Kirchengemeinde Truchtelfingen
: Bläser musizieren für Ohr und Herz

Das Bläserteam des evangelischen Jugendwerks konzertierte in der Truchtelfinger Galluskirche.
Von
Susanne Conzelmann
Oberndorf
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Einer der besten Posaunenchöre Württembergs: das Bläserteam des evangelischen Jugendwerks

Susanne Conzelmann

„Die Musik meines Vaters hat höhere Absichten; sie soll nicht das Ohr füllen, sondern das Herz in Bewegung setzen,“ – so äußerte sich Carl Philipp Emmanuel Bach über das Schaffen von Johann Sebastian Bach, und er wusste, wovon er sprach: Das Bläserteam des evangelischen Jugendwerks Württemberg eröffnete sein Truchtelfinger Gastspiel mit dem dritten Brandenburgischen Konzert und nahm damit nicht nur die Ohren, sondern auch Herzen und Seelen der Zuhörer für sich ein.

Für sich? Nein, für die großartige Musik früherer und moderner Zeiten. Verzückt lauschten die Besucher dem „Allegro Moderato“ und wussten schon zu Konzertbeginn, dass sich der Weg in die Galluskirche gelohnt hatte.

„Der Text ist Schrott, die Musik toll“

Es folgte – im Wortsinn – „mit Pauken und Trompeten“ ein weiteres Meisterwerk Bachs, das majestätische Gotteslob „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“. Michael Püngel hatte jedoch noch einige musikalische Überraschungen parat. „Der Text ist Schrott, die Musik ist toll“ – so kommentierte der Dirigent des 13-köpfigen Bläserteams und Landesjugendreferent in Württemberg den angeblich beliebtesten Rocksong im Südwesten – zumindest laut Hitparade des Südwestrundfunks – die „Bohemian Rhapsody“ von „Queen“.

Henry Fonda wartet am Bahngleis

Die vier Posaunisten, boten eine faszinierende Version des ersten Nummer-1-Hits der britischen Band; Püngel, der neben Liedansagen auch einen kurzen geistlichen Impuls präsentierte, sekundierte ihnen dabei am Schlagzeug.

In Hochstimmung verfolgten die Zuhörer, von denen viele selbst Musiker waren, sodann ein Potpourri der Filmsongs von Ennio Morricone. Die Italo-Western von Sergio Leone wären ohne seine Melodien nicht denkbar; Liebhaber des Genres sahen im Geiste Henry Fonda auf die Eisenbahn warten, und wer besonders fantasiebegabt war, mochte meinen, ein Cowboy reite durchs Kirchenschiff.

Dicke Backen sind eher abträglich

Einfach zum Genießen war danach die „Carmen-Suite“ von Georges Bizet. Auch Ausflüge in den Jazz unternahmen die Bläser, beispielsweise „Fly Me To The Moon“ von Bart Howard und „Cornet Chop Suey“ von Louis Armstrong – der laut Püngel übrigens nicht als Vorbild für Anfänger in Posaunenchören taugt: Die aufgeplusterten Backen seien nicht schulgemäß und einem guten Trompetenspiel eher abträglich, versicherte Püngel, und Armstrong sei nicht wegen, sondern trotz seiner Backen so großartig.

Den Bläsern war eine körperliche Anstrengung jedenfalls nicht anzumerken; mit Leichtigkeit präsentierten sie auch „Puttin’ On The Ritz“ und warfen sich quasi musikalisch in Schale – denn das will der Titel besagen.

Die Bläser des evangelischen Jugendwerks

Foto: Susanne Conzelmann

„Sperrig und störrisch“ kam dagegen ein Choralvorspiel daher, das wohl jeder Posaunenchor im Kernrepertoire führt: „Nun danket alle Gott“ – wieder ein Bach-Satz.

Den Schlusspunkt setzte ein Präludium von Magdalene Schauß-Flake, einer Kirchenmusikerin des 20. Jahrhunderts: Wut, Zorn, Angst und Trauer hörte man heraus, ehe sich die Musik zum Dank durchrang.

Irischer Segen mit Melodie

Dank sagten den Musikern anschließend auch die Sprecher des Truchtelfinger Posaunenchors, von dem die Einladung an das ehrenamtlich tätige Bläserteam ergangen war: Markus Haußer erwähnte das pandemiebedingt ausgefallene Konzert im Jahr 2020, und Claudia Leins sprach einen Segen. Dem die Bläser mit „May The Road“ eine vertonte Segnung folgen ließen.

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