Bad Herrenalb
: 2013 könnten Arbeiten beginnen

Planungsbüro aus Berlin gewinnt Wettbewerb "Gartenschau Bad Herrenalb 2017".
Von
Dietmar Glaser
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Der freie Landschaftsarchitekt Hubert Möhrle von der Jury (links) sowie Bad Herrenalbs Bürgermeister Norbert Mai (Dritter von links), lobten den Entwurf von Ulrike Böhm (Zweite von links), Katja Benfer und Cyrus Zahiri für den Wettbewerb "Gartenschau Bad Herrenalb 2017". Erich Herrmann, Gartenbaudirektor im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in Stuttgart, erläuterte das weitere Vorgehen (von links).

Glaser

Bad Herrenalb - Seit Samstag stehen die Gewinner fest: Den Planungswettbewerb "Gartenschau Bad Herrenalb 2017" hat das Planungsbüro "bbzl landschaften städtebau" aus Berlin für sich entschieden. Es hat mit dem Büro Isaplan aus Leverkusen zusammengearbeitet.

Am Wettbewerb nahmen 25 Planungsbüros aus Deutschland und dem benachbarten Ausland teil. Ihre Ergebnisse sind noch bis zum 7. Dezember im großen Saal des Kurhauses von Bad Herrenalb zu sehen. Die Entwürfe der Preisträger bleiben bis Weihnachten im Lesebereich des Kurhauses öffentlich ausgestellt.

"Das mit Spannung erwartete Wettbewerbsergebnis des landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerbs liegt jetzt vor", sagte Bad Herrenalbs Bürgermeister Norbert Mai. Entschieden hat ein 18-köpfiges Preisgericht aus Vertretern des Gemeinderats, der Stadtverwaltung, des Ministeriums Ländlicher Raum und namhafter Landschaftsarchitekten sowie Stadtplanern aus ganz Deutschland.

Nach einer 16-stündigen Sitzung wurden fünf Preise und zwei Anerkennungen vergeben. Einstimmiges Ergebnis: Der beste Entwurf stammt von Ulrike Böhm, Katja Benfer und Cyrus Zahiri aus Berlin. Weil es die mit Abstand beste Arbeit sei, habe man keinen zweiten Preis vergeben, stattdessen drei dritte Preise, die alle an Berliner Planungsbüros gingen. Den fünften Preis erhielt der Gartenschauprofi Stefan Fromm aus Dettenhausen. Anerkennendes Preisgeld gab es für zwei weitere Wettbewerbsarbeiten. Alle anderen Teilnehmer gingen leer aus.

Naturschwimmbad auf der Schweizerwiese

Die Gewinner des Wettbewerbs waren eigens aus Berlin angereist, um ihre Pläne persönlich zu erläutern. Cyrus Zahiri machte die gewachsene Stadtstruktur lesbar. Ulrike Böhm beschrieb die Gestaltungsschwerpunkte: Gärten im Klosterbereich, Fußwege entlang des Gaisbachs, Stufen zur Alb am Rathausplatz, eine große Wasserfläche mit Terrassen am Zufluss von Gaisbach und Alb, eine neu gestaltete Kurpromenade mit Platz vor den Geschäften und Öffnung zum Kurpark, eine naturnah ausgebaute Alb mit begleitenden Fußwegen bis zum Bahnhof, ein Naturschwimmbad auf der Schweizerwiese.

Mitglieder der Jury lobten die Komposition aus Städte- und Landschaftsarchitektur mit stadttypischen Elementen aber auch dichteren Baumpflanzungen. "Den Verfassern gelingt es sehr gut, die Qualitäten des Ortes zu erkennen und in angemessener Weise weiterzuentwickeln", sagte Andrea Gebhard, freie Landschaftsarchitektin aus München und Vorsitzende des Preisgerichts.

Hubert Möhrle, freier Landschaftsarchitekt aus Stuttgart, verwies auf die Problemübergänge Rathaus/Kurpark und Kurpark/Schweizerwiese. Sie seien "raffiniert gelöst", der Bahnhof "feinsinnig und professionell" in die Planung einbezogen. Weil der Entwurf die städtebaulichen Probleme von Bad Herrenalb am besten löse, sei er auf Platz eins gesetzt worden. Den Betrachter der Pläne mag überraschen, dass Komponenten der Gartenschau – abgesehen von einigen Blumenbeeten entlang der Fußwege – nicht ausgearbeitet wurden. Bürgermeister Mai erläuterte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es dafür eine eigene Planung geben werde.

Das weitere Prozedere erläuterte Erich Herrmann, Gartenbaudirektor im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in Stuttgart. Mit den Preisträgern werden die Schwächen der Entwürfe besprochen. Wenn diese behoben sind, komme es zum Planungsauftrag. Dann werden die Ideen und Anregungen der Bürger gehört und die Pläne verfeinert. Herrmann: "Baubeginn ist vielleicht 2013."

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.