Onstmettingen trauert um Rolf Hugger
: Fossilienpionier stirbt mit 101 Jahren

2023 hatte er den rundesten Geburtstag gefeiert, den es gibt. Jetzt ist der einstige Onstmettinger Förster Rolf Hugger mit 101 Jahren gestorben.
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(red/pm)
Oberndorf
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Honig, frische Luft und die Leidenschaft für das, was er tat, haben Rolf Hugger 101 Lebensjahre beschert.

Hugger

Geboren wurde Rolf Hugger am 17. September 1923 in Schwenningen am Neckar; er war das einzige Kind seiner Eltern. Sein Berufsweg war früh vorgezeichnet: Schon in der Schule nannten ihn seine Mitschüler nur den „Oberförster“; so überzeugend hatte er ihnen und auch den Lehrern zu vermitteln gewusst, dass für ihn nur ein Beruf in Frage kam.

Und so kam es dann auch. Nach dem Ende der Oberschulzeit trat Rolf Hugger im Schönbuch seine Ausbildung zum Förster an. Termingerecht abschließen konnte er sie nicht, er war noch nicht fertig, als er 1941 seinen Gestellungsbefehl erhielt. Nach der Grundausbildung in Frankreich wurde er an die Ostfront beordert und geriet dort 1944 in russische Kriegsgefangenschaft – erst 1949 kehrte in seine Heimat zurück und nahm sofort wieder seine Forstlehre auf.

36 Jahre lang Förster im selben Revier

Diesmal in der Nähe von Metzingen, wo er bald darauf auch seine spätere Ehefrau Heidi kennen und lieben lernte. Im Februar 1953 wurde – bereits in Onstmettingen – geheiratet. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Konrad kam 1953, Angelika 1955, Thomas 1958 und Karin 1963 zur Welt.

Ein Jahr zuvor hatte Rolf Hugger seine erste Stelle angetreten – es sollte auch die letzte werden, denn Rolf Hugger blieb dem Forstrevier Onstmettingen bis zu seiner Pensionierung 1988 treu. Sein besonderes Augenmerk galt dem Wegebau; in seine Dienstzeit fiel die Neuerschließung vieler bis dato unerschlossener Gebiete. Zudem widmete er sich der Erprobung neuer Baumsorten für besonders kalkhaltige Böden.

Kein Skiwinter ohne Fahrt zum Arlberg

Aus der beruflichen Tätigkeit ergab sich sehr zwanglos die Freizeitgestaltung: Rolf Hugger war Mitglied in vielen Onstmettinger Vereinen und jahrzehntelang im Vorstand und Ausschuss des Schwäbischen Albvereines aktiv. Er führte zahllose Wanderer über die Onstmettinger Markung, aber auch durchs Lechquellgebiet, das er wie seine Westentasche kannte: Bis er 85 war, fuhr Rolf Hugger jedes Jahr zum Arlberg, um dem Skisport, einer seiner großen Leidenschaften neben dem Wandern, zu frönen. Auch die Jagd übte er aus; sie gehörte zu seiner Zeit ohnehin zum Berufsbild des Försters.

Die Paläontologie war seine größte Leidenschaft

Ein weiteres Hobby, dem Hugger über Jahrzehnte treu blieb, war das Imkern – stets stand ein Honigtopf auf seinem Frühstückstisch. Seine größte Passion neben dem Beruf war jedoch die Paläontologie. Viele hundert Ammoniten und Fossilien hat er im Lauf der Jahre gefunden und präpariert; mit Gerd Dietl vom Staatlichen Naturkundemuseum in Stuttgart, den er 1980 beim großen Erdrutsch am Stich kennengelernt hatte, verband ihn danach eine enge Freundschaft. Im Nusplinger Plattenkalk förderten das Team Hugger/Dietl und seinen Grabungsmannschaften etliche Sensationsfunde zutage, die weltweit Aufsehen erregten; einer davon, eine bis dahin unbekannte prähistorische Libellenart, erhielt den Namen „Stenophlebia rolfhuggeri“.

Am 17. September 1998, Rolf Huggers 75. Geburtstag, wurde seine ehrenamtliche Tätigkeit für das Museum für Naturkunde mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande honoriert. Der Festakt fand im Stuttgarter Museum am Löwentor statt; die Auszeichnung überreichte Albstadts damaliger Oberbürgermeister Hans Martin Haller.

2013 hatten Rolf und Heidi Hugger noch Diamantene Hochzeit gefeiert; 2017 starb Heidi Hugger nach schwerer Krankheit. Nun ist ihr Mann ihr nachgefolgt. Die Trauerfeier für Rolf Hugger findet am Freitag, 4. April, auf dem Onstmettinger Friedhof statt und beginnt um 14.30 Uhr.

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