Sternsinger Margrethausen: Ungewöhnliche Tradition als Aushängeschild

Ein Kamerateam begleitet die Männer.
Hans RaabAuch im Bereich der Kirchengemeinde St. Margareta waren Sternsingergruppen unterwegs. Sie brachten den Segen nicht nur in die Häuser von Katholiken, sondern wurden auch bei evangelischen und Menschen anderer Glaubensrichtung willkommen geheißen.
Während in Burgfelden und Pfeffingen Kindergruppen mit geweihter Kreide oder Aufklebern das bekannte „20*C+M+B+26“ an die Haustüren schrieben oder dort anbrachten, hatten sich in Margrethausen traditionell zwölf gestandene Männer auf den Weg gemacht. Ihnen war gemein, dass sie unter dem Motto „Sternsingen gegen Kinderarbeit - Schule statt Fabrik“ Spenden für Kinder in der ganzen Welt sammelten.
In Margrethausen hatte sich wegen der Besonderheit, dass Erwachsene an der Aktion beteiligt sind, das Fernsehen angesagt. Das Team erschien schon zur Ankleide, begleitete die Sternsinger durch den Aussendungsgottesdienst und bei einigen Hausbesuchen.
Nicht jeden Tag ist eine Kamera dabei
Groß war auch der Besucherandrang in der Kirche, als Pater Manu Sebastian – selbst einer der Sternsinger – die Aussendungsfeier zelebrierte. Die Erwachsenengruppe gestaltete den Gottesdienst mit, mancher ein bisschen aufgeregt: Schließlich ist nicht jeden Tag eine Fernsehkamera auf einen gerichtet.
Bereits am Sonntag, dem Tag der Aussendung, wurde in den SWR-Nachrichten ein Bericht über die Hausbesuche der Erwachsenen-Sternsinger ausgestrahlt. Darüber hinaus waren sie am Montag auf unterschiedlicher Weise medial präsent: Ob Videotext, Rundfunk, WhatsApp oder Instagram – überall wurde berichtet. Für kurze Zeit war Margrethausen im Südwesten bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund und bleibt manchen sicherlich in Erinnerung.
Alles paletti also - wäre da nicht ein Wermutstropfen gewesen: Entgegen dem Versprechen des Senders wurde ein Beitrag über den gesamten Zeitraum der Aktion in der Landesschau nicht gesendet. Dies sorgte doch für eine gewisse Enttäuschung bei den Besucherinnen und Besuchern des Gottesdienstes, vor allem den Männern in ihren Königsgewändern.
Bekannt über die Stadtgrenzen hinaus
Durch die Beiträge in den Nachrichten und das mehrfach ausgestrahlte Interview mit Markus Deufel – Ortsvorsteher und Sprecher der Erwachsenen-Sternsinger – wurde Margrethausen jedoch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die beteiligten Männer dürfen sich als Botschafter für ehrenamtliches Engagement und Aktivisten für eine guten Zweck sehen.
An zwei kalten Tagen besuchten die erwachsenen Streiter für Kinderrechte zahlreiche Häuser in Margrethausen, waren meist gerngesehene Gäste und konnten insgesamt 3 400 Euro an Spendengeld sammeln. Auch die Kindergruppe in Pfeffingen war bei ihren Hausbesuchen erfolgreich und sammelte 550 Euro.
Die Männertruppe trägt darüber hinaus zum dörflichen Miteinander bei: Sie führt selbst diverse Veranstaltungen durch, unterstützt andere Gruppen bei deren Aktionen und spendet ihre Erlöse regelmäßig an soziale Einrichtungen oder beteiligt sich an lokalen Projekten.