Pendler und Fahrgäste aufgepasst
: Zollernalb-Züge enden bis 2034 in Tübingen

Stuttgart 21 soll, Stand jetzt, Ende 2026 in Betrieb gehen. Züge aus dem Zollernalbkreis werden dann generell in Tübingen enden; um einen Umstieg Richtung Stuttgart kommen Fahrgäste nicht herum. Was sich ändert, wie es weitergeht.
Von
Julia Gern
Oberndorf
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Aus dem Zollernalbkreis per Zug in Richtung Stuttgart: Die Strecke wird ausgebaut und modernisiert – doch das dauert.

weckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Zahlreiche Pendler aus dem Zollernalbkreis oder Tagesausflügler steigen aktuell in Albstadt, Balingen oder Hechingen ein, um per Zug Richtung Tübingen und weiter nach Stuttgart zu fahren – ohne umzusteigen. Damit ist voraussichtlich 2026 Schluss.

Weshalb enden Züge der Zollern-Alb-Bahn in Tübingen, wenn S 21 in Betrieb geht?

Weil in den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof keine dieselbetriebenen Züge mehr einfahren dürfen, wie Andrea Müller, Sprecherin des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb (RSBNA) erklärt. Zuständig ist das Land.

Regionalexpress-Züge (RE) werden über Jahre in Tübingen enden: von der Inbetriebnahme von S 21 bis zum Abschluss der Elektrifizierung der Zollern-Alb-Bahn. Nach RSBNA-Planungen wird es wohl 2034 so weit sein.

Für Fahrgäste bedeutet das Müller zufolge: „Der RE aus dem Zollernalbkreis wird vorübergehend nicht mehr wie heute bis Stuttgart durchfahren, sondern die Fahrgäste müssen in Tübingen umsteigen.“

Zur Fahrtrichtung Tübingen nach Stuttgart: Wie schnell werden Pendler und andere Fahrgäste hier unterwegs sein?

Müller erklärt: Ab Tübingen soll nach Stuttgart alle 15 Minuten ein Zug verkehren. „Konkret heißt das, dass zwei Mal pro Stunde der Regionalexpress über Tübingen – Reutlingen – Flughafen Stuttgart nach Stuttgart Hauptbahnhof fährt und zwei Mal pro Stunde der Metropolexpress über Tübingen – Kirchentellinsfurt – Reutlingen – Metzingen – Nürtingen – Wendlingen – Plochingen – Bad Cannstatt nach Stuttgart Hauptbahnhof. Der Umstieg in Tübingen soll möglichst am selben Bahnsteig angeboten werden.“

Wie sieht es von Tübingen in Fahrtrichtung Hechingen, Balingen, Albstadt aus?

An der Taktung ab Tübingen in Richtung Albstadt ändert sich in der Übergangszeit zunächst nichts: Der schnelle Regionalexpress fahre alle zwei Stunden, die Regionalbahn (RB) mit Halt an allen Zwischenstationen stündlich.

Zu Hauptverkehrszeiten – vormittags in Richtung Tübingen, nachmittags in Richtung Albstadt – ist er jede halbe Stunde unterwegs. Für Fahrgäste der Züge aus Stuttgart ist in Tübingen eine Umsteigezeit von acht Minuten vorgesehen.

Nach der Vorplanung übernimmt die Deutsche Bahn. Bleibt es beim Zeitplan?

Die Vorplanung zur Zollern-Alb-Bahn wird laut Müller im Lauf des Jahres 2025 abgeschlossen sein – bis dahin ist der Zweckverband federführend. Danach übernimmt die DB InfraGO – das ist das auf der Zollern-Alb-Bahn zuständige Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Der Zweckverband werde darauf drängen, dass der Zeitplan eingehalten wird.

Wie werden Fahrgäste auf der Strecke künftig schneller unterwegs sein?

Nach dem Ausbau führt der Weg aus dem Raum Albstadt, Balingen und Hechingen schneller nach Stuttgart – unter anderem, weil die Strecke über den Flughafen führt, nicht über Plochingen (Kreis Esslingen). Der Flughafen ist damit ohne den Umweg über den Hauptbahnhof im Stuttgarter Kessel erreichbar.

Durch den Ausbau kann auf einzelnen Abschnitten außerdem schneller gefahren werden– teils 160 Stundenkilometer statt heute 120. Zwischen Balingen und Albstadt sind es statt derzeit häufig 80 bis 90 dann 110 bis 120 Stundenkilometer.

Weil teilweise zweigleisig ausgebaut wird, entfallen Wartezeiten, die heute für das Vorbeilassen von Gegenzügen notwendig sind. Müller: „Für weitere Zeitersparnis sorgt zudem das bessere Beschleunigungsverhalten von elektrischen gegenüber dieselbetriebenen Zügen.“

Wie könnte die Taktung nach 2034 sehen?

Aktuell fährt der Regionalexpress RE 6 zwischen dem Zollernalbkreis und Stuttgart alle zwei Stunden. Müller kündigt an: „Sobald S 21 in Betrieb und die Zollern-Alb-Bahn vollständig elektrifiziert ist, wird der RE in beide Richtungen stündlich verkehren.“

Ein Halbstundentakt würde – wenn alle Projekte umgesetzt werden wie geplant – gelten auf allen Linien der Regional-Stadtbahn: auf der Zollern-Alb-Bahn also auf den Linien S 1 (Albstadt-Onstmettingen bis Tübingen) und S 11 (Mössingen bis Tübingen).

Bürgerbeteiligung wird weiter ermöglicht. Inwiefern?

Die frühe Bürgerbeteiligung sei Bestandteil der Planungsphilosophie des Zweckverbands, betont Müller. Auch während der kommenden Planungsphasen sind entsprechende Formate vorgesehen.

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