Ära in Bad Wildbad endet
: Pfarrer Löffler erfährt Wertschätzung und Anerkennung

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdiensts in der Bad Wildbader Stadtkirche hat die evangelische Kirchengemeinde Obere Enz ihren Pfarrer Gottfried Löffler verabschiedet.
Von
Bernd Helbig
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Dekan Joachim Botzenhardt verabschiedete Pfarrer Gottfried Löffler sowie dessen Frau Esther und spendete den Reisesegen.

Helbig

Pfarrer Löffler blickte zurück: Am 23. März 1997 sei er das erste Mal als Pfarrer der Kirchengemeinde in der Stadtkirche an dieser Stelle gestanden und heute, nach fast 30 Jahren, schließe sich der Kreis. Es gebe Stationen im Leben, denen man nicht ausweichen könne. Und wenn es dann so weit sei, sei man dennoch unvorbereitet.

Wehmut und Dankbarkeit Er empfinde Wehmut und Dankbarkeit. Bei seiner Investitur habe er auf Psalm 121 hingewiesen in dem es heißt, „Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“ Davon habe er sich ebenso leiten lassen, wie von der Jahreslosung „Alles was ihr tut, geschehe in Liebe“ und der aktuellen Losung „Gott spricht, siehe, ich mache alles neu“.

Ära endet Als Vertreter der Landeskirche hielt Dekan Joachim Botzenhardt die Laudatio und bedankte sich herzlich für das Engagement Löfflers. „Nach 29 Jahren Dienst endet für Wildbad eine Ära“, dafür gebühre Löffler Dank und der heutige Tag solle ein Tag der Wertschätzung und Anerkennung sein, bekräftigte Botzenhardt.

Wie die Gemeinde vom Dekan erfuhr, hat Löffler nach Studium in Tübingen, Ausbildungsvikariat in Herbrechtingen und dem Pfarrvikariat in Crailsheim am 1. März 1997 seinen Dienst in Bad Wildbad begonnen.

Löffler habe immer neue Wege der Verkündigung gesucht und ungewöhnliche Traditionen etabliert. Etwa Gottesdienste am Buß- und Bettag, mit der Stadtkapelle anstelle der Orgel, das Sommertauffest oder die „Wildbader Predigten“ und die „Wildbader Kinderbibel“. Besonders am Herzen habe ihm das Heilig-Abend-Fest im Ludwig-Hofacker-Haus für Einsame und Arme gelegen, das ab 2008 stattgefunden habe. Löffler sei auch maßgeblich beteiligt an der Gründung des Hospizdienstes und des Sozialkaufhauses in Calmbach.

Vertretungsdienste Gründlich, vorausschauend und mit langem Atem, habe der Pfarrer seine Kirchengemeinde geleitet. Der Abschied falle dem Ehepaar Löffler bestimmt nicht leicht und sei auch nicht ganz freiwillig. Die vergangenen beiden Jahre seien heftig gewesen, weil die Gesundheit nicht mehr mitgemacht habe. Er freue sich, dass es nun wieder besser gehe und Löffler eine Perspektive habe. Von seinem Altersruhesitz aus könne er Vertretungsdienste im Kirchenbezirk Freudenstadt machen.

Reisesegen und Grußworte

Botzenhardt spendete schließlich den Reisesegen für Pfarrer Löffler und dessen Frau Esther. Dann war Gelegenheit für Grußworte.

Allerhand Abschiedsgeschenke Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Ulrike Kämmerer, dankte namens des Gremiums und verwies auf zahlreiche Projekte, die unter Löfflers Regie entstanden sind. Weitere Grußworte sprachen Bürgermeister Marco Gauger und Guido Schmid von der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius.

Auch eine Gruppe von Kindergartenkindern verabschiedete sich von ihrem Pfarrer. Dazu gab es allerhand Abschiedsgeschenke. So schenkte der Kirchengemeinderat dem Ehepaar Löffler eine Ruhebank samt Sitzkissen und Bürgermeister Gauger überreichte dem Paar ein Bild mit einem Blumenmotiv aus dem Kurpark.

Lieder begleitet

Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt von Orgel, Stadtkapelle, Kantorei und Posaunenchor – und natürlich von den Chorälen der Gläubigen.

Auch Löffler griff zur Klampfe und begleitete einige Lieder.

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.