„Störenfried“ gesucht
: Nusplinger ärgern sich über Ausfälle im Vodafone-Netz

In der Gemeinde Nusplingen fallen derzeit in vielen Haushalten TV, Internet und Telefon aus. Die Vodafone-Kunden sind genervt.
Von
Katja Weiger-Schick
Oberndorf
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In Nusplingen gibt es aktuell keinen Hinweis darauf, welcher so genannte „Rückwegstörer“ dafür verantwortlich ist, dass mitunter das Vodafone-Netz ausfällt.

Katja Weiger-Schick

Man arbeite „intensiv“ an einer Lösung, schreibt Vodafone-Konzernsprecher Volker Petendorf auf Nachfrage. „In einem sehr kleinen Teil des Glasfaserkabelnetzes von Nusplingen liegt seit Oktober 2025 eine sporadische Einschränkung vor.“

Betroffen seien 39 Anschlüsse. Vodafone selbst unternehme aktuell zentrale Fernmessungen durch regionale Dienstleister. Als Ursache vermutet der Konzern einen so genannter „Rückwegstörer“.

Defekte Elektrogeräte stören den laufenden Betrieb

Dahinter verbergen sich häufig defekte Stromkabel und Steckdosen sowie sehr alte, defekte oder gar illegal betriebene Elektrogeräte.

Sobald dieses Gerät in Betrieb ist, sendet es laut Petendorf Störsignale, welche die Internet-, Telefon- und TV-Nutzung im betroffenen Bereich des Kabelnetzes einschränken. Dies reiche bis zum Komplettausfall oder einer geringeren Internet-Bandbreite.

Der Störer kann nur ermittelt werden, wenn er aktiv ist

Die nötigen Messungen sind laut Vodafone angelaufen. Die Lokalisierung des Rückwegstörers sei laut Petendorf sehr zeitaufwendig und nur dann erfolgreich, wenn das defekte Gerät läuft oder gerade benutzt wird. Sobald es gefunden ist, wird der betreffende Kunde angesprochen.

Die Mitarbeiter legitimieren sich grundsätzlich mit Vodafone-Ausweis und Personalausweis, auch dann, wenn Messungen nötig sein sollten.

Petendorf bedauert, dass es aktuell noch keinen konkreten Verdacht gibt: „Wir bitten die betroffenen Kunden bis zum Abschluss der laufenden Entstörung noch um etwas Geduld und um Entschuldigung für ihre vorübergehenden Unannehmlichkeiten.“

Die Nerven liegen vielerorts blank

In den Nusplinger Haushalten indes liegen die Nerven vielerorts blank. Die Befragten benennen einen Störungszeitraum von sechs bis acht Wochen. Außerdem sind ihnen Netzprobleme in anderen Heuberggemeinden bekannt.

Urplötzlich breche, berichten sie unisono, das Telefongespräch ab, die Leitung sei tot. Oder die Internetverbindung ist weg, das Fernsehbild verpixelt sich beim abendlichen Spielfilm und verschwindet schließlich ganz – oder der TV-Ton stört empfindlich.

„Ich hätte mir mehr Kundennähe gewünscht“

Eines ist ihnen aufgefallen: Rund um die Uhr können diese Ausfälle auftreten, egal ob morgens, mittags, abends oder mitten in der Nacht. „Bei aller Liebe“, moniert ein Familienvater, der von daheim aus für einen großen Konzern tätig ist. „Ich arbeite selbst im Support. Ich hätte mir mehr Kundennähe gewünscht.“

Eine andere Nusplingerin muss wegen der Störungen im Netz aktuell aufs Homeoffice verzichten. Ein organisatorischer Mehraufwand für die Mutter zweier Schulkinder: „Ich bin deutlich mehr auf der Strecke. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld und Nerven.“

Eine Nusplingerin erreicht eine kuriose Nachricht

Bürgermeister Jörg Alisch hat sich der Angelegenheit ebenfalls angenommen. Mehrfache Kontaktaufnahmen über die Konzern-Hotline und deren Ticketsystem haben er und sein Rathaus-Team getätigt – mit wenig Erfolg: „Ich hätte mir eine konkrete Aussage zu unserer Störung gewünscht.“

Eine weitere Bürgerin wiederum machte diese Woche große Augen. Sie bekam eine Mail von Vodafone, als das Netz gerade einmal funktionierte. Der Inhalt: Man habe sie telefonisch nicht erreichen können.

Unter Umständen besteht Anspruch auf Ausgleichszahlungen

Störungen können Vodafone-Kunden laut Volker Petendorf rund um die Uhr melden und verweist – falls sie funktionieren – auf die digitalen Kanäle oder den kostenlosen Anruf unter 0800-172 12 12. Im direkten Dialog würden gegebenenfalls mit den Kunden kostenlose „temporäre Ersatzlösungen“ diskutiert, etwa Datenvolumen auf dem Handy oder mobile Router.

Seien diese nicht realisierbar, haben Betroffene eventuell Ansprüche auf Ausgleichszahlungen für den Zeitraum eines vollständigen Netzausfalls bei Internet und Telefonie. Dies sei in den jeweiligen Kundenverträgen und im Telekommunikationsgesetz geregelt.

Weitere Infos zu „Rückwegstörern“

„Rückwegstörer“
sind laut Vodafone-Konzernsprecher Volker Petendorf einer der häufigsten Gründe für Störungen im DSL-Festnetz, Glasfaser- und im Glasfaserkabelnetz in Deutschland. Die Palette potenzieller Rückwegstörer – auch Rückkanalstörer genannt – ist laut Vodafone vielfältig. Dies können Funkkopfhörer, Babyfone, LED-Beleuchtungsmittel, Flugdrohnen, Spielkonsolen, Netzteile von Ladegeräten, alte VHS-Videorekorder, Röhrenfernseher sein. Jährlich werden laut Konzernmitteilung mehr als eine Million solcher Geräte eingesammelt – häufig schon vor der Einfuhr. Doch manche fänden den Weg in Häuser und Wohnungen und würden dort zu Störsendern.

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