Ausbildungsmesse in Bad Wildbad: „Wir müssen uns von der Masse abheben“

Reges Interesse der Jugendlichen herrschte an den verschiedenen Firmen- und Betriebsständen.
Carsten Knöller„Für beide Seiten ist diese Veranstaltung eine Win-Win Situation“, so beschreibt die Konrektorin Tanja Insinna das spannende Infoangebot für die Jugendlichen.
Insgesamt 23 Firmen oder auch öffentliche Institutionen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Pforzheim, die Sport- und Gymnastikschule Karlsruhe (SGKA), Kindertagesstätten, die Polizei oder das Amtsgericht Tübingen, buhlten an ihren Ständen um den begehrten Nachwuchs.
Bekanntheitsgrad steigern
Selbstverständlich profitieren auch die Unternehmen von der Messe, da sehr einfach Erstkontakte zu Talenten hergestellt werden können. Oftmals helfen oder beschleunigen verschiedene Vorabinterviews den Einstellungsprozess. Zusätzlich steigern die Arbeitgeber auch ihren Bekanntheitsgrad in der Region.

Nadine Jost (vorne) von der Kinderklinik Schömberg erläuterte dem Nachwuchs das sterile Arbeiten in der Pflege.
Foto: Carsten KnöllerErste Berührungspunkte
„Natürlich sind unser Wunsch und unser Ziel, dass möglichst viele Schulabgänger direkt mit einer Ausbildung starten“, so die stellvertretende Schulleiterin. Genaue Zahlen gebe es aber bis jetzt keine. „In Gemeinschaft mit den Schülern möchten wir aber diesbezüglich Evaluationen durchführen“, berichtet Insinna. Erste Berührungspunkte über den Berufsalltag lernen die Kinder der Calmbacher Fünf-Täler-Schule bei einem eintägigen Praktikum bereits in der sechsten Klasse. In Klasse sieben steht ein ebenfalls eintägiges soziales Engagement – beispielsweise in einem Pflegeheim oder im Kindergarten – auf dem Programm. Große Erfahrungen kann der Nachwuchs in den Praktika in der achten und neunten Klasse, zweimal je eine Woche, sammeln. Um die ersten Annäherungsversuche so unproblematisch wie möglich zu gestalten, gaben die Verantwortlichen der Fünf-Täler-Schule den Schülern Laufzettel mit auf den Weg. Dort konnten wichtige Infos wie Ansprechpartner, Art des Ausbildungsberufes, Möglichkeiten eines Praktikums oder einer Ausbildung explizit vermerkt werden.
Offene Türen
Dass dem Nachwuchs in den allermeisten Branchen derzeit sämtliche Türen geöffnet sind, unterstreicht auch Daniel Hummel, Leiter der gewerblichen Ausbildung bei der Höfener Firma Schneeberger.
„Wir müssen uns von der Masse abheben und durch Aktivitäten die Aufmerksamkeit erlangen“, beschreibt der Lehrmeister die augenblickliche Situation auf dem Lehrstellenmarkt.
Steriles Arbeiten
Nadine Jost von der Schömberger Kinderklinik ließ die Jugendlichen den Umgang mit der speziellen „Klemme“ für steriles Arbeiten an einem Teddybären üben. Gleich nach Bekanntmachung des Termins ging der Forst BW direkt auf die Fünf-Täler-Schule zu, um einen Stand zu ergattern. Das Team am Stützpunkt Calmbach habe noch freie Kapazitäten und halte Ausschau nach geeigneten Bewerbern, erläuterte der Ausbildungsverantwortliche Jürgen Dürr. „Wir machen eigens dafür einen Tag. Im Wald gilt es zwei Aufgaben zu lösen. Aber auch das Allgemeinwissen und eine gewisse Theorie stehen im Fokus“, so der Forstwirtschaftsmeister. Die Hauptverantwortliche der Messe, Tanja Insinna, bekommt auf jeden Fall leuchtende Augen, wenn sie ehemalige Schülerinnen und Schüler in den diversen Ständen als Azubis begrüßen darf.