Von der Zollernalb in die Alpen
: Zwei Nusplinger übernehmen traditionsreiche Siegerlandhütte bei Sölden

Luis Schneider und Peter Weiger erfüllen sich einen Traum: Ab Juni führen sie die Siegerlandhütte bei Sölden. An der Speisekarte wird seit Monaten gearbeitet.
Von
Katja Weiger-Schick
Oberndorf
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Sie freuen sich schon auf das neue Abenteuer: Peter Weiger (links) und Luis Schneider sind die neuen Pächter der Siegerlandhütte im Ötztal.

Norman Ill

Damit haben sie sich ihren großen Alpen-Traum erfüllt: Luis Schneider und Peter Weiger haben im Dezember 2025 die Siegerlandhütte über Sölden übernommen. Die beiden 20-Jährigen gehören zu den jüngsten Hüttenwirten der Alpenregion. Im Juni geht es vom Bäratal in die Alpen.

Für viele Bergfreunde, das wissen Luis Schneider und Peter Weiger, ist die Hütte ein Stück Heimat in Tirol. „Diese Tradition möchten wir bewahren“, betont Luis Schneider. Er kommt aus Ehningen bei Böblingen und ist erfahrener Leistungskletterer und -trainer. Peter stammt aus Nusplingen und reist für sein Leben gern: Er hat als Flugbegleiter gearbeitet und schon viel von der Welt gesehen. Wenn sie nicht gerade auf Wandertour sind oder im Donautal klettern, leben sie mit ihrem Golden Retriever „Spax“ in Nusplingen im Zollernalbkreis.

Das Team, mit dem sie die nächsten Monate in den Bergen arbeiten werden, haben die Hüttenwirte bereits zusammengestellt. Auch die Mitglieder der Sektion Siegerland, in deren Besitz sich die Hütte befindet, haben sie schon kennengelernt. „Wir sind sehr freundlich aufgenommen worden“, erzählt Peter Weiger. Sie wollen die Hütte als Treffpunkt für Wanderer, Tourengeher, Naturfreunde und Familien in die Zukunft führen.

Lieferung per Helikopter

Die beiden Männer sind leidenschaftliche Hobbyköche und freuen sich sehr auf ihr großes Abenteuer in den Stubaier Alpen. Seit Monaten tüfteln sie an ihrem Konzept und der Speisekarte. Diese wird gleichermaßen regionale Köstlichkeiten und liebgewonnene Hüttenklassiker bieten: allerlei Knödel, Kaiserschmarrn und Apfelstrudel.

Die Siegerlandhütte steht seit vielen Jahrzehnten für alpine Gastfreundschaft, authentische Küche und alles, was die Gemütlichkeit einer Berghütte ausmacht. Mit ihren knapp 100 Jahren hat sie schon viele tausend Wanderer beherbergt.

Eine knifflige Herausforderung: Die Hütte wird per Helikopter versorgt. Das bedeutet, dass alles – von der Milch bis zum Toilettenpapier – auf den Berg geflogen werden muss. „Das erfordert exakte Planung“, erzählen die beiden Wirte. Derzeit sind die beiden mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt: „Wir können es kaum erwarten, bis es endlich losgeht.“

Inmitten der Berge

Die Siegerlandhütte liegt auf 2710 Metern Höhe am Fuß der höchsten Stubaier Berge. Sie wurde in den Jahren 1928/1929 im Windachtal erbaut, östlich des bekannten Wintersportorts Sölden im Ötztal. Zu Fuß ist sie in vier bis sechs Stunden zu erreichen, je nach Startpunkt. Die Hütte hat rund 50 Betten, eine Gaststube für etwa 60 Personen und eine Sonnenterrasse. Sie ist ein wichtiger Stützpunkt für Wanderer und Bergsteiger und wird vom Deutschen Albenverein, Sektion Siegerland, betrieben. Zwischen 1500 und 2000 Besucher kommen jedes Jahr auf die Hütte. Die Saison geht in der Regel von Ende Juni bis September.

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