Jubiläum in Meßstetten: Den Anstoß gab der Bundespräsident höchstpersönlich

Mit ihrem Frosch-Theater bereicherten die Grundschüler aus Obernheim das gemeinsame Jubiläum in Meßstetten.
Stadt Meßstetten/Volker BitzerEine Erfolgsgeschichte ist die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Meßstetten und dem Diasporahaus Bietenhausen bei der gemeinwesenorientierten Jugendarbeit (GOJA).
1999 entschied sich der Gemeinderat für die Partnerschaft mit dem externen Dienstleister. 25 Jahre ist das nun her. Das Jubiläum feierte man im kleinen Rahmen in der Burgschule, verknüpft mit dem „Internationalen Tag der Demokratie“.

Bürgermeister Frank Schroft hielt die Festrede bei der Jubiläumsfeier „25 Jahre GOJA“ in der Burgschule. Im Hintergrund ein Ensemble der Meßstetter Jugendkapelle.
/Volker BitzerEs war einst Bundespräsident Roman Herzog, der in seiner Weihnachtsansprache 1998 die jungen Menschen, deren Bildung und berufliche Qualifikation thematisierte. „Am wichtigsten ist, dass wir ihnen das Gefühl geben, erwünscht, gebraucht und gefordert zu werden“, lautete der Appell des damaligen Staatsoberhauptes. Bürgermeister Frank Schroft nahm diese Worte in seine Rede mit auf, die er aus Anlass des Jubiläums „25 Jahre GOJA Meßstetten“ in der Burgschule hielt.

Daniel Klapper und sein Team kümmern sich in Meßstetten, Nusplingen und Obernheim um die Anliegen der Kinder und Jugendlichen.
Foto: Stadt Meßstetten/Volker BitzerDie Gemeinderäte der Verwaltungsgemeinschaft Meßstetten-Nusplingen-Obernheim erkannten Ende des zurückliegenden Jahrtausends die Wichtigkeit und entschieden sich für das Einführen einer gemeinsamen, kommunenübergreifenden „Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit“. Von Anbeginn sprach man sich für eine externe Lösung aus professioneller Hand aus: das Diasporahaus Bietenhausen – eine gute Wahl, wie sich ein Vierteljahrhundert später zeigt.
„Zentraler Bestandteil der Demokratie“
Nicht zufällig verknüpfte die Jubiläumsfeier das Vierteljahrhundert offene Jugendarbeit mit dem internationalen Tag der Demokratie. „Die GOJA ist ein zentraler Baustein unserer Demokratie, weil sie Kindern und Jugendlichen ermöglicht, ihre Interessen und Wünsche aktiv zu gestalten“, verdeutlichte Daniel Klapper, ein Mitverantwortlicher, der sich in Meßstetten um die Nöte und Sorgen der Jüngsten kümmert, ob auf dem Schulhof oder in der Freizeit im Jugendraum.

Aleksandra Kocbek leitet die Burgschule.
Foto: Stadt Meßstetten/Volker BitzerBürgermeister Frank Schroft betonte: „Der Erfolg unserer Kinder- und Jugendarbeit ist letztlich auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.“ Es gehe darum, die Stärken der Jüngsten zu fördern, ihnen eine Stimme zu geben, aber auch darum, Barrieren abzubauen, Chancen zu eröffnen und ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder einzelne Mensch wertgeschätzt und gehört werde.

André Guzzardo, Vorstandsvorsitzender des Vereins Diasporahaus Bietenhausen
Foto: Stadt Meßstetten/Volker BitzerWie das gelebt aussieht, durften an diesem Nachmittag gleich mal die Dritt- und Viertklässler aus Obernheim erfahren. Für ihr bewegtes, lustiges, aber auch nachdenkliches Frosch-Theater erntete die junge Truppe unter der Regie ihrer Lehrerin und Schulleiterin Elke Schnell-Wäschle reichlich Beifall. Der war auch der Meßstetter Jugendkapelle unter Leitung von Jochen Weier sicher, die den etwa einstündigen Festakt musikalisch auflockerte.
Praxis im Parcours auf dem Pausenhof
Nach den Grußworten von Burgschulrektorin Aleksandra Kocbek und André Guzzardo, Vorstandsvorsitzender des als Verein organisierten Diasporahauses, läutete, beinahe zeitlich passend, die Schulglocke: ab in den Pausenhof. Dort wartete auf die Besucher ein kleiner Parcours, der sich dem Thema Demokratie widmete.

Gemeinsam höher hinaus: Dass es zusammen besser geht, erlebten die Kinder beim Bau des Fröbel-Turms.
Foto: Stadt Meßstetten/Volker BitzerKinder, Jugendliche und Erwachsene besuchten die verschiedenen Stationen, testeten dabei ihr Wissen und demonstrierten ihr körperliches Geschick. Dass Vieles zu zweit oder zu dritt besser klappt oder überhaupt erst in der größeren Gruppe – beispielsweise beim Fröbel-Turm – lösbar ist, war gewollt, sollten die Spiele doch aufzeigen, dass soziales Miteinander und Verständigung in der Gemeinschaft weitaus zielführender sind.