Stausee in Oberdigisheim
: Osterweg führt rund um das Gewässer

Wer mit offenen Augen und ein bisschen Muße dieser Tage den Weg rund um den Stausee in Oberdigisheim begeht, der entdeckt so manches kleine Kunstwerk. Auf der Strecke rund um das Gewässer ist ein Osterweg angelegt – mit Kreuzwegstationen.
Von
Christoph Holbein
Oberndorf
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  • Hier startet der Osterweg rund um den Stausee in Oberdigisheim, den Rebekka Stingel organisiert hat.

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  • Das letzte Abendmahl.

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  • Im Garten Gethsemane betet Jesus zu seinem Vater: "Lass’ diesen Kelch an mir vorübergehen."

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  • Jesus vor dem Pontius Pilatus: Der römische Statthalter spricht das Urteil über den König der Juden mit Purpurmantel und Dornenkrone.

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  • Unter seinem schweren Kreuz fällt Jesus auf dem Weg zur Schädelhöhe.

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  • Golgotha, die Schädelhöhe. Dort wird Jesus mit zwei anderen gekreuzigt.

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  • Ein Zelt symbolisiert das Grab, in das Jesus gelegt wird.

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  • An Ostern wird der Stein vor dem Grab weggerollt. Ganz so schwer wir vor fast 2000 Jahren wird es diesmal nicht – er ist aus Schaumstoff.

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  • Jetzt darf Ostern kommen: Am Stausee Oberdigisheim lädt ein Hase zum Spaziergang ein. Im Körbchen vor sich warten Schokoeier.

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  • Und an den Bäumen haben die Kindergartenkinder und ihre Eltern noch viel mehr Eier platziert...

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  • ...was ihnen sichtlich Spaß gemacht hat.

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  • ...sogar hinter Bäumen...

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  • ..während andere es sich in der Sonne gemütlich machen.

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  • Häschen warten überhaupt überall: in Nestern, umgeben von Eiern...

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  • ...und in vielen liebevollen Details sind beide vereint.

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  • ...im Zauberwald wimmelt es von Langohren...

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  • Unter manchen Bäumen schlüpfen derweil Küken...

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Meßstetten-Oberdigisheim - Auf die Idee ist Rebekka Stingel gekommen, als sie in Obernheim über den Weihnachtsweg gelaufen ist. So etwas wollte die 36-Jährige auch in Oberdigisheim installieren, und der Stausee bot sich ideal als Standort an. Die Wahl eines Termins fiel auf Ostern: "Das ist ein Familienfest, bei dem die Menschen gemeinsam spazieren und raus in die Natur gehen." Ihre Schwiegermutter, Karin Stingel, und ihren Mann Benjamin gewann sie gleich als Helfer. In Karin Stingel, Mitglied der Süddeutschen Gemeinschaft, war der Wunsch gereift, einen Kreuzweg aufzubauen. "Lass’ uns das kombinieren", war dann der Vorschlag ihrer Schwiegertochter, ebenfalls aktiv in der Süddeutschen Gemeinschaft. Den Ortsvorsteher Achim Mayer begeisterten sie und das Ordnungsamt überzeugten sie von dem Projekt.

Helfer der Süddeutschen Gemeinschaft und mehrere Familien aus dem Ort gestalteten daraufhin die verschiedenen Stationen – aufgrund von Corona und den Abstandsregeln immer in kleinen Teams individuell für jeweils einen Standort. Start war vor etwas mehr als einer Woche. Entstanden sind so sechs Kreuzwegstationen und viele bunte Osterdekorationen: "Und es kommt immer noch etwas dazu", sagt Rebekka Stingel.

Wer sich die Zeit und Muße nimmt, erlebt so einiges auf dem Weg

Geplant ist, den Osterweg bis zum 17. April aufgebaut zu lassen, also drei Wochen insgesamt. "Aber wenn er weiterhin so stark frequentiert wird, dann bleibt er vielleicht sogar etwas länger für einen Besuch", betont die 36-Jährige. Die Arbeit an dem Projekt habe jedenfalls Spaß gemacht. Wer sich Zeit nimmt für den Rundgang, der am hinteren Parkplatz entlang führt und ausgeschildert ist, und bei den Stationen stehen bleibt und die Texte liest, der ist gut zwischen 40 Minuten und einer Stunde unterwegs.

Die "Künstler" waren alle frei in der Gestaltung der Stationen zum Thema Ostern. Der Kreuzweg umfasst die sechs Themen Abendmahl, Garten Gethsemane, Verhaftung und Verhör, den Weg nach Golgatha, die Grablegung und die Auferstehung. Um diese zu symbolisieren, soll am Ostersonntag der Stein vor dem Grab weggerollt werden. Die Station Auferstehung bildet den Abschluss des Rundwegs.

Kreativ sind die österlichen Stationen. Da gibt es Baumschmuck und Karten – wasserdicht in einer Laterne verstaut – zum Mitnehmen. Ein hölzerner Osterhase offeriert Schokoladeeier zum Naschen, da besteht aber auch die Möglichkeit, auf einem "Gebetsbänkle" zur Ruhe zu kommen und sich zu besinnen.

"Wir sind noch offen für weitere Gestaltungen, da ist noch Platz für Dekorationen. Wer also Ideen, Lust und Zeit hat, darf noch mitwirken", betont Rebekka Stingel. Und wer mit offenen Augen den Rundweg begeht und genau hinschaut, findet so manche versteckte Sache, etwa kleine Häschen, die um den gesamten See verteilt sind. Auch der Kindergarten war aktiv und hat eine Station mit Bastelarbeiten gestaltet.

Der Weg war bislang schon gut besucht. "Und wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen", sagt die 36-Jährige. Ihrem vierjährigen Neffen, der beim Aufbau mitgeholfen hat, gefällt der Weg jedenfalls bestens.

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