzierter erfolgreich gemeistert hat, erlebte ein solches Duell hautnah.

21-prozentige Steigung

Besonders spannend „Es war klasse, dass Marlon Fortenbacher dabei war“, berichtet Weber, der den Hahnenfalz-Berglauf als den „längsten Berglauf hier in der Gegend und als eine große Herausforderung“ bezeichnet.

„Dieses Jahr war der Lauf ein richtig lokales Duell. Normalerweise wären sonst nur die üblichen Verdächtigen vorneweg gelaufen – wie in jedem Jahr. Aber so war es von Anfang an besonders spannend, weil Fortenbacher vorneweg losgezogen ist.“

Gerade bei der ersten Steigung nach dem Start am Sägwasenplatz in Bad Herrenalb verausgaben sich unerfahrene Läufer häufig frühzeitig. Weber erklärt: „Junge Läufer, die die Strecke nicht kennen, verausgaben sich oft bei der 21-prozentigen Steigung und können das Tempo meist bis zum Ende nicht mehr durchhalten.“

Bewirtung auf der Hütte (von links): Birgit König, Flavio Knirsch und Mia Gröner sind für das Kuchenbuffet zuständig

Foto: Zoller

Doch diesmal war es anders: „Ich habe meinen Teamkollegen Daniel Kirchenbauer gefragt, ob er ihn kennt, doch auch er konnte Fortenbacher nicht einordnen. Als es beim Lauf etwas flacher wurde, habe ich ihn eingeholt und dann sogar überholt. Mit meinem Teamkollegen hatte ich im Zweikampf um den ersten Platz gerechnet – aber nicht mit Marlon.“ Weber berichtet bewundernd, dass der junge Läufer nicht lockerließ und ihn überholte: „Am Skiheim war ich wieder dicht an ihm dran, aber dann hat sich ein Abstand von 200 bis 300 Metern bis zum Ziel eingependelt. Ich kannte die Strecke und wusste, dass es am Ende extrem hart wird. Daher wollte ich nichts mehr riskieren – sonst wird einem schwarz vor Augen, und man kippt um. Man muss ja jeden einzelnen Stein beim Sprung treffen.“ Über den letzten Streckenabschnitt sagt der dreifache Familienvater: „Den kenne ich auswendig, und das Endstück wird jedes Jahr schlimmer. Die Steine werden immer mehr ausgewaschen, man muss über sie drüberspringen, und am Schluss tut dir jeder Schritt weh. Daher riskiert man eben auf diesem Streckenabschnitt nichts mehr.“

„Richtig cool“

Hoch motiviert Marlon Fortenbacher ist begeistert über seinen überraschenden Sieg: „Es war richtig cool und hat sehr viel Spaß gemacht, die 500 Höhenmeter hier hochzulaufen.“ Ganz spontan hatte sich der Gernsbacher genau zehn Minuten vor dem Start angemeldet und war glücklich, so kurzfristig noch eine Startnummer bekommen zu haben. „Eigentlich war geplant, mit meiner Familie eine Wanderung auf den Dobel zu machen. Doch dann dachte ich mir: ‚Warum nicht einmal spontan am Berglauf teilnehmen?‘ Hoch motiviert bin ich gestartet – auch, weil ich in der vergangenen Woche den Ultra im Gasteinertal gelaufen bin. Im Endeffekt war es eine großartige Erfahrung, und ich bin sehr zufrieden mit meinem Lauf.“

Daniel Kirchenbauer, der Teamkollege von Tim Weber aus dem VfB Pfinzweiler., zeigt sich beeindruckt: „Es ist sehr schön, dass so junge Läufer wie Marlon Spaß an Wettbewerben wie diesen finden und mit 23 Jahren an einem Berglauf teilnehmen. Ich freue mich immer, wenn neue Gesichter diesen sportlichen Wettkampf bereichern. Das gibt dem Lauf noch einmal eine besondere Dynamik und zeigt, dass unsere Rennen für alle Altersgruppen attraktiv bleiben.“

Bei den Damen holte sich Lena Knirsch von der Skizunft Bad Herrenalb mit 36.52 Minuten den Sieg.

Foto: Zoller

„Best Ager“ Dass der Hahnenfalz-Berglauf nicht nur für Läufer zwischen 20 und 40 Jahren reizvoll ist, zeigen gleich mehrere Beispiele aus der Altersgruppe der „Best Ager“.

Nicht nur Uwe Renz aus Karlsbad, der mit 68 Jahren zum dritten Mal teilnahm und als erfahrener Berg- und Trailläufer gerne bergauf läuft, sondern auch Werner Rentschler aus StraubenhardtFeldrennach, der den Lauf als persönliche Herausforderung und Test seiner Fitness betrachtet. Für Rentschler war es die erste Teilnahme am Hahnenfalz-Berglauf. Mit 75 Jahren erreichte er beim allerersten Lauf hoch zur Hahnenfalz-Hütte eine Zeit von einer Stunde, fünf Minuten und 21 Sekunden. Zum wiederholten Mal nahmen Gäste aus Stuttgart-Vaihingen am Hahnenfalz-Berglauf teil. Als ältester Teilnehmer ging Walter Wiedenmann mit seinen 76 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Hannelore (68) an den Start. Beide sind inzwischen Stammgäste.

Nächstes Jahr Jubiläum

Geselliger Treffpunkt Mit vielen fleißigen Helfern organisierte die Skizunft im 99. Jahr ihres Bestehens den zwölften Berglauf in Kombination mit dem Hahnenfalz-Hüttenfest.

Damit war die Veranstaltung trotz grauem Herbsthimmel und nassem Boden nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein geselliger Treffpunkt für Wanderer, Radfahrer und spontane Besucher, die sich alle auf leckere Speisen und ein großes Kuchenbuffet freuten.

Mit diesem Event am Sonntag konnte die Skizunft Bad Herrenalb erneut ihre Rolle als sportlicher Impulsgeber in der Region unterstreichen und macht Lust auf das 100. Jubiläum des Bad Herrenalber Vereins, das im kommenden Jahr vom 19. bis 21. Juni gefeiert wird.

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