Bad Herrenalb
: Neuer Gebietsleiter bringt frischen Wind

Amt: Glückstein übernimmt Forstbezirk
Von
Winnie Gegenheimer
Oberndorf
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Arne Glückstein ist inzwischen angekommen als Gebietsleiter im Forstbezirk "Westlicher Schwarzwald".Foto: Gegenheimer

Schwarzwälder Bote

Bad Herrenalb. Seit Januar ist Arne Glückstein offiziell im Amt als Gebietsleiter III im Forstbezirk "Westlicher Schwarzwald" von Forst BW und damit zuständig für Waldnaturschutz, Waldzertifizierung, Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik. "Es war eher ein Raketenabschuss als ein Start!" nimmt der 54-Jährige den lebhaften Einstand in ein ziemlich breites Arbeitsfeld mit Humor.

Eigentlich, erklärt er, hätte er wie alle Kollegen der Forstbezirksverwaltung, die unter ihrem Leiter Tobias Volg ihren Sitz im ehemaligen Notariat in Bad Herrenalb haben, schon zum Januar 2020 kommen sollen: "Aber an meiner alten Arbeitsstelle fehlte der Nachfolger. Ich war 20 Jahre lang bei Forst BW am Forstlichen Bildungszentrum landesweit für die Aus- und Fortbildung zuständig."

Jetzt sei Zeit für etwas Neues, brennt der studierte Forstingenieur (FH) für seine neue Aufgabe: "Das ist sozusagen ›zurück zu den Wurzeln‹." Zwei Jahre sei er nach dem Studium Revierförster im Odenwald gewesen, dann als Büroleiter nach Karlsruhe gewechselt, habe dort unter anderem das Waldklassenzimmer mit aufgebaut. Schließlich der Wechsel ans Forstliche Bildungszentrum, von wo er nun kommt.

Vorbereitung der Strategie

Doch welche Pläne hat er nun hinsichtlich seiner Arbeitsfelder? "Eigentlich ist es gut, dass zum Thema Waldpädagogik coronabedingt gerade nichts kommt", nimmt es Glückstein positiv. Da werde er natürlich seine Strategie vorbereiten, aus seinem großen Erfahrungsschatz schöpfen. "Konzeptionell schwebt mir etwas vor, was interessierte Schulen über einen längeren Zeitraum einbindet – weniger lang am Stück, aber öfter raus. Auch Angebote für Kindergärten soll es geben. In enger Abstimmung mit unserem Bezirksleiter Tobias Volg suche ich einen geeigneten Standort –, wenn es klappt, fürs Schuljahr 2021/22."

Zum Arbeitsfeld Waldnaturschutz hat Glückstein ebenfalls Pläne: "Kleine, begrenzte Waldrefugien sollen entstehen, die ganz aus der Bewirtschaftung genommen werden. Dann steht die Renaturierung des Moores in Kaltenbronn an. Und auch das Eyachtal fällt in meine Zuständigkeit – alles sehr spannende Themen!"

Die Waldzertifizierung als drittes Aufgabenfeld umfasse alles von sozialen Belangen wie der Entlohnung der Forstwirte bis zu Standards der Waldbewirtschaftung. Natürlich fällt da auch das Stichwort "Nachhaltigkeit". "Das sind prägende Begriffe. Das ist mein Thema!", betont der Forstingenieur. "Wir erleben heute an vielen Stellen, dass das Forsten vergangener Jahrzehnte nicht wirklich nachhaltig war. Ich möchte gern vermitteln, dass jeder Einzelne, begonnen beim Konsumverhalten, nachhaltig agieren kann."

Der selbst verursachte Klimawandel zeige sich auch in dem, womit er momentan in seinem vierten Arbeitsfeld, der Öffentlichkeitsarbeit, viel zu tun habe: "Laufend müssen Straßensperrungen erfolgen, weil Bäume am Straßenrand zu fällen sind, die von der Trockenheit geschädigt sind." Dann beugt er sich über die Karte mit dem Forstbezirk "Westlicher Schwarzwald", den zehn Staatsforst-Revieren, den 19 000 Hektar Fläche in sechs Landkreisen mit zahlreichen Kommunen samt aller Infrastruktur und es wird klar: Da ist in der Tat sehr viel zu tun.

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