Waldheim Ebingen: Was die Ferienfreizeit an Überraschungen birgt

Dominique Muller, Marlene Korn, Anja Krauß, Leonie Greiner, Anja Fritschi und Nicole Steinhöfer (von links) freuen sich auf die Waldheim-Freizeit und testen die neuen Tischgarnituren für die Waldheim-Knöpfle. Es fehlen Jonas Broß, Tabea Hauer, Manuel Kauffmann, Levin Korzus und Dominik Speißer.
Karina EyrichGrießbrei, Kaba mit Weckle, Gaisburger Marsch und Butterwecken mit Schokostreuseln – das haben sich die älteren der 45 Mitarbeiter des Waldheims Ebingen für die Freizeit 2025 gewünscht, und das bekommen sie und die 200 Kinder, denn diesmal soll vieles so sein wie vor 70 Jahren. 1955 fand die erste Ferienfreizeit unter dem Schlossbergturm statt, und die alten Logos in Gelb auf großem blauen Banner zeugen von der langen Geschichte.
Eine solche hat auch Leiterin Anja Fritschi: Wenngleich erst 42 Lenze alt, ist sie schon zum 25. Mal als Mitarbeiterin dabei und freut sich auf die Freizeit mit dem Motto „Back to the roots“, das man sonst eher vom „Tropi“, der Ebinger Disko, kennt: Tatsächlich seien die ersten gleichnamigen Tanz-Veranstaltungen auf dem Waldheim gefeiert worden, berichtet sie verschmitzt.

Das Plakat zeigt das Jubiläums-Logo und alle bisherigen Waldheim-Logos.
Foto: Karina Eyrich„Das Elternfest am Freitag, 15. August, soll eine Zeitreise werden, auf der die Gruppenleiter Elemente ihrer einstigen Lieblingselternfeste einbringen“, erzählt sie. Dann werden Lieder aus dem alten Liederheft gesungen, „und die alten Brotschüsseln aus Metall holen wir auch wieder raus“.

Gut aufgestellt: die Erweiterte Waldheim-Leitung
Foto: Karina EyrichCo-Leiterin Nicole Steinhöfer schwärmt vom Jubiläumsgottesdienst am Sonntag, als das Haupthaus zum „Haus der Begegnung“ geworden sei. „Anja Fritschi hat in drei Nachtschichten alte Bilder sortiert“, berichtet sie lachend, „und wir haben 744 Fotos entwickeln lassen“. Nicole Steinhöfer klebte sie auf rund 30 thematisch sortierte Plakate, versah sie mit knackigen Überschriften, und so hatten alle Besucher viel zu gucken, erinnerten sich an ihre Zeit als Waldheim-Kinder und schwelgten in Erinnerungen. Dass Andreas Laib – als Waldheim-Leiter hat er Legenden-Status – dazu Gitarre spielte, tat ein Übriges.

Weiß auf alle Fragen Antwort: Dominique Muller
Foto: Karina EyrichVon Dekan Michael Schneider hat das Team ein Asterix-Plakat geschenkt bekommen, dessen Aussage er in seiner Predigt zum Thema gemacht hat und das nun einen Ehrenplatz bekommt. „Er war in Göppingen selbst Waldheim-Pfarrer und hat zum dortigen Waldheim noch engere Beziehungen als zur Gemeinde“, weiß Anja Fritschi, die von solchen lebenslangen Freundschaften ein Lied singen kann.

Das bunte Plakat hat Anja Fritschi, die auch Kindergarten-Leiterin ist, von „ihren“ Kindern bekommen.
Foto: Karina EyrichIhr jüngster Sohn und Nicole Steinhöfers Tochter waren selbst Waldheim-Kinder, sind zum ersten Mal Gruppenleiter, und auch ihre Männer haben die beiden Chefinnen involviert: einer hat Getränke verkauft, der andere Würste gewendet.

Aus den verkauften Kirchengebäuden stammen diese Aufbewahrungsmöbel.
Foto: Karina EyrichZur Erweiterten Waldheim-Leitung (EWL), zu der noch Jonas Broß, Leonie Greiner, Tabea Hauer, Manuel Kauffmann, Marlene Korn, Levin Korzus, Anja Krauß, Dominique Muller und Dominik Speißer gehören, zählten inzwischen Personen, die sie selbst schon betreuten, so die Leiterinnen, und verschmitzt fügen sie hinzu: „Aber wir behandeln sie nicht mehr wie die Fünfjährigen, als die wir sie kennengelernt haben, sondern auf Augenhöhe.“
Am Gemeinsamen Tag“ wartet eine heiße Küchenschlacht
Für die elf Waldheim-Knöpfle, die Jüngsten ab drei Jahren, hat das Team zum Jubiläum von der evangelischen Kirchengemeinde eigene Tischgarnituren bekommen und fürs Zelt 30 große sowie Mobiliar aus den verkauften Kirchen und dem Gemeindehaus. Und nicht zuletzt ist einer der Köche neu – ein Profi: Waldheim-Papa Marco Gärtner verstärkt erstmals das Team um Küchenleiterin Doris Burgmann. Sie alle kochen diesmal Retro: Wie Grießbrei gelingt, wissen sie noch. Und am „Gemeinsamen Tag“ aller Gruppen wartet eine Küchenschlacht – das kann ja heiß werden.