Kunst in Albstadt
: Gruppe 24 stellt im KulTurm aus

Die neue Albstädter Künstlervereinigung „Gruppe 24“ setzt im Ebinger KulTurm Akzente.
Von
Ulrike Zimmerman
Oberndorf
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Kai Hohenfeld im Gespräch mit der ukrainischen Künstlerin Iryna Dybach

Ulrike Zimmermann

14 Künstlerinnen und Künstler aus Albstadt und Umgebung haben beschlossen, die Zurückgezogenheit ihrer Ateliers zu verlassen und gemeinsam zu neuen Ufern aufzubrechen. Seit Samstag präsentiert die neue „Gruppe 24“ mitten im Herzen Ebingens, im KulTurm, Kunstwerke, die neue Horizonte und Sichtweisen erschließen – zumindest denen, die bereit sind, sich darauf einzulassen.

Auf vielfältige Weise sichtbar machen, was sonst nicht zu sehen ist – ist das nicht die genuine Aufgabe der Kunst? Sie soll zum Nachdenken bringen, zu selbstständigem Denken und zur Diskussion anregen.

Aber wie soll sie diese Aufgabe in einer Stadt erfüllen, in der die Zahl der Ausstellungsorte schrumpft? Schon lange fühlten sich die Albstädter Kunstschaffenden ins Abseits gedrängt – immerhin hat die Stadtverwaltung darauf reagiert und ihnen das Obergeschoss des KulTurms als temporäre Galerie zur Verfügung gestellt. Die „Gruppe 24“ übernimmt ihrerseits für die Dauer von anderthalb Jahren die Rolle einer Organisationsplattform für Albstädter Kunstschaffende, die ihre Arbeiten der Öffentlichkeit vorstellen wollen.

Die Geburtsstunde einer neuen Kooperation schlägt am Nachmittag

Am Samstagnachmittag schlug mit einer ersten Vernissage die Geburtsstunde der neuen Kooperation von Stadt und Kunstschaffenden.

Der leicht kryptische Titel lautet „Ausdrucks-S-Formen – KulTurm x Gruppe 24“ – und die Auftaktveranstaltung übertraf alle Erwartungen. Kulturamtsleiter Martin Roscher stellte eingangs fest, dass „etwas ganz Tolles im Entstehen begriffen sei; im Anschluss konstatierte Maler Bruno Schlagenhauf, der bei der Gründung der „Gruppe 24“ entscheidende Strippen gezogen und neben etablierten regionalen Künstler auch viele Nachwuchsleute ins Boot geholt hatte, dass das Wagnis sich gelohnt habe: Schon bei der Hängung der Kunstwerke habe sich gezeigt, dass diese eine Ausstellung auf hohem Niveau zu werden verspreche werde.

Kai Hohenfeld, Direktor des Kunstmuseums Albstadt, pflichtete ihm bei: Die Präsentation sei eine „sehr starke Schau“ von bemerkenswerter Vielgestaltigkeit, in der viel Herzblut und viel Arbeit stecke. Anschließend erläuterte er die unterschiedlichen Techniken und Stile und versuchte im Dialog mit einigen Künstlerinnen und Künstlern, ihnen Geheimnisse und Geschichten hinter ihren Werken zu entlocken.

Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten

Da ist zum Beispiel die junge Ukrainerin Iryna Dybach, die 2023 mit der Ausstellung „Das weibliche Gesicht des Krieges“ in der Sauter-Fabrik ein Ausrufezeichen setzte und sich in ihrer neuen Werkreihe „Im dunklen Raum“ mit ihren eigenen Ängsten auseinandersetzt.

Jedem Bild der passende Rahmen – die ukrainische Pianistin Oskana Stechyshyn malte bei der Vernissage ganz andere Klangbilder auf ihrem E-Piano – auch sie ein Ausdruck von Kreativität und Emotion.

Der Gruppe 24 gehören Andreas Christian Beck, Karin Beck, Sylvia Bitzer, Irene Bögle, Temenuzhka Dikanska-Greber, Iryna Dybach, Fritz Leibfritz, Roland Milkau, Michael Papenhoff, Käthe Rominger-Schneider, Bruno Schlagenhauf, Leia Tatucu, Jörg Wandel und Wolfgang Wiebe an. Die Ausstellung im KulTurm dauert bis zum 11. August.

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