Kunstmuseum Albstadt
: Rund 200 Werke zeigen die Facetten des Expressionismus

Im Kunstmuseum wird das bedeutendste Ausstellungsprojekt des Jahres eröffnet. Der Titel: „Expressionismus – Hoher Flug & tiefer Fall“.
Von
Benjamin Roth
Oberndorf
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Unter anderem Werke wie „Tanz II“ von Max Ackermann sind in der am Freitag, 8. Mai, beginnenden Ausstellung im Kunstmuseum Albstadt zu sehen.

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Im Kunstmuseum Albstadt wird am kommenden Freitag, 8. Mai, ab 18.30 Uhr das dieses Jahr bedeutendste Ausstellungsprojekt eröffnet. „Expressionismus – Hoher Flug & tiefer Fall“ wird bis zum 14. Februar 2027 zu sehen sein. Museumsdirektor Kai Hohenfeld betont im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die Ausstellung neue Facetten aus der emotionalen Expressionismus-Kunst zeigen möchte.​

Expressionismus sei grundsätzlich eine Kunstströmung, die die Menschen begeistere, unter anderem wegen ihrer charakteristischen Farben und Formen, die die Gefühle ansprechen. „Das Besondere an der Ausstellung in Albstadt ist, dass wir den Expressionismus in einer besonderen Breite zeigen“, erläutert Hohenfeld. Sprich: Es werden auch Werke von Künstlern des Expressionismus gezeigt, die sonst eher unter dem Radar fliegen und unbekannter sind als etwa Vertreter wie Ernst Ludwig Kirchner oder Wassily Kandinsky.

Gegensätze im Expressionismus

Die Besucher werden am Freitag nach einer Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister Roland Schmidt durch Kai Hohenfeld und dessen Stellvertreterin Melanie Löckel in die Schau eingeführt. Die Vernissage wird begleitet von Andreas Grau am Flügel mit Musik der expressionistischen Tradition, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung ankündigt. Am Eröffnungstag ist der Eintritt bereits ab 14 Uhr frei.

Was macht die neue Ausstellung aus? Im Flyer zu „Expressionismus – Hoher Flug & tiefer Fall“ werden die Gegensätze, die die Künstler des Expressionismus zu ihrer Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts mitgemacht haben, hervorgehoben. Fortschrittsglaube trifft auf apokalyptische Vision, paradiesische Utopie auf Großstadtelend, Kriegsbegeisterung auf Eskapismus: Die Expressionisten erleben eine Welt im Aufbruch und stehen zugleich vor einem historischen Abgrund. Wie in kaum einer anderen Kunstepoche spiegeln sich in ihrer Kunst Hoffnungen und Nöte, Ekstase und Verzweiflung.

Vielfältiges Phänomen

Die Ausstellung beleuchtet den Expressionismus als vielgestaltiges Phänomen. Neben den prägenden Werkgruppen der Brücke und des Blauen Reiters rücken – wie Hohenfeld ankündigt –auch weniger bekannte Positionen in den Fokus, darunter zahlreiche Künstlerinnen, deren Beiträge zur Moderne lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen.

So entsteht ein erweitertes Bild der Epoche, das ihre Vielfalt und Experimentierfreude sichtbar macht. Der Bogen spannt sich vom Frühexpressionismus des späten 19. Jahrhunderts bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933, ab der eine freie künstlerische Entfaltung durch Repression und Verfolgung zunehmend unmöglich wurde.

Rund 200 Werke

Das größte Ausstellungsprojekt des Kunstmuseums Albstadt im Jahr 2026 macht auch die Anzahl der ausgestellten Werke aus. Auf mehreren Etagen werden Zeichnungen, Aquarelle, druckgrafische Arbeiten und ausgewählte Gemälde präsentiert – insgesamt rund 200 Werke sind zu betrachten. Dazu wird für die Besucher ein Audio-Guide, gesprochen von Schriftsteller und Regisseur Christian von Aster, angeboten, zudem speziell auch einer für Kinder, gesprochen von Musical-Sängerin Vanessa Haug. „Wir haben ein Hauptprojekt im Jahr, in das der Großteil unserer Ressourcen fließt“, betont Museumsdirektor Hohenfeld. Dieses Jahr ist es die Expressionismus-Ausstellung.

Die Schau schöpft aus der bedeutenden grafischen Sammlung. Hochkarätige Leihgaben stammen aus der Sammlung Frank Brabant, Wiesbaden, der Letter Stiftung, Köln, und weiteren Privatsammlungen. Das Projekt wird ermöglicht durch die Unterstützung der Freunde Kunstmuseum Albstadt.

Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt. Dieses umfasst unter anderem einen Ferienaktionstag für Kinder (28. Mai), einen Musical-Kurs für Kinder „Express yourself“ (ab 10. Juni), den expressionistischen Filmabend „Das Wachsfigurenkabinett“ (22. Oktober) und die Lesung „Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist die Kunstgeschicht“ mit Jakob Schwerdtfeger (22. November) während der Literaturtage Albstadt sowie eine Musicalaufführung (28. November).

Kunstmuseum Albstadt

Kontakt und weitere Informationen
 unter Telefon (07431) 160 14 91, zu den Öffnungszeiten -14 93 oder per Mail an kunstmuseum@albstadt.de. Parallel zur ab Freitag beginnenden Expressionismus-Ausstellung laufen derzeit noch drei weitere Projekte im Kunstmuseum Albstadt. „Brigitte Wagner – Es zeichnet“ ist noch bis 31. Mai, „Auf zu den Sternen“ bis 20. September und „Rainer Zerback – Metamorphosis“ bis 6. September zu sehen. Der Eintrittspreis berechtigt zum Besuch sämtlicher Ausstellungen.

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