Schäferfest in Onstmettingen
: Hübsche Alpakas, Schafe ohne Wolle und ein zünftiges Programm

Auch 20 Jahre später reißt das Interesse nicht ab: In Scharen waren die Besucher zum Schäferfest in Onstmettingen gekommen; zudem wurde auch der Weltkindertag gefeiert.
Von
Ulrike Zimmermann
Oberndorf
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Hochkonzentriert ist dieser Hund beim Schau-Hüten zugange, das mittlerweile feste Tradition beim Onstmettinger Schäferfest hat – selbst die vielen Besucher scheinen ihn bei der Arbeit nicht zu stören.

Ulrike Zimmermann

Der Ruf des Albstädter Schäferfestes auf dem Onstmettinger Raichberg reicht weiter über die Region hinaus. Auf dem proppenvollen Parkplatz unterhalb des Nägelehauses waren sogar Nummernschilder aus Stuttgart und dem Bodenseekreis zu finden.

Und in diesem Jahr machte das Familienfest seinem Namen ganz besondere Ehre: Das lag nicht nur an dem herrlichen Spätsommerwetter, das am Samstagnachmittag schon fast unerträglich heiße Temperaturen bescherte, sondern vor allem an den zahlreichen Angeboten für die kleinen Festgäste – denn am 20. September war auch Weltkindertag.

Erstmals war auch die Kitzrettung der Jägervereinigung mit dabei

Neben der traditionellen Zaubershow und dem Kasperletheater im Festzelt war das Gelände ein einzigartiger Outdoorspielplatz mit viel Platz zum Toben auf der Strohhüpfburg oder beim Karussellfahren. An den verschiedensten Ständen konnte gebastelt, gemalt oder gespielt werden.

Ein besonderes Stelldichein gab es bei den beiden Albeseln Peterle und Paulchen. Dort durften die Kinder nicht nur die Esel über einen kleinen Parcours führen, sondern auch noch mit der Bürste Hand an das Fell anlegen. An den hübschen Alpakas kam sowieso keiner ohne Freudenrufe vorbei.

Das Schäferfest vereint auf einzigartige Weise Naturschutz, Brauchtum und Tradition – zum Anschauen, Staunen und Entdecken. Zwar stehen die Schafe und ihre Produkte im Mittelpunkt, aber Informationen in Hülle und Fülle gab es auch an den einzelnen Ständen.

Erstmals vor Ort war auch die Kitzrettung der Jägervereinigung Zollernalbkreis. Mit Hilfe einer Wärmebild-Drohne werden im Frühsommer die Wiesen vor der Mahd nach Rehkitzen abgesucht und diese dann vor dem sicheren Tod gerettet. Auch der Kohlemeiler blies wieder seinen Rauch in den Himmel wie in vorindustrieller Zeit.

Bein Schauscheren schauen an beiden Tagen viele Besucher zu

Für viele Besucher ist das Schauscheren ein einmaliges Spektakel. Zwei Merinolandschafe der Schäferei Peter Wohlfahrt aus Pfeffingen hatten am Samstag ihren „Friseurtermin“ bei Anton Riester aus Stetten a.k.M.-Glashütte und der ließ sich dabei von Groß und Klein über die Schulter schauen.

Er packte das Tier und setzte es gekonnt auf den Allerwertesten. Da sitzt es nun und hat keine Wahl mehr. Der brummende Scherkopf fährt geschickt durch das Wollkleid und in wenigen Minuten ist alles vorbei, die Wolle runter und das Schaf nackt.

Am Sonntag durften die Besucher dann das Schauscheren mit dem Deutschen Meister im Schafscheren, Felix Riedel aus Schwenningen erleben. Seit dem ersten Schäferfest moderiert Schäfermeister Rudolf Matyas das Geschehen, erzählt dabei nicht nur viel über die Schafe, sondern witzelt dabei auch gut gelaunt mit dem Publikum.

34 Grad auf dem Schäferfest? Das war selbst für den Meister etwas neues

Allerdings: 34 Grad am Samstag auf dem Schäferfest, das habe er noch nie erlebt, so Matyas. Die Wolle durfte im Anschluss nicht nur angefasst, sondern vor allem zur Freude der Kinder sogar mitgenommen werden.

Zur Tradition beim Schäferfest gehört auch das Schau-Hüten: Eindrucksvoll zeigte Wolfgang Henle aus Hechingen, wie ein Border Collie seine Scottish-Blackface Schafe von links nach rechts – oder umgekehrt – dirigieren kann.

Die Küche zu Hause blieb bei den Besuchern kalt: Zu verlockend waren die vielen Köstlichkeiten auf der Schlemmermeile und im Festzelt, in dem bei Musik Geselligkeit und gute Laune das Zepter schwang.

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